Barberie Bichette, von ihren Freund:innen auch Barbie genannt, war vielleicht schön, vielleicht geliebt, vielleicht eine gute Mutter. Doch sie sieht all das nicht mehr und ist mit neuen Herausforderungen konfrontiert, als sie 55 Jahre alt wird. Sie gerät in eine Welt voller Dunkelheit, Gewalt und Absurdität, während sie mit ihrer Identität, ihren Beziehungen und den Problemen des Lebens kämpft.

Barberie ist Mitte 50 – und sie hat alles, was langläufig zu einem angenehmen Leben gehört: genug Geld, einen sicheren Job in einer Werbeagentur, einen erwachsenen Sohn und eine zickige 17-jährige Tochter. Aber Barberie ist eine Vielleicht-Frau, unsicher in allem, was sie tut, und unglücklich, weil sie immer noch nicht weiß, wer sie ist und was das Ganze überhaupt soll.

Ihr Leben lang hat sie funktioniert, hat sich für die Kinder aufgeopfert, vermutlich auch für ihren Ex-Mann. Sie hat getan, was nötig war, aber nie das, wozu sie Lust hatte. Und dabei hat sie den Spaß am Leben verlernt. Nun möchte sie ihre Memoiren schreiben, kommt damit aber nicht voran. Also verabredet sie sich mit Männern, und auch dabei hapert es. Stattdessen lässt sie sich von ihrer besten Freundin zutexten, die sie lieber anschwindelt, statt ehrlich über ihre Probleme zu reden, nur um endlich ihre Ruhe zu haben. Denn in Wahrheit hat Barberie viele Probleme.

Regie: Sophie Fillières
mit: Agnès Jaoui, Angelina Woreth, Édouard Sulpice

Frankreich 2024, Omu (102 Min.)

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Die französisch-senegalesische Tänzerin und Choreografin Germaine Acogny, geboren im Jahr 1944 in Benin, gilt als „Mutter des afrikanischen zeitgenössischen Tanzes“. Die Regisseurin Greta-Marie Becker porträtiert die Künstlerin in ihrem Werk Germaine Acogny – l'essence de la danse und zeigt dabei die unermüdliche Energie, mit der Acogny tanzt, performt und unterrichtet. Becker verbindet aktuelle Interviews und Aufnahmen mit Archivmaterial. So sieht man Acogny beispielsweise in jüngeren Jahren, aber auch dann, als sie andere Tänzer:innen mit ihrer entschlossenen Art als Lehrerin motiviert und antreibt.

Acognys Karriere begann, als der Dichter und Staatsmann Léopold Sédar Senghor den Senegal zu einem Zentrum für zeitgenössische Kunst in Afrika machen wollte. Als erster Präsident nach der Unabhängigkeit des Landes (1960) gründete er 1977 gemeinsam mit dem französischen Star-Choreografen Maurice Béjart das Nationale Tanzinstitut Mudra Afrique. Mit Anfang 30 wurde Germaine Acogny die erste künstlerische Leiterin des wegweisenden Tanzinstituts. Die Zuschauenden erhalten kurze Blicke in einstige Proben oder Aufführungen und einen Eindruck von Acognys Kampfbereitschaft: „Beim Tanzen sollte man nicht deinen Körper sehen, sondern deine Seele“, sagt sie an einer Stelle. Bei ihren Performances kommt zur Bewegungskunst zuweilen das gesprochene Wort in Form von klaren politischen Statements hinzu. Ganz nebenbei schildert Becker in ihrem Film eine zauberhafte Liebesgeschichte mit Acognys Ehemann Helmut Vogt, mit dem Acogny die École des Sables gründet, das Internationale Zentrum für traditionelle und zeitgenössische afrikanische Tänze im Senegal.

Germaine Acogny ist eine Ikone. Doch sie ruht sich nicht auf diesem Status aus, sondern interagiert voller Elan mit dem Nachwuchs und will nach wie vor erfahren, was die jungen Talente bewegt und berührt – dieses Werk ist eine Hommage an sie und ihre Willenskraft.

Der Film wird im Rahmen einer Kinotour und in Kooperation mit der Ballettgesellschaft Hannover gezeigt – auch Tänzerin Germaine selbst wird anwesend sein! Die Vorstellungen finden am Samstag, 30. Mai, am Vormittag und am Sonntag, 31. Mai, um 11 Uhr sowie am Samstag, 06. Juni, und Sonntag, 07. Juni, am Vormittag statt.

 

Regie: Greta-Marie Becker
Deutschland, Frankreich, Senegal 2026, franz. Omu (89 Min.)

