Weiterentwicklung der Metropolregion GmbH durch Gesellschafter beschlossen

Veröffentlicht: 26. November 2021

Neuer Gesellschaftsvertrag und Finanzierungsvereinbarung treten ab dem 01.01.2022 in Kraft

Metropolregion, 26.11.2021. Die Gesellschafterversammlung beschloss heute die in diesem Jahr durch den Aufsichtsrat auf den Weg gebrachte organisatorische, strukturelle und finanzielle Neuaufstellung der Metropolregion GmbH. Die Stimmführer aller Gesellschafter stimmten auf der Gesellschafterversammlung im Rathaus Hannover einem neuen Gesellschaftervertrag, einer Finanzierungs- sowie einer Compliance-Vereinbarung zu. Zuvor waren die Vota durch die Gremien in den namensgebenden Städten und Vereinen autorisiert worden. Nach zwölf erfolgreichen Jahren haben sich die Gesellschafter damit ein belastbares Fundament zur weiteren Stärkung der Zusammenarbeit geschaffen.

Die Gesellschafter der Metropolregion GmbH bestehend aus den namensgebenden Städten Hannover, Braunschweig, Göttingen, Wolfsburg, den Vereinen der Kommunen, der Wirtschaft und der Wissenschaft sowie dem Land Niedersachsen und der Geschäftsführung der Metropolregion besiegelten heute die intensiv vorbereitete Weiterentwicklung der Metropolregion GmbH ab 2022. Nachdem auf der Aufsichtsratssitzung im Mai dieses Jahres der Grundstein gelegt wurde, kann die Neuaufstellung mit der Unterzeichnung des Gesellschaftervertrags sowie einer neuen Finanzierungsvereinbarung ab dem kommenden Januar starten. Kernpunkte des neuen Gesellschaftervertrages umfassen unter anderem die Stärkung der zentralen Aufgaben der GmbH, die der Stärkung der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit der Metropolregion und ihrer Teilräume dienen, die Abkehr von der bisherigen  Personalgestellung sowie die Verschlankung von Gremien und Prozessen. Weiter genehmigte die Gesellschafterversammlung den im Vorfeld durch die Geschäftsführung vorgelegten und durch den Aufsichtsrat empfohlenen Wirtschaftsplan für 2022 sowie eine fünfjährige Ergebnis- und Finanzplanung, die eine Ausweitung der zur Verfügung stehenden Ressourcen beinhalten, um die Region noch erfolgreicher im Wettbewerb um Fördermittel zu platzieren. Die notarielle Beurkundung fand direkt im Anschluss an die von Belit Onay, Oberbürgermeister der Stadt Hannover und Vorsitzender des Aufsichtsrates geleiteten Sitzung statt.

Die Beschlussfassung der heutigen Gesellschaftersitzung wird von allen Beteiligten begrüßt und stellt einen bedeutenden Schritt in eine weitere Stärkung der Metropolregion GmbH dar. „Mein Dank gilt den Gesellschaftern und der Geschäftsführung der Metropolregion GmbH für die intensive und hervorragende Vorarbeit. Wir haben heute eine wegweisende Entscheidung für unsere Metropolregion getroffen und ich freue mich, dass es in Zukunft gemeinsam und gestärkt weiter geht“, so Belit Onay. Auch Dr. Thorsten Kornblum, Oberbürgermeister der Stadt Braunschweig und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender ist überzeugt: „Die Metropolregion GmbH und ihre Arbeit in den Themenfeldern Gesundheit, Mobilität und Standortmarketing ist von großem Mehrwert für die Region und ihre Teilräume, der heutige Beschluss bestärkt das. Jetzt geht es gestärkt mit zusätzlichem Schub weiter.“

Pflege als systemisch integrierter Beruf, ein professionelles Pflegeverständnis, Insellösungen, die Freiheit mit digitalen Tools zu experimentieren, Selbstbestimmtheit und ein Wir-Gefühl - sechs Pflegeexpert*innen diskutierten im HealthTalk „Digitale Tools in der Pflege“ den Status Quo sowie Entwicklungen in der Pflege und formulierten konkrete Forderungen an Branche, Vertreter*innen und Politik. Der Blick ging dabei von der metropolregionalen auf die nationale und internationale Ebene.

Metropolregion, 16.11.2021. Im Mittelpunkt des HealthTalk „Digitale Tools in der Pflege“ im Rahmen der zweiten gemeinsamen Online-Konferenz der Metropolregion GmbH und Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften stand die Diskussion über die Professionalisierung des Berufsbilds Pflege, die Frage nach dem Einsatz und der Sinnhaftigkeit von technischen Tools im Pflegealltag und ein vier Punkte-Plan des Pflegerats auf Bundesebene. Prof. Dr. Elisabeth Haslinger-Baumann, Prof. Dr. Martina Hasseler, Michael Lüdicke, Dr. Ariane Schenk, Bettina Tews-Harms und Christine Vogler nahmen an der moderierten Gesprächsrunde teil.

