Sie wurde kürzlich von Prof. Karl Lauterbach in die Regierungskommission für eine moderne und bedarfsgerechte Krankenhausversorgung berufen. Seit der letzten Krankenhaus-Strukturreform im Jahr 2002 haben sich viele Themen angestaut. Die Coronapandemie scheint den Blick auf notwendige Strukturen ebenfalls verändert zu haben. Wir durften mit Frau Prof. Martina Hasseler reden.

GesundheIT: Krankenhausversorgung, Facharztversorgung, Landarztquote - müssten wir nicht eigentlich von medizinischer Versorgung sprechen und folglich vernetzter denken?

Hasseler: Unser Problem in Deutschland ist, dass wir Gesundheitsversorgung nur ärztlich und in ICD-Krankheitsdiagnosen denken. Es wird vergessen, dass sogar für das Erstellen von Krankheitsdiagnosen wie auch das Umsetzen einer Therapie mehrere Gesundheitsberufe erforderlich sind. Wir gehen in Deutschland viel zu sehr von einer einzigen Berufsgruppen aus und vergessen dabei, dass eine bedarfsangemessene Gesundheitsversorgung nur interdisziplinär erfolgen kann. Eine Krankheitsdiagnose sagt erst mal wenig darüber aus, dass ein Mensch in gesundheitlicher und pflegerischer Versorgung braucht. Dafür brauchen wir ein Umdenken in Deutschland: es benötigt viele gut ausgebildete Gesundheitsberufe, die nur gemeinsame eine gute Gesundheitsversorgung erreichen können. Es geht also weniger um medizinische Versorgung als mehr um eine interdisziplinäre bedarfsangemessene Gesundheitsversorgung.

GesundheIT: Welche unterschiedlichen Herausforderungen sehen Sie in der Krankenhausversorgung und wie würden Sie priorisieren?

Hasseler: Die Regierungskommission hat letzte Woche ihre Arbeit begonnen. Aber sicherlich werden die Fragen der Finanzierung der Krankenhausleistungen, Abbau oder Nicht-Abbau von Krankenhäusern, regionale Krankenhausversorgung und weitere Themen mehr auf uns zukommen. Da ich die einzige Pflegewissenschaftlerin in der Regierungskommission bin, die auch die Praxis wie auch die Studienlagen aus anderen Ländern zum Mehrwert professioneller Pflege gut kennt, werde ich die Relevanz gut ausgebildeter Pflegeberufe, die in ausreichender Anzahl auch in Kliniken beschäftigt sein müssen, verdeutlichen. Bislang werden gut qualifizierte Pflegeberufe in Deutschland als Luxus betrachtet. Dabei zeigen Studienlagen aus dem internationalen Raum, dass gut qualifizierte Pflegeberufen einen hohen Mehrwert für Patienten*innen wie für Krankenhäuser haben. Ich werde auch verdeutlichen müssen, welcher Schaden der Pflegefachpersonalmangel auf allen Ebenen anrichtet, dass dieser nicht durch Pflegehelfer*innen in Krankenhäusern ausgeglichen werden kann.  Leider hat die Einführung des DRG-Systems zur Finanzierung der Krankenhäuser dazu geführt, dass auch hier vergessen wurde, dass eine gute Krankenhausversorgung nur interdisziplinär erfolgen kann. Des Weiteren werde ich versuchen darzustellen, dass bisher auch die Gesundheitsökonomie viel zu linear und eindimensional über die Finanzierung von Krankenhäusern nachdenkt und die Relevanz anderer Berufe nicht integriert.

GesundheIT: Was genau ist unter Deprofessionalisierung der Pflegeberufe zu verstehen? Was können wir von unseren europäischen Nachbarn lernen?

