Auf den Punkt: Interview mit Michael Kiesewetter, Vorstand der nBank

Veröffentlicht: 15. Juli 2021

gesundheIT: Herr Kiesewetter, zum Thema Förderung: Welche Voraussetzungen bestehen für eine Förderung durch die nBank? Gibt es Besonderes in der Gesundheitsbranche zu beachten?

Michael Kiesewetter: Die Fördermöglichkeiten durch die NBank sind sehr breit gefächert. Spezielle Voraussetzungen für eine Branche gibt es nicht. Hervorzuheben ist, dass im Gesundheitsbereich sowohl vom Land Niedersachen als auch vom Bund Innovationsnetzwerke umfangreich gefördert werden. Hiervon partizipiert auch die Gesundheitsbranche in besonderem Maße.

gesundheIT: Zum Thema Venture: Fehlendes Risikokapital vor allem in der Wachstumsphase bremst die Entwicklung. Welche Möglichkeiten gibt es, neben staatlichen Mitteln das private Engagement signifikant in Niedersachsen zu erhöhen?

Michael Kiesewetter: Stimmt. Private Investoren halten sich in Niedersachsen anders als in anderen Bundesländern leider noch zurück. Die Dynamik könnte größer sein. Unsere Beteiligungstochter NBank Capital bietet von der Unterstützung von Einsteigern und ihren Ideen über Wachstumsfinanzierungen und der Finanzierung von Nachfolgeregelungen eine breite Produktpalette an. Private Investoren sind oftmals involviert. Gerade in der Gesundheitsbranche wurden in der letzten Zeit vielversprechende Beteiligungen umgesetzt. Angiolutions und CORAT sind hier nur zwei Beispiele.

gesundheIT: Zum Thema Beratung: Welche Erfahrungen haben Sie mit Online-Konsultationen gemacht? Wie hoch ist die Nachfrage?

Michael Kiesewetter: Onlinekonsultationen nehmen immer mehr zu. Das enorme Anwachsen in der NBank ist natürlich auch der Corona Zeit geschuldet. In normalen Jahren haben wir rund 17.000 Beratungsgespräche; im vergangenen Jahr waren es mehr als 70.000 – natürlich alle nicht in Präsenz.

gesundheIT: Zur neuen Förderperiode: Im Vorfeld wurde viel darüber gesprochen, dass der Topf kleiner wird. Ist diese Sorge berechtigt? Welche Relevanz werden die für die Metropolregion wichtigen Themen Mobilität und Gesundheit vor allem auch in Verbindung mit digitaler Transformation haben?

Michael Kiesewetter: Gott sei Dank ist es nicht so gekommen. Niedersachsen stehen in der kommenden Förderperiode mit 1.05 Milliarden Euro mehr Fördermittel zur Verfügung als in der laufenden. In dieser waren es lediglich 0.98 Milliarden Euro. Förderschwerpunkte sind der Klimawandel und die digitale Transformation. Letzterer ergibt für die Metropolregion bestimmt einiges an Anknüpfungspunkten. Zu dem eingangs genannten Betrag sind noch die Mittel zu addieren, die Niedersachsen in nächster Zeit als Ausgleich für Corona-Schäden aus Europa erhalten wird. Wichtig ist auch noch der Hinweis auf das europäische Forschungsrahmenprogramm. In diesen Programmen werden für einzelne Förderungen enorme Summen bewegt.

gesundheIT: Lassen Sie uns über Perspektiven sprechen: Unsere Entwicklungsplattform Innovative Pflege (InCa 4D) wird vom ArL L-W gefördert. Innerhalb der Plattform haben sich mehrere Projektgruppen gebildet, die für Ihre Projektideen nach Finanzierungsmöglichkeiten Ausschau halten. Welche Möglichkeiten gibt es in der neuen Förderperiode Projekte in den Bereichen e-Health und Pflege finanziell unterstützen zu lassen?

Michael Kiesewetter: Jetzt einen konkreten Vorschlag zu unterbreiten, wäre unredlich. Die Vorbereitungen für die neue Förderperiode in den zuständigen Stellen in Brüssel und Hannover sind in der entscheidenden Phase. Sie können mich aber als Mitglied in Ihren Gremien immer gerne ansprechen, wenn Sie sich mit dem Thema Förderung auseinandersetzen. Ein guter Ratschlag ist es auch, einen engen Draht zu unserer Beratung aufzubauen. Die sind exzellent in der Umsetzung von Förderwünschen und dem Ausloten dafür geeigneter Fördervarianten.

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