Grundlegend in der Diskussion um Digitalisierung in der Pflege sei zunächst die Definition des Berufszweiges: „Wir vermissen in Deutschland ein komplexes, integriertes Pflegeverständnis, wie es beispielsweise in England oder Schottland definiert ist“, erklärt Prof. Martina Hasseler, Professorin für klinische Pflege an der Fakultät Gesundheit der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften. „Wir verstehen digitale Tools gerne als Entlastung in der Pflege, ohne dass überhaupt klar ist, was die professionelle Pflege macht, nämlich die Planung, Durchführung, Evaluation der Gesundheitsversorgung, -förderung und -prävention durch qualifizierte Fachpersonen nach dem Pflegeberufegesetz.“ Eine immer kürzere Verweildauer sowie der Fachkräftemangel zeigen den großen Unterstützungsbedarf durch digitale Tools im Pflegealltag auf, so Michael Lüdicke, Pflegedienstleitung im Klinikum Braunschweig. Dort werden Mitarbeitende von Anfang an in den Einführungsprozess eingebunden, dabei im Fokus: Ausprobieren. „Natürlich stoßen wir manchmal auf Widerstände. Mir ist wichtig zu vermitteln, dass wir in der Pflege ausprobieren dürfen und gemeinsam weiterentwickeln. Dabei entstehen häufig Innovationen, die auch den entwickelnden Unternehmen in der Optimierung helfen“, erklärt Lüdicke weiter. Zentral in der Arbeit mit digitalen Tools: ein zielgruppenspezifischer Mehrwert. Gerade stationäre und ambulante Pflege sind hier auf unterschiedliche Angebote der digitalen Unterstützung angewiesen, berichtet Bettina Tews-Harms, Geschäftsführerin der Bettina Harms GmbH. „Auch in der Pflege ist New Work ein Stichwort – wir erfassen Patientendaten und planen die Versorgung von zuhause aus – dafür benötigen wir eine vernünftige Netzabdeckung. Zu häufig machen wir die Erfahrung, dass technische Voraussetzungen noch nicht zufriedenstellend umgesetzt sind. Die Angebote für den Kommunikationsaustausch müssen auf unsere ambulanten Bedarfe angepasst sein, das wird häufig nicht verstanden.“

Ein generelles Problem: Insellösungen. „Mit und ohne Digitalisierung haben wir das Problem, dass die Sektoren nicht miteinander sprechen. Die Pflege muss sich hier als Teil der gesamten Versorgungskette sehen“, erklärt Dr. Ariane Schenk, Bereichsleiterin von Health & Pharma bei Bitkom. Der Blick nach Österreich zeigt die Pflegewissenschaft als Bindeglied zwischen Technik und Pflegekräften: „Wir stellen andere Fragen und nutzen andere Methoden. Unsere Proband*innen können für den Test von neuen Tools extra Stunden abrechnen. Wir versuchen ein Wir-Gefühl zwischen Pflegepraxis und Pflegewissenschaft zu kreieren und so der Profession Pflege den Stellenwert in Digitalisierungsprojekten zu geben, den es benötigt um sinnvolle Lösungen entwickeln zu können“, so Prof. Elisabeth Haslinger-Baumann, Leiterin des Kompetenzzentrums für angewandte Pflegeforschung am FH Campus Wien.

Die Präsidentin des deutschen Pflegerats, Christine Vogler, setzt sich mit ihrem Bündnis auf Bundesebene ein und fordert ein Kompetenzzentrum Digitale Pflege zur Bündelung von Praxis, Wissenschaft und Politik, einen Umsetzungsplan, digitale Teilhabe für alle und eine sichere Refinanzierung. „Es gibt sehr viele Gelder im Bereich der Digitalisierung. Die Pflege wird da nicht berücksichtigt und dagegen müssen wir angehen“, so Vogler. „Wir werden weiter um Selbstverwaltungsstrukturen in Deutschland kämpfen, weil wir unserer Versorgungsleistung sonst in 10 Jahren weder qualitativ noch quantitativ nachkommen werden können. Mit dem neuen Pflegeberufegesetz und vielen Digitalisierungsprojekten wird Veränderung angestoßen“, so Vogler weiter. Dazu Hasseler: „Wir können nicht darauf warten, dass die Pflege Teil des Systems wird. Wir müssen jetzt gemeinsam in die Entwicklung gehen und können nicht auf die Politik warten.“ Kai Florysiak resümiert die Gesprächsrunde: „Es reicht nicht, Neuerungen in der Pflege nur auszuprobieren. Pflege muss an den Anfang von Entwicklungen kommen. An unseren Versorgungseinrichtungen können Innovationslabore entstehen, um neue Produkte und Dienstleistungen aus dem Markt heraus zu forcieren und wirklich gemeinsam zu entwickeln.“

Der Verein Kommunen in der Metropolregion übergibt Autos in der Autostadt in Wolfsburg

Metropolregion, 11.11.2021. Die Stadt Wolfsburg rüstet ihren Fuhrpark auf und geht dabei mit gutem Beispiel voran: insgesamt 18 Volkswagen e-up! und vier ID.3 werden ab heute im Rahmen des Projekts Flotte electric durch den Verein Kommunen in der Metropolregion übergeben. Dennis Weilmann, neuer Oberbürgermeister der Stadt Wolfsburg, Kai-Uwe Hirschheide, Stadtbaurat und Michael Rose, Geschäftsführung des Vereins Kommunen in der Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg e.V., Michael Arndt, Vertriebsleiter Volkswagen Pkw Deutschland und die Geschäftsführung der Autostadt trafen sich zur Übergabe.

Ordentlich aufgereiht stehen die neun VW E-Fahrzeuge der Modelle e-up! und ID.3 im KundenCenter der Autostadt. Der Übergabetermin ist der erste von zweien, insgesamt erhält die Stadt Wolfsburg 22 vollelektrische Fahrzeuge für den Ausbau des innerstädtischen Fuhrparks. Von Beginn an beteiligte sich die Stadt an dem metropolregionalen Modellversuch Flotte electric, der im Rahmen des bundesweiten Schaufenster Elektromobilität entstand und bis heute erfolgreich vom Verein Kommunen, Gesellschafter der Metropolregion GmbH, weitergeführt wird. Nach vierjähriger Testphase mehrerer E-Fahrzeuge und Pedelecs durch Mitarbeitende der Stadtverwaltung sowie der Feuerwehr zum Start des Projekts in 2013, gibt es heute Nachschub. Die Aufrüstung des Fuhrparks mit elektrischen Fahrzeugen ist Teil der Wolfsburger Elektromobilitätsstrategie, die bis 2025 unter anderem verminderte Emissionen, höhere Anteile von Elektrofahrzeugen am Gesamtverkehr und im ÖPNV und die Ausschöpfung kommunaler Instrumente zur Förderung von Elektromobilität vorsieht. „Die Förderung der Elektromobilität ist eines unserer zentralen Stadtentwicklungsthemen. Im Bereich der Ladeinfrastruktur belegen wir im bundesweiten Vergleich mit anderen Städten bereits eine Spitzenposition. Als Stadtverwaltung wollen wir unseren Beitrag zu einer klimafreundlicheren Mobilität leisten und mit gutem Beispiel vorangehen. Daher haben wir für die städtische Fahrzeug-Flotte jetzt vollelektrisch betriebene e-up! und ID.3 bestellt“, unterstreicht Dennis Weilmann, Oberbürgermeister der Stadt Wolfsburg.

