Es ist wieder soweit - die Schulkinowochen rücken näher!
Vom 05. - 18.03. 2026 haben Schülerinnen und Schüler in ganz Niedersachsen die Möglichkeit, zahlreiche Filme anzusehen. Auch einige französischsprachige Filme stehen auf dem Programm. Von Schicksalen aus Pariser Banlieues und Jugendliebe auf dem Land bis hin zur Selbstfindung im Süden wird ein breites Themenfeld abgedeckt - genauere Informationen hier:
Die Filme werden in zahlreichen Kinos in ganz Niedersachsen gezeigt:
Kinos 2026 | Schulkinowochen Niedersachsen
Eine Killerin, ein tödlicher Auftrag, ein Netz aus Verrat und Intrigen. Christoph Hochhäuslers atmosphärischer Gangsterfilm, der als La Mort Viendra 2024 beim Locarno Film Festival seine Weltpremiere feierte, entführt in die düsteren Gassen Brüssels. In der Tradition von Jean-Pierre Melville erzählt der Film die Geschichte der Auftragsmörderin Tez, die im Auftrag des berüchtigten Gangsters Charles Mahr einen riskanten Racheplan umsetzt – bis sie selbst zur Gejagten wird. Düster, stilvoll und begleitet von einer klirrend-kalten Filmmusik, beleuchtet der Film eine Welt voller Machtspiele, Intrigen und Verrat. Ein Meisterwerk, das die Faszination des klassischen Gangsterkinos mit moderner Eleganz neu aufleben lässt.
Tez ist Auftragskillerin, doch dieser Job fordert mehr als nur ihre tödliche Präzision. Als Charles Mahr, ein legendärer Gangster, sie engagiert, den Mord an einem seiner Kuriere zu rächen, gerät Tez in ein Netz aus Verrat und Machtspielen. Sie verfolgt eine Spur, die zu einem Komplott zwischen Mahrs ehrgeizigem Rivalen De Boer und seinem engen Vertrauten Zinedine führt. Doch der Auftrag nimmt eine unerwartete Wendung, und Tez muss entscheiden, für wen sie am Ende wirklich arbeitet.
Dank des bundesweiten Startes am 12. März wird der Film im Rahmen einer Kinotour an folgenden Tagen im Kino am Künstlerhaus gezeigt:
am Freitag, den 27.03., Sonntag, dem 29.03., am Samstag, dem 04.04. und am Mittwoch, den 08.04.
(genauere Uhrzeiten folgen)
Regie: Christoph Hochhäusler
mit: Sophie Verbeeck, Louis-Do de Lencquesaing, Marc Limpach, Mourade Zeguendi.
Deutschland, Belgien, Luxemburg 2024, OmU (101 Min.)
SANS SOLEIL (1981) ist ein Reisebericht, ein Strudel von Bildern, Gedanken und assoziativen Sprüngen. Der Kameramann Sandor Krasna (ein Pseudonym Chris Markers) schreibt aus Afrika und Japan an eine Frau, die die Briefe nun liest und kommentiert. Sie erzeugen bei ihr neue Bilder, Assoziationen und Erinnerungen. Dabei geht es auch um das Nicht-Verstehen, das Marker nicht als Kapitulation auffasst, sondern das für ihn eine Bereicherung darstellt.
SANS SOLEIL gilt in Chris Markers essayistischem Werk als Höhepunkt. Der Film ist ein Beispiel für die unbegrenzten Möglichkeiten filmischen Erzählens, aber auch für die Grenzen unseres Verstehens. Ihn nur einmal zu sehen - so sind sich alle einig, die über den Film geschrieben haben -, reicht nicht aus, ihn zu verstehen. Doch die assoziative Bilderflut von SANS SOLEIL erweist sich letztlich als ein Bildkatalog des 20. Jahrhunderts: das Ende des Kolonialismus in Afrika, Kriege und atomare Bedrohung, und der Anbruch des digitalen Zeitalters, ausgerechnet im einst so traditionellen Japan.
Regie: Chris Marker
Frankreich 1981, OmU (104 Min.)
Die Filmreihe Essayfilme wird gefördert vom Kulturbüro der Stadt Hannover.
Der französische Spielfilm L’Histoire de Souleymane (2024) von Boris Lojkine erzählt eine Woche bzw. zwei Tage im Leben von Souleymane, einem jungen Migranten aus Guinea, der in Paris um sein Überleben und eine Zukunft kämpft.