Hasseler: Wir müssen erst mal festhalten: die deutsche Pflegeausbildung ist zwei Stufen unter dem formalen Qualifikationsniveau europäischer Pflegequalifikationsabschlüsse. Während wir es in Deutschland mit dem Pflegeberufegesetz nicht geschafft haben, die deutsche Pflegeausbildung mit der europäischen Pflegeausbildung wirklich gleichzusetzen, entwickeln sich in Europa die Pflegeausbildungen weiter fort. In allen Ländern der EU studieren Pflegeberufe und erlangen mit dem Bachelorabschluss ihre Berechtigung als registrierte Pflegefachperson arbeiten zu dürfen. Deutschland ist in der EU dafür bekannt, noch eine veraltete Pflegeberufeausbildung an Pflegeschulen durchzuführen. Die Deprofessionalisierung der Pflegeberufe ist eine starke Entfachlichung der Pflegeberufe. Sie wird in Deutschland reduziert auf Verrichtungen und erkennt den therapeutischen, präventiven, gesundheitsförderlichen, rehabilitativen Mehrwert der Pflegefachberufe nicht an. Pflegeberufe, die auf akademischen Niveau qualifiziert und in ausreichender Anzahl in den Krankenhäusern arbeiten (Pflepgersonal-Patientenschlüssel) haben das Potenzial, Komplikations- und Sterberaten von Patienten*innen zu reduzieren und Kosten zu sparen. Da wir, wie oben dargestellt, immer noch überwiegen Pflegeausbildungen an Pflegeschulen anbieten, und auch keine Selbstverwaltung der Pflegeberufe und die Finanzierung der Leistungen der Pflegefachberufe nicht in den Sozialgesetzbüchern abgesichert haben, ist die deutsche Pflege bzw. sind die deutschen Pflegeberufe in den letzten 20 bis 30 Jahren deprofessionalisiert worden. Gerade bezogen auf die formalen Qualifikationsniveaus können wir in Deutschland nicht mehr mit der EU und der Welt mithalten. Aber weil es auch kein Leistungsrecht gibt, dass die Fachpflege finanziert, hat professionelle Pflege auch keinen Platz in unserem Gesundheitssystem.

GesundheIT: Kürzlich wurde eine Digitalisierungsstrategie für das deutsche Gesundheitswesen angekündigt. Neu sind solche Vorhaben nicht.  Wo sehen Sie das Potential für digitale Lösungen in der pflegerischen Versorgung im Krankenhaus und welche Hürden sind abzuräumen?

Hasseler: Das Problem ist, da unsere Entscheidungsträger in unserem System zumeist von einem sehr simplen Verständnis pflegerischer Versorgung ausgehen, dass die Pflegewissenschaft und die Pflegefachlichkeit in der Entwicklung der Digitalisierung im Gesundheitswesen in ihren professionellen Prozessen und Leistungen nicht mitgedacht werden. Wie in den Antworten zu Frage 1 bereits ausgeführt, gehen wir Deutschland irrtümlicherweise davon aus, dass eine medizinische Diagnose ausreicht, um eine gute Gesundheitsversorgung zu erreichen. Das tut sie aber nicht. Eine medizinische Diagnose kann allenfalls ein Anfang sein, wenn alle Gesundheitsberufe integriert werden, um dann zu eruieren, welche Versorgungsbedarfe daraus resultieren. Darüber hinaus gibt es aber auch Pflegediagnosen, die in Deutschland gar nicht etabliert sind oder eben die Einschätzung aller anderen Gesundheitsberufe, die für eine gute Gesundheitsversorgung von Bedeutung sind. Für die Pflegefachlichkeit und Pflegeberufe wird eine Digitalisierung nur dann sinnvoll sein, wenn diese den Pflegeprozess in den unterschiedlichen Settings und Sektoren unterstützen. Die Digitalisierung wird in vielen Bereichen die pflegerische Versorgung und den Pflegeprozess verändern. Sie wird aber nicht dafür sorgen, dass wir in Zukunft keine Pflegeberufe mehr benötigen. Wir werden in Zukunft besser ausgebildete Pflegeberufe benötigen, die auch im Bereich der IT und der Digitalisierung qualifiziert sind. Wenn der Pflegeprozess und die Anteile der pflegefachlichen Versorgung in der Digitalisierung von Krankenhäuern nicht mitgedacht werden, sondern immer nur von einer Berufsgruppe aus gedacht wird, besteht die Gefahr, dass eine bedarfsangemessene Digitalisierung für eine gute Patient*innenversorgung nicht erfolgen kann. Die Digitalisierung in den Krankenhäusern wird also nicht den Pflegepersonalmangel beheben, sondern nur die die Bedarfe an gut ausgebildeten Pflegefachpersonen verändern und die Digitalisierung in den Krankenhäusern kann nur gut gelingen, wenn die interdisziplinären Prozesse der Gesundheitsversorgung mitgedacht und zwingend integriert werden. Die Digitalisierung in den Krankenhäusern ist komplexer als manche vermutlich annehmen, wenn sie den  zukunfts- und patienten*innenorientiert entwickelt werden soll.

GesundheIT: Vielen Dank Frau Prof. Hasseler und viel Erfolg bei dieser so wichtigen Aufgabe.

Im Rahmen des Europatages an der Elisabeth-Selbert-Schule wurde der Leiterin der Antenne Métropole, Laure Dréano-Mayer, der Förderbescheid für das Projekt "Antenne Plus" von Dinah Stollwerk-Bauer, Landesbeauftragte für regionale Landesentwicklung Leine-Weser, überreicht.