(v.l.n.r.): Marco Schubert (Geschäftsführung der Autostadt), Armin Maus (Geschäftsführung der Autostadt), Mandy Sobetzko (Geschäftsführung der Autostadt); Dennis Weilmann (Oberbürgermeister der Stadt Wolfsburg), Kai Uwe Hirschheide (Stadtbaurat Wolfsburg), Bianca Schmidt (Projektmanagerin Kommunen für Elektromobilität), Michael Rose (Geschäftsführer Verein Kommunen in der Metropolregion GmbH), Michael Arndt (Vertriebsleiter Volkswagen Pkw Deutschland), Matthias Seraphin (Zertifizierter Fuhrparkmanagementberater Volkswagen Automobile Hannover GmbH). Foto: Matthias Leitzke.

„Es ist ein gutes Zeichen, dass ein großer Automobilstandort wie Wolfsburg im kommunalen Fuhrpark im Rahmen der Flotte electric nun auf grüne Kilometer setzt“, freut sich Michael Rose, Geschäftsführer des Vereins Kommunen in der Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg e.V. über die Großbestellung aus Wolfsburg. Die Flotte electric ist heute eine der größten kommunalen E-Fahrzeugflotten in Europa. Mehr als 100 Kommunen und kommunale Betriebe nutzten bisher elektrische Fahrzeuge aus der Flotte electric und haben bis heute mehr als vier Millionen Kilometer zurückgelegt. „Die 18 vollelektrisch betriebenen e-up! und die zwei ID.3, die als Ersatzbeschaffungen für einen E-Golf sowie den Hybrid-Golf gedacht sind, werden in verschiedenen Geschäftsbereichen der Stadt zum Einsatz kommen sowie im allgemeinen Fahrzeugpool der Stadt den Mitarbeitern zur Verfügung stehen“, erklärt Stadtbaurat Kai-Uwe Hirschheide. Zwei weitere ID.3 gehen an die Leitstelle des Städtischen Ordnungsdienstes.

Übergeben wurden die Fahrzeuge in der Autostadt – dem weltweit größten Auslieferungszentrum für Neufahrzeuge. Armin Maus, Mandy Sobetzko und Marco Schubert, Geschäftsführung der Autostadt: „Mit der Abholung von insgesamt 22 E-Fahrzeugen setzt die Stadt Wolfsburg einen wichtigen Impuls für klimafreundliche Mobilität und Innovation. Dadurch präsentiert sie sich als eine hervorragende Botschafterin des Volkswagen Konzerns und auch unserer Autostadt. Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit – hier gilt es, gemeinsam aktiv zu werden.“ Michael Arndt, Vertriebsleiter Volkswagen Pkw Deutschland: „Wir freuen uns sehr, dass die Stadt Wolfsburg ein so deutliches Zeichen für klimafreundliche Mobilität setzt. Dadurch wird die Transformation von Volkswagen in unserer Heimatstadt besonders sichtbar: Wir sind auf dem „Way to Zero“, auf dem Weg zur emissionsfreien Mobilität. Und diese wollen wir möglichst vielen Menschen zugänglich machen. Die prominente Verknüpfung von E-Mobilität mit Wolfsburg ist nicht nur gut für die Menschen hier, sondern hat auch Strahlkraft weit über die Stadtgrenzen hinaus.“

Über die Flotte electric

Seit acht Jahren betreiben die Kommunen in der Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg eine Modellflotte mit vollelektrischen Pkw und leichten Nutzfahrzeugen für Kommunen. Auch Pedelecs, Cargo Bikes und Kleinstfahrzeuge werden den Fuhrparks von Kommunen und kommunalen Betrieben im Rahmen der Flotte electric zur Verfügung gestellt. Über Großkundenrabatte und staatliche Programme können günstige Konditionen angeboten werden. Es werden Schulungen für das Fahren emissionsarmer Fahrzeuge und weitere Unterstützung bei der Auswahl der Fahrzeuge und der Ladeinfrastruktur angeboten. Mitglieds-Kommunen und kommunale Betriebe in der Metropolregion können sich an dem Modellversuch beteiligen. Konditionen des Modellversuchs und die aktuelle Verfügbarkeit von Fahrzeugen können unter amtelectric@metropolregion.de angefordert werden. Mehr zur Flotte electric hier.

Über Volkswagen

Volkswagen beschleunigt mit seiner ACCELERATE Strategie seine Elektro-Offensive. Bis 2030 sollen mindestens 70 Prozent des Volkswagen Absatzes in Europa reine Elektroautos sein, das sind mehr als eine Million Fahrzeuge. In Nordamerika und China soll der E-Auto-Anteil mindestens 50 Prozent betragen. In den ersten neun Monaten dieses Jahres konnte Volkswagen  mit 167.800 BEV (+169%) und 86.900 PHEV (+98%) einen neuen Rekord bei den weltweiten Auslieferungszahlen für E-Fahrzeuge erzielt. Volkswagen ist Marktführer in Europa bei vollelektrischen Fahrzeugen und liegt in China und den USA voll im Plan.