Souleymane ist aus Guinea nach Frankreich gekommen mit der Hoffnung auf ein besseres Leben. In Paris arbeitet er als Fahrradkurier („Bike-Delivery“) durch die Straßen der französischen Hauptstadt – schnell, oft ohne genügend Schutz oder Rechte. Parallel zu seinem Job muss er einen wichtigen Termin wahrnehmen: Ein Anhörungstermin bei der zuständigen Behörde für Asylverfahren steht bevor und wird über seine Zukunft entscheiden. Er hat keinen regulären Aufenthaltsstatus („sans papiers“) und keine sicheren Papiere. Deshalb gerät er in prekäre Abhängigkeiten: Er nutzt das Konto eines anderen als Kurier, er übernimmt eine Geschichte, die ihm nicht ganz gehört – eine vorgeschriebene Erzählung, damit sein Asylverfahren Erfolg haben könnte.
Der Film zeigt, wie Souleymane nicht nur gegen äußere Strukturen kämpft – wie Ausbeutung in der Gig-Economy, kaum Schlafplätze, permanenter Druck – sondern auch innerlich ringt: mit Würde, Wahrheit, Identität und dem Wunsch nach einem Leben in Sicherheit. Letztlich spitzt sich alles auf diesen Anhörungstermin zu: Er muss mit einer Geschichte antreten, die nicht seine ist, um bleiben zu dürfen – doch im Inneren überlegt er, ob er diese fremde Geschichte wirklich leben will.
Regie: Boris Lojkine
Mit: Abou Sangaré, Nina Meurisse, Emmanuel Yovanie, Younoussa Diallo
Frankreich 2025, OmU (93 Min.)
Niki de Saint Phalle († 2002) wurde mit ihren Nana-Skulpturen weltberühmt, als jene Künstlerin, die mit Messern und Gewehren Gemälde beschoss. Doch ihre Lebensgeschichte steckt voller Abgründe.
Um 1950 lässt die junge Niki alles hinter sich und zieht mit ihrem Mann und ihrer Tochter nach Frankreich. Als Modell und Schauspielerin träumt Niki von einem größeren Leben in Paris, aber die Dämonen ihrer Kindheit trägt sie stets mit sich. Irgendwann bricht Niki zusammen und wird Zeit in einer Psychiatrie verbringen. Ein starker Wille und kreative Urgewalt lassen sie ausbrechen und eine neue Sprache der Kunst erfinden, die von Gewalt, Hoffnung und Weiblichkeit erzählt. Sie erschuf Nanas in allen Formen und Farben, die „Huren“ der Gegenwart, in die das Publikum ein- und ausgehen konnte. Ihre Kunst wird zu ihrer Waffe – poetisch, schöpferisch und zielsicher, bis an die Grenzen der etablierten Kunstwelt...
Bis zum 14. Februar zeigt das Sprengel Museum in Hannover noch die Austellung "NIKI. KUSAMA. MURAKAMI. LOVE YOU FOR INFINITY", welche erstmals die Werke von Niki de Saint Phalle, Yayoi Kusama und Takashi Murakami in einer gemeinsamen Ausstellung zusammen bringt. Anlass der Ausstellung war der 25. Jahrestag der großzügigen Schenkung von über 400 Werken durch Niki de Saint Phalle.
Regie: Céline Sallette
Mit: Charlotte Le Bon, John Robinson (IV), Damien Bonnard
Frankreich/Belgien 2025, 98 Min, FSK 12
Lemmy Caution, extraterrestrischer Geheimagent, erreicht die Großstadt Alphaville, die vom Supercomputer Alpha60 diktatorisch regiert wird. Er erlaubt keine Emotionen, keine Poesie - nichts, das von der kalten, wissenschaftlichen Logik abweicht. Lemmy Caution hat die Mission, den Erschaffer des Supercomputers zu töten und die Stadt aus dessen Herrschaft zu befreien. Dann aber macht er Bekanntschaft mit Natacha, der linientreuen Tochter des Programmierers von Alpha60, und verliebt sich in sie. Natacha allerdings, weiß mit der Liebe nichts anzufangen.
Jean-Luc Godards Sci-Fi-Dystopie von 1965 besticht durch die Atmosphäre eines Film Noir und verteidigt zugleich die allzu menschlichen Gefühle gegen kalte Rationalität.
Mit filmphilosophischer Einführung durch Walter Benjamin.