Das Programm sieht vor, den Austausch in der beruflichen Bildung zwischen Schüler*innen und Auszubildenden aus Niedersachsen und der Normandie zu intensivieren.  Zum anderen wird eine Gesprächsreihe aus deutsch-französischer Sicht unter anderem zu Nachhaltigkeitsthemen an verschiedenen Standorten in der Metropolregion organisiert. Ziel ist es, Menschen, Politik und Wirtschaft beider Länder ein Stück näher zu bringen, um voneinander und miteinander zu lernen.
Das Projekt wird mit rund 65.000 Euro aus der „Richtlinie zur Stärkung der Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg" gefördert.

Ein Tag im Zeichen Europas | Amt für regionale Landesentwicklung Leine-Weser (niedersachsen.de)

Bei bestem Wetter haben wir am 09. Mai an der Veranstaltung zum Europatag der Elisabeth-Selbert-Schule in Hameln teilgenommen. An dem gemeinsamen Stand der Antenne Métropole, des Deutsch-Französischen Jugendwerks und des Institut français d'Allemagne, konnten sich die Schüler*innen des 12. und 11. Jahrgangs über die verschiedenen Mobilitätsprogramme 🇫🇷🇩🇪 informieren. Viele Informationen über Europa gab es auch bei unseren Kooperationspartnern: das Europäische Informationszentrum Niedersachsen und die Agentur für Regionale Landesentwicklung Leine-Weser. Ein besonderer Dank geht an unsere wunderbare OFAJ DFJW Junior Botschafterin, Svenja Jeschonnek die die Abschlussveranstaltung moderiert hat!

Die eintägige Veranstaltung am 19. Mai von 10-17 Uhr in der Technology Academy auf dem Hannoveraner Messegelände bietet ein Konferenzprogramm mit hochkarätigen Keynotes, Panel-Diskussionen und begleitender Ausstellung in Präsenzform mit digitaler Verlängerung via Streaming rund um die Mobilitätswende im urbanen Raum. Der Verein Kommunen in der Metropolregion ist Partner der Fachkonferenz.

Metropolregion, 05.05.2022. In zwei Wochen trifft sich die Mobilitätsbranche in Hannover. Schwerpunktthemen sind die Mobilität der Zukunft, mehr Vielfalt und Gleichberechtigung im Verkehr, Städte von Morgen, Mikromobilität und urbane Logistik sowie digitale Technologien als Schlüssel für eine nachhaltige Verkehrswende. Sprecher ist neben Keynote-Speaker Belit Onay auch Ulf-Birger Frank, Dezernent für Wirtschaft, Verkehr und Bildung in der Region Hannover.

Die micromobility expo wendet sich an Fachbesucher*innen aus Industrie, Flottenmanagement, öffentlicher Verwaltung und Politik. Angesprochen sind vor allem Stadtentwickler*innen, Mobilitätsplaner*innen sowie Entscheider*innen aus Unternehmen, Kommunen und Gebietskörperschaften. Durch die Verlegung der micromobility expo in die Technology Academy rückt die Veranstaltung näher an die Real Estate Arena, die zeitgleich in Halle 23 stattfindet. Besucher*innen der micromobility expo haben so die Möglichkeit, sich auch auf dem Treffpunkt für die Real-Estate-Branche über die Mobilität der Zukunft aus der Perspektive der Immobilien- und Quartiersentwicklung sowie der Stadtplanung zu informieren. „Anstelle des Testparcours rund um den Hermes-Turm rücken wir in diesem Jahr die Diskussion rund um neue Mobilitätskonzepte ins Zentrum der Veranstaltung“, betont Florian Eisenbach, Projektleiter der micromobility expo bei der Deutschen Messe. „Die Konzentration auf Business-Themen passt zur aktuellen Stimmung und zur Lage im Markt. Außerdem nutzen wir die Synergien zur benachbarten Real Estate Arena und können damit das eigene Themenspektrum schärfen.“

Partner der Messe

Der Verein Kommunen in der Metropolregion ist in diesem Jahr Partner der Messe und wird durch den neuen Projektmanager Mobilität der Metropolregion GmbH, Maximilian Dierks, vor Ort repräsentiert. „Ich freue mich auf die Gelegenheit das Netzwerk zu erweitern und neue, zukunftsträchtige Projekte für unsere Metropolregion anzustoßen“, so Dierks. Das Grußwort wird Michael Rose, Geschäftsführer des Verein Kommunen und der Metropolregion GmbH sprechen. Er betont vorab: „Metropolregion und Mobilität gehören einfach zusammen. Wir freuen uns, Partner dieser spannenden Veranstaltung zu sein und werden das Beste aus einem Tag „Mobilität der Zukunft“ herausholen!“