Auf dem Bild v.l.n.r.: Marco Schubert (Geschäftsführung Autostadt), Michael Rose (Geschäftsführer Verein Kommunen in der Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg e.V.), Armin Maus (Geschäftsführung Autostadt), Mandy Sobetzko (Geschäftsführung Autostadt), Dennis Weilmann (Oberbürgermeister der Stadt Wolfsburg), Kai-Uwe Hirschheide (Stadtbaurat Wolfsburg) Foto: Matthias Leitzke.

 Metropolregionale Gesundheitswirtschaft trifft sich beim HealthSummit 2021 in Braunschweig

Rund 80 Akteur*innen aus der Gesundheitsbranche folgten der Einladung der Metropolregion GmbH zum HealthSummit nach Braunschweig. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Zukunft der Gesundheitswirtschaft, die in Vorträgen, zahlreichen Gesprächen sowie durch innovative Gesundheitsanwendungen vor Ort erlebbar wurde und nun im Rahmen des HealthHack bis zum 23. Januar zur zentralen Innovationstreiberin wird. Ministerpräsident Stephan Weil eröffnete den HealthSummit per Videobotschaft, HealthHack-Schirmherr Digitalisierungsstaatssekretär Stefan Muhle feierte den Startschuss des HealthHack gemeinsam mit den Partnern live im TRAFOHub.

Die Gesundheitsbranche 2031 – „amerikanischer, mobiler, diverser, häuslicher, intelligenter und grüner“, lautete die These der Keynote-Sprecherin Karen Piontek des Berliner Incubators Flying Health, die Gesundheitstrends und Zukunftsszenarien aufzeigte. Vor allem “amerikanischer” sorgte anschließend für Gesprächsstoff. Einigkeit besteht unter den Akteuren, dass die digitale Transformation eine radikale Kundenzentrierung bedeute. Gefordert seien ein entsprechendes Mindset, deutlich mehr Tempo, eine angemessene Regulierung und Kooperation, wo immer es geht. Kai Florysiak, Geschäftsführer der Metropolregion: “Der beste Weg um am Markt bestehen zu können ist, das eigene Geschäftsmodell permanent selbst in Frage zu stellen. Andere tun es sowieso.” Für Startups läge ein wesentlicher Erfolgsfaktor gleichsam genau darin, bestehende Geschäftsmodelle hungrig anzugreifen.

Unter den Titeln „smart“, „mobile“ und „health“ stellten die metropolregionalen Partner AWO Braunschweig, die Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften, das PLRI, die PTB und die Netzlink Informationsgesellschaft GmbH in ihren Vorträgen eigene Vorhaben und Projekte dar – von der digitalen Notfallnummer, über Robotik im Pflegeheim bis zur Relevanz von IT Infrastruktur für das  digitale Gesundheitswesen. Auf dem interaktiven Ideenmarktplatz präsentierten acht Einrichtungen ihre Anwendungen und Initiativen für Gesundheit und Pflege, darunter Area One, der Senior*innen Online-Shop My Hilda, die Allianz für die Region, das Living Care Lab Schaumburg, DEJ Technologie, der Johanniter Landesverband Bremen / Niedersachsen und die TU Clausthal.

Kai Florysiak zeigte sich begeistert: „Unsere Metropolregion  hat Potenziale in der Gesundheitswirtschaft, die Projekte hier zeigen das deutlich. Ich freue mich, dass hier heute eine Reihe unserer Partner dabei sind und wir das regionale Netzwerk und unsere Wettbewerbsfähigkeit weiter stärken können – und das endlich wieder in Präsenz. Einige sind jedoch auch nicht da. Wir werden sehen müssen, woran das liegt.“ Ebenfalls ein zentrales Thema der Gesundheitswirtschaft von heute und morgen: Das Management der Gesundheitsdaten. „Es ist entscheidend, dass sensible Patientendaten persönliches Eigentum sind und weder Krankenkassen noch Ärzten gehören“, so Dirk Engelmann, Leiter der TK Landesvertretung Niedersachsen im Podiumsgespräch mit Blick auf die seit diesem Jahr eingeführte elektronische Patientenakte.

Ein besonderer Programmpunkt des HealthSummit: Der prominent besetzte Startschuss des HealthHack 2021.  Digitalisierungsstaatssekretär Stefan Muhle, übernahm auch in diesem Jahr die Schirmherrschaft und lobte das Format: „Niedersachsen ist Innovationsland. Ich freue mich auf spannende Ideen, die wir in die Umsetzung bringen können. Wir brauchen neue Technologien, wir müssen kollaborieren und gemeinsam an der Gesundheit von morgen arbeiten – aus der Metropolregion für die Welt.“ Der HealthHack der Metropolregion GmbH findet seit 2018 statt und ist die zentrale Innovationsplattform für die Entwicklung von Gesundheitsinnovationen. Die online-Arbeitsphase läuft bis zum 23. Januar 2022, Interessierte können sich unter https://healthhack21.devpost.com/ anmelden.

Foto: Philipp Ziebart

Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay übernimmt Vorsitz mit Wirkung zum 07.09.2021

METROPOLREGION. Der Aufsichtsrat der Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg GmbH hat in seiner Sitzung am 07. September 2021 die turnusmäßige Berufung von Herrn Oberbürgermeister Belit Onay zum Vorsitzenden des Aufsichtsrates bestätigt. Der Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Hannover übernimmt den Vorsitz in Nachfolge des Braunschweiger Oberbürgermeisters Ulrich Markurth, dessen Amtszeit mit dem Ablauf von 2 Jahren endet und der den stellvertretenden Vorsitz übernimmt. Ferner beruft der Verein Wissenschaften in der Metropolregion drei neue Mitglieder in den Aufsichtsrat.