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Antoine Toussaint ist ein gefeierter Chansonnier und notorischer Eigenbrötler. Nach einem Zusammenbruch auf der Bühne fürchtet er, seinen geliebten Beruf nicht mehr ausüben zu können, und nimmt den Zug nach Genf, um seinem Dasein ein Ende zu bereiten. Die Reise verläuft jedoch alles andere als planmäßig, denn in seinem Abteil sitzt die quirlige Victoire, frisch aus dem Knast und glühender Fan des Sängers. Antoine will sie schnellstens wieder loswerden, doch Victoire lässt sich schwer abwimmeln und bringt – ohne es zu ahnen – seine Pläne ins Wanken. Zu Antoines Überraschung wächst ihm die lebensbejahende Nervensäge langsam ans Herz.

Regie: Jean-Pierre Améris
mit: Gérard Darmon, Valérie Lemercier, Patrick Timsit

Frankreich 2025, Omu (90 Min.), FSK: 6 J.

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Lilian (Jodie Foster), eine Psychiaterin, die von New York nach Paris kam, verliert nach dem Selbstmord einer Patientin nicht nur den Halt in ihrem Beruf, sondern auch in ihrem psychischen Leben. Was wusste sie nach jahrelanger Therapie überhaupt über diese Frau? Lilian versucht, der Ursache des Suizids näher auf den Grund zu gehen und tritt auf erschreckende Abgründe. Mithilfe ihrer eigenen Hypnose taucht sie in die Welt der verstorbenen Frau ein, die stark mit ihrem eigenen Leben verbunden zu sein scheint.

Regie: Rebecca Zlotowski
Mit: Jodie Foster, Virginie Efira, Mathieu Amalric, Daniel Auteuil, Vincent Lacoste
Frankreich 2025, OmU (101 Min.), FSK: 12 J.

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Marianne ist die reichste Frau der Welt. Pierre-Alain ist ein Dandy, Schriftsteller und Fotograf in Paris. Die Beiden kreuzen sich bei einem Fotoshooting  und werden unzertrennlich. Ihre liebevolle Freundschaft überrascht, amüsiert, fasziniert, sorgt für Gesprächsstoff und verunsichert schließlich das Umfeld und die Familie der Milliardärin. Vor allem Mariannes Tochter hat Schwierigkeiten mit der plötzlichen Vertrautheit ihrer Mutter mit diesem jüngeren Mann, der von Geld scheinbar nicht genug bekommen kann. Wie aufrichtig ist er demnach?

Eine grandiose wie doppelbödige Satire über die Macht des Geldes und den verführerischen Glauben an eine Familie, die ihr widerstehen könnte.

Regie: Thierry Klifa
mit: Isabelle Huppert, Laurent Lafitten, Marina Foïs, Raphaël Personnaz
Frankreich, Belgien 2025, OmU (121 Min.), FSK: 12 J.

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Die Entstehungsgeschichte von Jean-Luc Godards Kultfilm "Außer Atem" aus dem Jahr 1960 mit Jean-Paul Belmondo und Jean Seberg, der als Klassiker des französischen Kinos und der Nouvelle Vague gilt.
Der Film ist angefüllt mit Bonmots, Zitaten und berauschenden Momenten und ist eine regelrechte Hommage an den französischen Klassiker.

Im Zentrum steht der junge Jean-Luc Godard (Guillaume Marbeck), der 1959 mit wenig Geld und viel Trotz ein Projekt realisiert, das das Kino revolutionieren soll. Der Regisseur Linklater zeichnet kein glorifizierendes Porträt, sondern zeigt eine widersprüchliche Figur: intellektuell überhöht, impulsiv und zugleich getrieben von künstlerischem Zweifel. "Nouvelle Vague" blickt hinter die Fassade des Genies und macht die kreative Reibung spürbar - voller Unsicherheiten, Spannungen und Kompromisse. Besonders in den Szenen zwischen Godard und Jean Seberg (Zoey Deutch) findet der Film aber auch zu stillen Momenten emotionaler Wahrheit.

Statt auf eine chronologische Erzählung setzt der Film auf fragmentarische Kapitel, durchzogen von Wechseln zwischen Realität und Rekonstruktion. Linklater spielt mit Inszenierung und Authentizität. Er bleibt im ständigen Dialog mit der Filmgeschichte, macht aber auch bewusst, dass er hier nur eine Perspektive auf diese zeigt. Ein Balanceakt, der zum Konzept des Films wird.

Regie: Richard Linklater

mit: Guillaume Marbeck, Zoey Deutch, Aubry Dullin, Adrien Rouyard, Antoine Besson, Jodie Ruth-Forest, Bruno Dreyfürst, Benjamin Clery.

Frankreich 2025 (107 Min.), OmU, FSK ab 12J.

Der französische Spielfilm L’Histoire de Souleymane (2024) von Boris Lojkine erzählt eine Woche bzw. zwei Tage im Leben von Souleymane, einem jungen Migranten aus Guinea, der in Paris um sein Überleben und eine Zukunft kämpft.