Regie: Jean-Luc Godard
Mit: Eddie Constantine, Anna Karina, Akim Tamiroff
Frankreich 1965, OmU (105 Min), FSK 16
Wenige Tage vor Weihnachten in Clermont-Ferrad. Der junge katholische Ingenieur Jean-Louis bemerkt beim Besuch eines Gottesdienstes die schöne junge Frau Françoise und beschließt, dass sie seine Frau werden soll. Diese Überzeugung wird herausgefordert, als ihn ein weihnächtlicher Schneefall an der Heimfahrt hindert und er stattdessen eine Nacht und den darauffolgenden Tag mit der attraktiven Ärztin Maud verbringt.
Die Versuchung von Jean-Louis seinen Vorstellungen von Moral und Liebe untreu zu werden, folgt einer Auseinandersetzung mit Moral und Ethik in den Beziehungen der Menschen.
Der französische Filmklassiker der Nouvelle Vague wird kuratiert und moderiert von Fia Junge und Nicho Hänsel.
Regie: Éric Rohmer
Mit: Jean-Louis Trintignant, Françoise Fabian, Marie-Christine Barrault
Frankreich 1969, OmU (110 Min), FSK 0
Der Rebell und Gauner Michel Poiccard ist in einer gestohlenen Luxuslimousine auf dem Weg nach Paris, als er in eine Geschwindigkeitskontrolle gerät. Ein Polizist stellt ihn und wird von Michel kaltblütig erschossen. Auf der Flucht vor dem Gesetz taucht er bei Patricia, einer Zeitungsverkäuferin, die Journalistin werden will, unter. Er versucht Geld für die gemeinsame Flucht nach Italien zu beschaffen - doch der Kreis der Polizei wird immer enger.
Der erste Langfilm von Jean-Luc Godard, der als Klassiker des französischen Kinos und der Nouvelle Vague gilt, entstand nach einem von Godard umgeschriebenen Drehbuch von François Truffaut, das auf einem Zeitungsbericht über einen Polizistenmord basierte.
Der Film wird eingeführt durch Kathleen Loock, Professorin für American Studies und Medienwissenschaften, mit einer anschließenden Vorführung des amerikanischen Remakes "Atemlos" von 1983 um 20:15 Uhr.
Regie: Jean-Luc Godard
Mit: Jean Seberg, Jean-Paul Belmondo, Daniel Boulanger
Frankreich 1960, OmU (87 Min), FSK 16
Der Filmklassiker "À bout de souffle" (dt. Außer Atem) von Jean-Luc Godard gehört zweifellos zu den großen Filmen der französischen Kinobewegung Nouvelle Vague, der 1950er und 1960er Jahren. Doch was ist die Geschichte dahinter?
Die exklusive Vorpremiere des Films "Nouvelle Vague" von Richard Linklater wirft einen Blick auf die Dreharbeiten von Godards bahnbrechendem Krimidrama – mit viel Liebe zum Detail, zahlreichen Verweisen und Humor. Der Clou an der Sache: Der Film wurde im Stil seines Vorbilds gedreht, in Schwarz-Weiß und im Format 1:1,37.
Das Filmvorbild "À bout de souffle" wird vorab um 18 Uhr im Kino im Künstlerhaus gezeigt!
Eine Reservierung von Tickets ist möglich per E-Mail an kokikasse@hannover-stadt.de oder telefonisch unter +49 511 168 455 22
Regie: Richard Linklater
Mit: Guillaume Marbeck, Zoey Deutch, Aubry Dullin
Frankreich 2025, OmU (106 Min.), FSK 12
Die Nouvelle Vague (dt. Neue Welle) bezeichnet eine einflussreiche Bewegung des französischen Kinos, angefangen im Jahr 1918 mit einer späteren Fortsetzung in den 1950er bis 1960er Jahren, dessen Charakteristiken bis heute noch auch das moderne Kino prägen.
Vom 16. bis 31. Januar widmet sich das Kommunale Kino im Künstlerhaus in Hannover wiederholt den Filmen dieser Filmbewegung. Gezeigt werden diverse Filmklassiker u.a. von Jean-Luc Godard, der das französische Kino durch seine Filme geprägt hat, in ihrer französischen Originalfassung.
Folgende Filme befinden sich unter dem Programm:
Die vollständige Synopsis der Filme und weiter Filmdetails stehen in dem Programm des KOKI.
Reservierung von Tickets ist möglich per E-Mail an kokikasse@hannover-stadt.de oder telefonisch unter +49 511 168 455 22