Die Geschäftsführung der Metropolregion GmbH unter Kai Florysiak und Michael Rose begrüßt im Namen des  18-köpfigen Aufsichtsrats der Metropolregion GmbH den Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Hannover, Belit Onay, mit Wirkung zum 07. September als Vorsitzenden und dankt dem Oberbürgermeister der Stadt Braunschweig, Ulrich Markurth, für seinen großartigen Einsatz während seiner Amtszeit. Der Vorsitz im Aufsichtsrat wird im zweijährigen Wechsel von den Oberbürgermeistern der Städte Hannover und Braunschweig ausgeübt. Markurth bekleidete den Vorsitz seit dem 1. Juni 2019 und hält nun bis zum Ende seines politischen Amts im Oktober die Position des stellvertretenden Vorsitzenden. Der Rückblick auf seine zweijährige Amtszeit fällt trotz der vielen Einschränkungen während der Pandemie positiv aus: „Die Metropolregion hat in den letzten zwei Jahren, insbesondere mit Blick auf die Corona-Pandemie, viele Herausforderungen gemeistert und ist, gerade in der Gesundheitswirtschaft, gestärkt aus der Krise hervorgegangen. Die Metropolregion bewegt und bewegen viele spannende Themen, Projekte und aktuelle Transformationen, denen ich weiterhin ein sehr gutes Gelingen wünsche.“ Ein besonderes Anliegen war es Markurth, die Metropolregion GmbH in ihren organisatorischen und finanziellen Strukturen stabil für die Zukunft aufzustellen. Ein von ihm initiierter Ausschuss konnte pünktlich zu seinem Abschied die Vorbereitungen für eine grundlegende organisatorische und strukturelle Weiterentwicklung der Metropolregion GmbH abschließen. „Wir klären jetzt die letzten offenen Fragen, damit unsere Metropolregion für die nächsten fünf Jahre auf sicherem Grund steht und sich ganz auf ihre inhaltliche Arbeit in den Themenfeldern Mobilität, Gesundheitswirtschaft und Standortmarketing konzentrieren kann“ so Markurth zufrieden.

Sein Nachfolger, Belit Onay, freut sich auf den Amtsantritt: „Es stehen jetzt die Umsetzung zahlreicher Veränderungen und die thematische Arbeit im Vordergrund, der wir als Aufsichtsrat sehr positiv entgegenblicken. Wir sind fest entschlossen in den kommenden Jahren im Themenfeld Mobilität die Nummer Eins unter den Metropolregionen in Deutschland zu werden. Dafür haben wir unter anderem mit dem Testfeld Niedersachsen und dem Mobilitätscluster in der Region Braunschweig Wolfsburg die besten Voraussetzungen. Jetzt ist Schnelligkeit gefragt“, so Onay weiter. Die großen Zukunftsthemen lassen sich laut Onay nur in starken Verbünden und Netzwerken lösen: „Unsere Metropolregion bietet dafür und für das internationale Standortmarketing eine herausragende Plattform.“

Frau Prof. Dr. May-Britt Kallenrode (Präsidentin der Universität Hildesheim und seit 30. Juni Vorsitzende des Vereins Wissenschaft), Herr Prof. Dr.-Ing. Holger Blume (Vizepräsident für Forschung und Transfer an der Leibniz Universität Hannover) und Herr Prof. Dr. rer. Nat. Joachim Schachtner (Präsident der TU Clausthal) gehören seit 01.02.2021 für die ausgeschiedenen Herren Prof. Dr. Gerd Bikker (Vizepräsident Forschung, Entwicklung & Technologie der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften), Prof. Dr. Thomas Hanschke (Beauftragter des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft, Kultur und die Hochschulzusammenarbeit Niedersachsen und China) sowie Dietmar Smyrek (Hauptberuflicher Vizepräsident TU Braunschweig) dem Aufsichtsrat an.

Die Zusammensetzung des Aufsichtsrates ergibt sich aus den Gesellschafteranteilen an der Metropolregion GmbH. Jeweils eine Person entsenden die vier namensgebenden Städte und das Land Niedersachsen. Der Verein Kommunen in der Metropolregion, der Verein Wirtschaft in der Metropolregion und der Verein Hochschulen und wissenschaftliche Einrichtungen können jeweils vier Personen in den Aufsichtsrat entsenden. Ein Sitz im obersten Kontrollgremium ist für die in der Metropolregion agierenden Industrie- und Handelskammern vorgesehen.

Pressekontakt:
Julia Widmer, Unternehmenskommunikation Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg GmbH
Herrenstr. 6, 30159 Hannover
Telefon: 0511 89858618
E-Mail: julia.widmer@metropolregion.de

Vom 11.-13. Oktober präsentieren sich metropolregionale Partner mit neuem Standkonzept

METROPOLREGION/MÜNCHEN. Unter dem gemeinsamen Dach der Metropolregion präsentieren sich die acht metropolregionalen Partner Hannover, Braunschweig, Göttingen, Wolfsburg, Hildesheim, Walsrode, Hameln und Salzgitter auf Europas wichtigster Fachmesse für Immobilien und Investitionen auf einem neuen, 492 qm großen Stand in Halle C1.

Nach der coronabedingten Absage im vergangenen Jahr, nimmt  die Metropolregion mit ihren acht Partnerstädten in diesem Jahr zum elften Mal in Folge an der EXPO REAL physisch teil. Mit einem frischen, neuen Standkonzept auf dem nun eingeschossig gebauten Gemeinschaftsstand sind darüber hinaus Ansprechpartner*innen aus Kommunen, Immobilienwirtschaft, Wirtschaftsförderungen und Wissenschaft vertreten. Durch die Corona-Pandemie wird der Messeauftritt dennoch von Hygienevorgaben bestimmt, die im Herbst eine noch größere Rolle spielen werden und die ExpoReal hoffentlich möglich machen werden.

