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KINO | Doppelprogramm Chris Marker Teil 1

2. Juni, 20:30 - 22:30

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Anlässlich des 100sten Geburtstages des französischen Filmemachers zeigt das KINO IM SPRENGEL am 02. und 03. Juni eine Auswahl an Filmen und Filmausschnitten von Chris Marker mit Einführungen von Thomas Tode (Filmhistoriker, Hamburg). 

 

LA SIXIÈME FACE DU PENTAGONE 
(Die sechste Seite des Pentagon)

„Wenn dir die fünf Seiten des Fünfecks undurchdringlich erscheinen, greife die sechste an.“ Mit diesem dem Film vorangestellten Zen-Motto beginnt Markers Bericht über den im Oktober 1967 von amerikanischen Jugendlichen gegen den Krieg in Vietnam organisierten Marsch aufs Pentagon. 100.000 Menschen nahmen an dieser ersten „direkten Aktion“ teil, die auf die Proteste an den amerikanischen Universitäten folgte. Marker sieht in dieser Aktion einen Übergang "von einer politischen Haltung zu einem politischen Verhalten" bei den amerikanischer Studenten. Er zeigt die Verbrennung von Wehrpässen am Vorabend des Marsches, die Schweigeminute für den ermordeten Che Guevara und schließlich die tatsächlichen Handgreiflichkeiten bei dieser symbolischen Aktion.

Fr 1968 O.m.engl.U. (28 Min.), DCP
R: Chris Marker, François Reichenbach

 

LETTRE DE SIBÉRIE
(Brief aus Sibirien)

Ende August 1957 unternimmt Chris Marker, begleitet von Freunden, auf Einladung der Kulturabteilung des sowjetischen Außenministeriums eine zweimonatige Filmexpedition nach Sibirien. Auch wenn Marker mit der kommunistischen Idee sympathisiert, liegt ihm die Ästhetik des Sozialistischen Realismus fern. Stattdessen heißt es: „Ich schreibe Ihnen aus einem fernen Land.“; der Satz kehrt in abgewandelter Form öfters wieder. Marker kommentiert mit Witz, Ironie und Intelligenz eigene Aufnahmen und weiteres disparates Material: einen Animationsfilm mit einem Mammut, selbst fabrizierte Werbespots, Exkurse ins Tierreich (Bären) und zu sibirischen Goldgräbern. Mit diesem Film erfindet er eine neue, vielbeachtete essayistische Filmform, als Mosaik von Eindrücken und Reflektionen, in denen auch die eigene Beobachterrolle und die Ambivalenz des Gefilmten hervortritt. Als beispielhaft gilt die Sequenz mit drei unterschiedlichen Kommentaren zu denselben, dreimal wiederholten Bildern: eine Kommunistisch-konformistische Version, eine antikommunistische und eine objektiv-poetische, die aber - wie Marker eingesteht - die Wirklichkeit nicht minder deformiert.

Fr 1958 O.m.engl.U. (62 Min.), DCP
R: Chris Marker

Details

Datum:
2. Juni
Zeit:
20:30 - 22:30
Veranstaltungskategorien:
,
Webseite:
http://www.kino-im-sprengel.de/

Veranstalter

KINO IM SPRENGEL

Veranstaltungsort

KINO IM SPRENGEL
Klaus-Müller-Kilian-Weg 1
Hannover, 30167
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