Souleymane ist aus Guinea nach Frankreich gekommen mit der Hoffnung auf ein besseres Leben. In Paris arbeitet er als Fahrradkurier („Bike-Delivery“) durch die Straßen der französischen Hauptstadt – schnell, oft ohne genügend Schutz oder Rechte. Parallel zu seinem Job muss er einen wichtigen Termin wahrnehmen: Ein Anhörungstermin bei der zuständigen Behörde für Asylverfahren steht bevor und wird über seine Zukunft entscheiden. Er hat keinen regulären Aufenthaltsstatus („sans papiers“) und keine sicheren Papiere. Deshalb gerät er in prekäre Abhängigkeiten: Er nutzt das Konto eines anderen als Kurier, er übernimmt eine Geschichte, die ihm nicht ganz gehört – eine vorgeschriebene Erzählung, damit sein Asylverfahren Erfolg haben könnte.

Der Film zeigt, wie Souleymane nicht nur gegen äußere Strukturen kämpft – wie Ausbeutung in der Gig-Economy, kaum Schlafplätze, permanenter Druck – sondern auch innerlich ringt: mit Würde, Wahrheit, Identität und dem Wunsch nach einem Leben in Sicherheit. Letztlich spitzt sich alles auf diesen Anhörungstermin zu: Er muss mit einer Geschichte antreten, die nicht seine ist, um bleiben zu dürfen – doch im Inneren überlegt er, ob er diese fremde Geschichte wirklich leben will.

Regie: Boris Lojkine

Mit: Abou Sangaré, Nina Meurisse, Emmanuel Yovanie, Younoussa Diallo

Frankreich 2025, OmU (93 Min.)

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Algerien, 1938. Der junge Franzose Meursault lebt mit einer offensichtlichen Gleichgültigkeit zum Leben, der Gesellschaft und der Liebe. Ohne die geringste Gefühlsregung beerdigt er seine Mutter und beginnt am nächsten Tag eine Affäre mit seiner Bürokollegin. Doch sein Nachbar stört seinen eingespielten Alltag und eine impulsive Handlung von Meursault endet schließlich tödlich.

Die Neuverfilmung von Albert Camus’ Klassiker „Der Fremde“ (1942) eröffnet einen modernen Zugang zu einem der wichtigsten Werke der französischen Literatur und Philosophie. Regisseur François Ozon verleiht dem Stoff mit seiner künstlerischen Handschrift eine zeitlose Aktualität und lädt dazu ein, über die großen Fragen der menschlichen Existenz nachzudenken: Was ist der Sinn des Lebens? Was bedeutet Freiheit?

Regie: François Ozon

Mit: Benjamin Voisin, Rebecca Marder, Pierre Lottin, Denis Lavant, Swann Arlaud

Frankreich 2025, OmU (120 Min.), FSK: 12 J. 

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Eine Komödie mit spritzigen Dialogen, kuriosen Figuren und viel Situationskomik, aber auch großen Emotionen und tragischen Untertönen – so reich eben wie das Leben.

Die 80-jährige Marie hat die Nase voll von ihrer Krankheit: Sie will in die Schweiz fahren, um sich das Leben zu nehmen. Aber als sie dies ihrem Sohn Bruno und ihrer Enkelin Anna mitteilen will, gerät sie in Panik und erfindet stattdessen eine große Lüge. Unter dem Vorwand einer mysteriösen Erbschaft, die sie in der Schweiz abholen soll, schlägt sie ihnen einen gemeinsamen Ausflug vor. Hinter dem Steuer des alten Wohnmobils der Familie sitzt ihrem unfreiwilligen Komplize, der Pfleger Rudy, und es beginnt eine unerwartete Reise.

Regie: Enya Baroux

Mit: Hélene Vincent, Pierre Lottin, Juliette Casquet

Frankreich 2025, OmU (97 Min.), FSK: 12 J. 

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Es gibt nichts Schöneres als ein Geschenk, das von Herzen kommt – oder doch nichts Schrecklicheres?

Das findet zumindest Charlotte, deren Liebsten keine Gelegenheit auslassen, sie mit peinlichen Geschenken an ihr frustrierendes Liebesleben zu erinnern. Von immer gleicher Bettwäsche über Dildos in jeder erdenklichen Form bis hin zum zugegebenermaßen ziemlich gut aussehenden Stripper. Letzterer wird kurzerhand zur nächsten Familienfeier mitgeschleppt, um das Image des ewigen Singles ein für alle Mal zu beenden. Dumm nur, dass Charlottes Geschwister ihre eigenen Überraschungen im Gepäck haben.

Ein Film wie gemacht für alle Geschenkneurotiker, Last-Minute-Shopper, Ewig-Enttäuschten und Verpackungskünstler. Herzerwärmend, schwarzhumorig und unterhaltsam.

Regie: Raphaële Moussafir, Christophe Offenstein
Mit: Chantal Lauby, Gérard Darmon, Camille Lellouche, Max Boublil

Frankreich 2024, OmU (94 Min.), FSK: 6 J.

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