Auch der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende der Metropolregion GmbH und Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Hannover, Belit Onay, sieht in dem gemeinsamen Auftritt in München eine große Chance: „Die neue Ausrichtung und das Konzept stehen für einen Neustart nach einem schwierigen Pandemiejahr, das uns durch die Präsenz gegenüber anderen Metropolregionen mehr Strahlkraft geben kann. Ich freue mich, dass alle Partner*innen der Metropolregion zu einem überzeugenden Auftritt zusammengefunden haben und die Stärken der Metropolregion als Investitionsregion für Immobilien gemeinsam sichtbar machen wollen.“ Auch Gerold Leppa, Geschäftsführer Braunschweig Zukunft, ist optimistisch: „Unsere treuen Partner aus der Immobilienbranche haben uns trotz der Pandemiesituation frühzeitig signalisiert, dass sie großes Interesse an einem gemeinsamen Messeauftritt haben. Wir freuen uns, dass wir mit regionalen Kompetenzen Investoren davon überzeugen können, bei uns zu investieren, denn die Metropolregion ist der wirtschaftsstärkste Raum Niedersachsens.“

Die physisch stattfindende Messe wird durch digitale Zusatzangebote ergänzt. Teile des Konferenzprogramms werden live gestreamt. Darüber hinaus wird ein digitales Matchmaking angeboten, das einen Netzwerkcharakter gerade für internationale Fachbesucher*innen auch online möglich macht.

Hintergrund: Die Metropolregion GmbH tritt seit 2010 als Projektleitung in der Organisation des Gemeinschaftsstands für die Städte und Regionen Hannover, Braunschweig, Göttingen, Wolfsburg, Hildesheim, Walsrode/Fallingbostel, Hameln und Salzgitter auf der Expo Real in München auf. Auf dem 492m² großen Messestand präsentieren sich Projektentwickler und Projektmanager, Investoren und Finanzierer, Berater und Vermittler, Architekten und Planer, Corporate Real Estate Manager und Expansionsleiter sowie die Regionen und Städte.

Pressekontakt:
Julia Widmer | Unternehmenskommunikation Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg GmbH
Herrenstr. 6, 30159 Hannover| Telefon: 0511 89858618| E-Mail: julia.widmer@metropolregion.de

Nach achteinhalb Jahren im Vorstand und sechseinhalb Jahren als Vorstandsvorsitzender des Vereins Hochschulen und wissenschaftliche Einrichtungen in der Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg verabschiedete sich Prof. Dr. Thomas Hanschke, ehemaliger Präsident der TU Clausthal und Landesbeauftragter für die Hochschulzusammenarbeit zwischen Niedersachsen und China, zum 30. Juni 2021 aus allen Gremien. Zu seiner Nachfolgerin wurde Frau Prof. Dr. May-Britt Kallenrode, neue Präsidentin der Universität Hildesheim, gewählt. Kai Florysiak, Geschäftsführer der Metropolregion GmbH, unterhielt sich mit Thomas Hanschke über die Bedeutung der Metropolregion als Wissenschaftsstandort und den Transfer in die Wirtschaft.

Kai Florysiak: Herr Prof. Hanschke, achteinhalb Jahre sind eine lange Zeit, in der Sie die Metropolregion im besten Sinne nachhaltig geprägt haben. Der Transfer aus der Wissenschaft in die Wirtschaft war Ihnen immer ein Anliegen. Was war Ihr Antrieb?

Prof. Hanschke:Ich habe die Metropolregion GmbH immer als Motor für die sogenannte Third Mission unserer Hochschulen betrachtet, d.h. für den Wissenstransfer in die Wirtschaft und die Gesellschaft. Denn in welcher Institution sonst noch sitzen die Hochschulen mit ihren Stakeholdern, der Wirtschaft, den Kommunen, den Städten und dem Land an einem Tisch? Gerne erinnere ich mich an unsere erfolgreiche Beteiligung am Bundesprogramm Schaufenster Elektromobilität. Auch wenn das Projekt schon eine Zeit zurückliegt, beweist es, dass die Institutionen der Metropolregion effizient und professionell zusammenarbeiten können und hervorragende Ergebnisse erzielen können. Unsere gemeinsamen Vorstandssitzungen mit dem Verein Wirtschaft der Metropolregion GmbH und Volker Müller, Hauptgeschäftsführer der Unternehmerverbände Niedersachsen e.V., habe ich immer als besonders  inspirierend empfunden. Einen direkteren Draht zur Wirtschaft kann man sich als Hochschule nicht wünschen.

Kai Florysiak: Sie sagen es – das Programm liegt einige Zeit zurück. Inzwischen hat sich neben der Mobilität die Gesundheitswirtschaft als mindestens gleichrangiges Thema entwickelt. Aus einem ganzen Blumenstrauß an verschiedensten Projekten ist zuletzt eine klare Fokussierung geworden – der richtige Weg aus Ihrer Sicht?

Prof. Hanschke: Um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können, müssen wir unsere Kräfte bündeln. Der Aufsichtsrat empfiehlt deshalb folgerichtig, sich zukünftig nur noch auf drei Arbeitsfelder zu fokussieren: Gesundheitswirtschaft, Mobilität und Standortmarketing. Das Thema Gesundheitswirtschaft ist gesetzt. Ein Lenkungskreis und ein Fachbeirat koordinieren die Zusammenarbeit. Das Thema Mobilität hat im Konzert mit VW zweifelsohne ganz wesentlich zur Reputation der Metropolregion beigetragen. Aber wir tun uns schwer, noch einmal an den Erfolg von 2012 anzuknüpfen. Meine Kolleginnen und Kollegen im Verein propagieren deshalb, stärker auf das Thema Energie, insbesondere Wasserstofftechnologien, zu setzen. Immerhin gehören vier der fünf Mitgliedshochschulen des Niedersächsischen Energieforschungszentrums zur Metropolregion und in Salzgitter entsteht gerade der Wasserstoff-Campus. Ich denke, es macht generell Sinn, stärker die Zukunft zu denken und von Zeit zu Zeit in neue Themen zu investieren. Und beim Standortmarketing wird u.a. mit der ExpoReal und weiteren Kommunikationsmaßnahmen die Metropolregion national und teils international präsentiert.

