Elektroautos klimafreundlicher als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren

Veröffentlicht: 21. Januar 2019

Metropolregion plädiert für mehr Sachlichkeit

HANNOVER, 21. Januar 2019.- In den letzten Wochen ist in der Diskussion über die Ausrichtung der Verkehrs- und Industriepolitik in Niedersachsen die Elektromobilität in die Kritik geraten. So zitiert die Hannoversche Allgemeine Zeitung am heutigen Tage den stellvertretenden Vorsitzenden der FDP-Landtagsfraktion, Jörg Bode, mit der Aussage „Der Klimaschaden, den ein Elektroauto anrichtet, ist größer als der eines Diesels“.

Vor diesem Hintergrund plädiert Raimund Nowak, Geschäftsführer der Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg, für Sachlichkeit und eine Debatte auf Grundlage von Fakten.

Klimaverträglichkeit

Raimund Nowak: In den letzten Jahren wurde in wissenschaftlichen Studien mehrfach die Klimaverträglichkeit der Fahrzeuge mit Verbrennungs- und Elektromotoren miteinander verglichen. In keiner Studie wurde ein Klimavorteil von Diesel- und Benzinfahrzeugen gegenüber Elektroautos nachgewiesen. Genau das Gegenteil ist der Fall. Elektroautos erreichen auch  bei  der Verwendung des aktuellen Strommixes und der Berücksichtigung des gesamten Lebenszyklus der Fahrzeuge und der Produktion aller Komponenten einen Klimavorteil. Dieser erhöht sich deutlich, wenn die Batterien nach dem Gebrauch im Auto einer Zweitnutzung als stationärer Speicher und später einem geordneten Recyclingsystem zugeführt wird.

Batterieproduktion mit erneuerbarer Energie

Mit der Steigerung des Anteiles erneuerbarer Energie am Fahrstrom und des Stroms für die Batterieproduktion wächst auch der Klimavorteil. Potenziell kann Elektromobilität weitgehend klimaneutral dargestellt werden. Die Klimabilanz eines Elektroautos hängt davon ab, wie es produziert wurde und wo es fährt. Wir brauchen eine Batteriezellfabrik, die den in Norddeutschland günstig zu produzierenden Windstrom nutzt und den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energie.

Engagement Metropolregion

Die Metropolregion engagiert sich für den Ausbau der Elektromobilität in ihrem Gebiet. Sie beteiligt sich seit Jahren an regionalen und überregionalen Modellprojekten und betreibt eine der größten kommunalen Elektroautoflotten Europas. Die Kommunen in der 3,8 Millionen Einwohner starken Metropolregion haben zuletzt im Juni 2018 einen ambitionierten Plan zur Förderung von Fahrzeugen beschlossen. So wollen sie ab dem Jahr 2020 nur noch Elektroautos für ihre Fuhrparks beschaffen und den Einsatz von Elektrobussen vorantreiben.

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