Kai Florysiak: Wie beurteilen Sie unsere Metropolregion als Wissenschaftsstandort? Da ist doch sicher noch Potenzial?

Prof. Hanschke: Das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) hat diese Frage kürzlich im Auftrag der Hamburger Akademie der Wissenschaften für die Metropolregion Hamburg geklärt. In die Studie eingeschlossen waren die Metropolregionen München, Rhein Main, Berlin und Kopenhagen. Der Verein hat diese Studie um die Hochschulen und Universitäten der Metropolregion ergänzt. Folgt man den Indikatoren dieser Studie, dann stellt man fest, dass unsere Metropolregion, was ihre Infrastruktur und ihr wissenschaftliches Umfeld (Anzahl Professuren, Anzahl Studierende, Anzahl Studienanfänger usw.) betrifft, hier in der oberen Liga mitspielt. Verbesserungspotenzial gibt es bei der Internationalisierung und beim sogenannten Tech Hub Index, der die Technologie-Cluster einer Region anhand ihrer räumlichen Konzentration und künftiger technologischer Wettbewerbsfähigkeit bemisst. Alles in allem kann man sagen, dass die Metropolregion für die Wissenschaft sehr gute Voraussetzungen mitbringt. Hinzu kommen ca. 51 außeruniversitäre Forschungseinrichtungen (u.a. Max Planck, Helmholtz, Leibniz und Fraunhofer) und die einzigartige niedersächsische Einrichtung VW Stiftung, die die Hochschulen massiv finanziell unterstützt. In der Pandemie hat sich gezeigt, welches Potenzial die Metropolregion auf diesem Gebiet mit dem Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI), Medizinische Hochschule Hannover, TU Braunschweig und weiteren Einrichtungen hat.

Kai Florysiak: Vor welchen besonderen Herausforderungen stehen unsere Hochschulen, gerade wenn man die weiteren Etatkürzungen in Niedersachsen betrachtet?

Prof. Hanschke: Ich denke, wir werden bald wieder gespannt auf die Universität Göttingen blicken, wenn die Deutsche Forschungsgemeinschaft die nächste Förderphase ihrer Exzellenzstrategie einläutet. In jedem Fall werden die Hochschulen daran arbeiten müssen, nach der Pandemie nicht auf eine digitale Fernhochschule reduziert zu werden, sondern sich durch geschickte und innovative Verknüpfung der digitalen und analogen Möglichkeiten in Forschung und Lehre eine nachhaltige Position als Präsenzhochschule zu erkämpfen. Die weiteren Kürzungen sind schmerzhaft und die falsche Strategie, trotz Corona, denn unsere Wissenschaft ist die wertvollste Ressource, die wir im Land haben.

Kai Florysiak: Und was fordern die Studierenden aufgrund ihrer Erfahrungen während der Pandemie?

Prof. Hanschke: Die Studierenden würden gern etwas unabhängiger von Zeit und Raum unterrichtet werden. Sie halten den konventionellen Vorlesungsbetrieb für überholt. Sie wollen kollaborativ lernen und wünschen sich dafür attraktive Lernorte und eine intensive physische Interaktion zwischen Lehrenden und Lernenden. Es geht ihnen aber nicht nur um die zeitliche, sondern auch um die inhaltliche und organisatorische Flexibilisierung des Studiums. In diesem Zusammenhang bin ich gespannt, wieviel Zeit es noch braucht, bis die Studierenden - vergleichbar zur freien Arztwahl im Gesundheitswesen - ihren Studienplan hochschulübergreifend und individuell zusammenstellen dürfen. Und wann endlich revidieren wir unser Prüfungssystem! Die Industrie hat sich schon vor mehr als 40 Jahren von der Vollkontrolle verabschiedet und ihre Produkte trotzdem kontinuierlich verbessert. Die Vielzahl und monotone Form von Prüfungen halte ich für unangemessen und nicht mehr zeitgemäß.

Kai Florysiak: Wenn wir noch einmal auf die Metropolregion schauen: Welche Aufgaben würden Sie uns ins Pflichtenheft schreiben?

Prof. Hanschke: Als Strategiemuster erfolgreicher Metropolregionen werden in der genannten Studie drei Ansätze genannt: Event-Ansatz (Veranstaltungsreihen sollen die Aufmerksamkeit der Stakeholder der Wissenschaft wecken), Cluster-Ansatz (klares Standortprofil durch Fokussierung auf Kernthemen) und Image-Ansatz (Positionierung als Wissenschaftsregion als Schwerpunkt der Marketing-Strategie). Rückblickend kann ich sagen, dass sich unsere Metropolregion stets an diesen Faktoren orientiert hat.

Kai Florysiak: Was sagen Sie zur neuen Organisationsstruktur und zum neuen Gesellschaftervertrag der Metropolregion GmbH, der ab dem 1.1.2022 gelten soll?

Prof. Hanschke: Ich begrüße, dass es ein klares Commitment für die Gesellschaft als zentrale richtungsweisende Einheit zur Koordinierung und Steuerung der metropolregionalen Zusammenarbeit gibt. Außerdem freue ich mich, dass man im Gesellschafterausschuss auch dem Vorschlag unseres Vereins gefolgt ist, den Bereich „Projektmanagement“ personell deutlich besser auszustatten. Damit werden wir bei Förderanträgen mehr Schlagkraft gewinnen, was am Ende vor allem der Wissenschaft und Wirtschaft Vorteile bringen wird. Der Gesellschafterausschuss hat in der kurzen Zeit seines Bestehens hervorragende Arbeit geleistet. Die neue Organisationsstruktur und der neue Gesellschaftervertrag werden sich noch als Meilensteine in der Entwicklung der Metropolregion GmbH erweisen!

Kai Florysiak: Was ist Ihr Resümee am Ende Ihrer Amtszeit?

Prof. Hanschke: Die Gründung der Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg GmbH ist ein sinnvoller Schritt gewesen. Natürlich sind wir alle immer wieder neu aufgefordert, uns aktiv an der Entwicklung unserer Metropolregion zu beteiligen. Die Nachbarschaft zwischen Wissenschaft und Wirtschaft fand ich immer inspirierend, wie ich auch die cross-funktionale Zusammenarbeit zwischen unseren Hochschulen als ein besonderes Charakteristikum der niedersächsischen Hochschullandschaft betrachtete. Es gilt jetzt, noch mehr daraus zu machen! Die Metropolregion ist dafür der beste Ort.

Kai Florysiak: Lieber Herr Prof. Hanschke, herzlichen Dank für die ebenso intensive, wie immer konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit in den letzten Jahren. Alles Gute für Sie.

Die neue Koordinationsstelle für Großprojekte, Grundsatz- und Umweltangelegenheiten in Garbsen hat jetzt einen Aktionsplan Nachhaltigkeit erstellt: In dem Maßnahmenkatalog finden sich Vorhaben aus den Bereichen Energie, Mobilität, Ressourceneffizienz und Öffentlichkeitsarbeit. „In den nächsten drei Jahren wollen wir viel umsetzen“, betont die Biologin Dr. Randi Diestel. Das Klimaschutzkonzept der Stadt Garbsen, das der Rat der Stadt fraktionsübergreifend verabschiedet habe, diene zusätzlich als Richtschnur. Angestrebt ist die Zusammenarbeit mit anderen städtischen Fachbereichen sowie den Bürgern und der Politik. Die Bürgerbeteiligung wird durch ein Nachhaltigkeitsforum verstärkt. Angedacht ist ein Stammtisch zu verschiedenen Vorhaben im Klima- und Umweltschutz. Die Auftaktveranstaltung des Nachhaltigkeitsforums soll digital stattfinden.
» weitere Informationen
Foto: Stadt Garbsen
(von unten links im Uhrzeigersinn) Joachim Berle, Dr. Christian Wolf, Dr. Randi Diestel und Eric Bindhak

Aufsichtsrat gibt grünes Licht für die organisatorische und finanzielle Weiterentwicklung
METROPOLREGION. Der Aufsichtsrat der Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg GmbH bestätigt in seiner Sitzung am 14. April 2021 ­die organisatorische, strukturelle und finanzielle Weiterentwicklung der Metropolregion GmbH. Auf der mit dem erfolgreichen Jahresabschluss befassten Sitzung wurde ein Bericht zu folgenden Fragen der zukünftigen Ausrich­tung vorgelegt: Fokussierung in den Themen Mobilität, Gesundheit und Standortmarketing der Metropolregion GmbH, intensivere Zusammenarbeit zwischen den Ge­sell­schaftern, angemessene personelle Ausstattung, effizientere Gremienstrukturen und eine abgesicherte fi­nanzielle Mehrjahresplanung.
Der vom Aufsichtsrat eingesetzte Gesellschafterausschuss der Metropolregion GmbH, bestehend aus Ver­treter*innen der namensgebenden Städte sowie den Vereinen der Kommunen, der Wirtschaft und der Wissenschaft sowie dem Land Niedersachsen und der Geschäfts­führung der Metropolregion, stellte auf der Aufsichtsratssitzung seine erarbeiteten Grundsätze vor, die die langfristige Erreichung der Unternehmensziele sichern sollen. Der Aufsichtsrat spricht sich für eine Abkehr von den Personalgestellungen hin zu direkter Beschäftigung bei der GmbH und ein Mindestbudget in Höhe von 880.000 EUR für Personal- und Sachkosten der GmbH aus. Der Gesellschafterausschuss soll zukünftig dauerhaft als Bindeglied zwischen den Gesellschaftern, Aufsichtsrat und Ge­schäftsführung fungieren und die metropolregionale Abstimmung erleichtern. Die Gesellschafterversammlung soll in diesem Zuge von 42 auf 8 Mitglieder verkleinert werden.
„Die Metropolregion hat sich in den letzten elf Jahren unter schwierigen Bedingungen behauptet. Sie agiert als starke Vernetzerin, wertvolle Impulsgeberin und aktive Gestalterin der metropolregionalen Teilräume. Mein Dank gilt insbesondere den engagierten Mitarbeiter*innen und der starken Geschäftsführung, die mit viel Leidenschaft und Professionalität für unsere Metropolregion arbeiten. Wir werden unseren größtmöglichen Beitrag für die Weiterentwicklung leisten, um die nächsten 10 Jahre gemeinsam erfolgreich zu sein“, so Ulrich Markurth, Oberbürgermeister der Stadt Braunschweig und Aufsichtsratsvorsitzender. Der Aufsichtsrat wird auf der Gesellschafterversamm­lung im Mai 2021 einen Zwischenbericht zu den Ergebnissen der Weiterentwicklung der Metropolregion GmbH vorlegen und be­stätigt den vorgelegten Zeitplan bis zur Vereinbarung eines neuen Gesellschaftervertrages in der zweiten Jahreshälfte. „Wir sind positiv gestimmt und nach elf erfolgreichen Jahren wieder einen echten Schritt weitergekommen. Es gilt jetzt gemeinsam an den richtigen Stellschrauben zu drehen, um die Handlungsfähigkeit und die Inno­vationskraft der Metropolregion langfristig zu sichern“, so Belit Onay, Oberbürgermeister der Landes­hauptstadt Hannover und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Metropolregion GmbH.
Pressekontakt:
Julia Widmer, Unternehmenskommunikation Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg GmbH
Herrenstr. 6, 30159 Hannover
Telefon: 0511 89858618
E-Mail: julia.widmer@metropolregion.de

chevron-down