Programmhighlights

Highlight im Eröffnungsprogramm ist die Keynote der Autorin Katja Diehl, die ein Plädoyer weg vom Auto hin zu einer menschenzentrierten Mobilität hält. Gleich im ersten Panel des Konferenzprogramms geht es um die „Mobilität der Zukunft: attraktiv, klug und gerecht“, unter anderem mit Belit Onay, Oberbürgermeister der Stadt Hannover. Onay hat sich ehrgeizige Ziele für die Klimaneutralität gesetzt. Multimodale Mobilität soll dabei viel stärker in den Fokus rücken. „Mikromobilität und ihre Anwendungsszenarien im innerstädtischen Raum können einen wichtigen Beitrag für moderne und ressourcenschonende Mobilitätskonzepte liefern“, sagt Onay.

Tickets

Sie benötigen noch ein kostenfreies Besucherticket? Sprechen Sie gerne Maximilian Dierks unter maximilian.dierks@metropolregion.de an.

Über die micromobility expo

Die micromobility expo ist ein jährliches Event in Hannover rund um die Themen Mikromobile und Leichtfahrzeuge, Mobilitätsinfrastrukturen sowie Mobilitätsdienstleistungen. Ziel der micromobility expo ist es, die Mobilitätswende im urbanen Raum voranzutreiben. Im Jahr 2022 wird sie am 19. Mai als eintägige, kompakte Fachkonferenz mit begleitender Ausstellung in Präsenzform mit digitaler Verlängerung via Streaming durchgeführt. Die micromobility expo wendet sich vor allem an Fachbesucher*innen und Mobilitätsexpert*innen. Partner der Veranstaltung sind die Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg und das IZT - Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung in Berlin. Weitere Informationen unter www.micromobilityexpo.de 

Weiterer Veranstaltungshinweis

Die Real Estate Arena, als speziell auf den Norden Deutschlands ausgerichtete Immobilienmesse, findet am 18. und 19. Mai 2022 auf dem Messegelände Hannover in der Halle 23 statt. Veranstalter sind die Deutschen Messe AG und die Real Estate Events GmbH. Mit dabei unter dem Dach der Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg GmbH sind die langjährigen Partnerstädte Braunschweig, Göttingen, Hameln und die Immobilienfirma Schick Immobilien. Im Fokus der Konferenz stehen die Themen Wohnungsbau, Nachhaltigkeit, neue Lebens- und Arbeitswelten, Zukunft von Handel und Innenstadt, Digitalisierung und Mobilität. Besucher*innen der micromobility expo haben mit ihrem Ticket die Möglichkeit ebenso die Real Estate Arena in Halle 23 zu besuchen.

Braunschweig, Göttingen, Hameln und Schick Immobilien präsentieren sich auf der Real Estate Arena in Hannover vom 18.-19. Mai. Die Immobilienmesse feiert Premiere auf dem Messegelände Hannover und bietet mit verschiedenen Fokusthemen und über 160 Austellern einen neuen Treffpunkt für die mittelständische Immobilienwirtschaft und die B- und C-Städte. Die Metropolregion GmbH lädt ab 11 Uhr zum Standrundgang über den Gemeinschaftsstand  und einer anschließenden Messebegehung ein.

Metropolregion, 28.04.2022. Der Messe-Countdown für die Immobilienbranche läuft: In drei Wochen öffnet die Real Estate Arena erstmals ihre Türen für Aussteller und Besucher*innen in Halle 23 auf dem Messegelände Hannover. Mit dabei unter dem Dach der Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg GmbH sind die langjährigen Partnerstädte Braunschweig, Göttingen, Hameln und die Immobilienfirma Schick Immobilien. Im Fokus der Konferenz stehen die Themen Wohnungsbau, Nachhaltigkeit, neue Lebens- und Arbeitswelten, Zukunft von Handel und Innenstadt, Digitalisierung und Mobilität.

Der Zuspruch ist groß: Mehr als 160 Unternehmen beteiligen sich als Aussteller an der Real Estate Arena. Nach der Eröffnung durch Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay und Niedersachsens Bauminister Olaf Lies fällt der Startschuss für das zweitägige Konferenzprogramm mit über 100 Sprecher*innen auf zwei Bühnen. Die Veranstalter, die Deutsche Messe AG und die Real Estate Events GmbH, haben das Konzept und die Ausrichtung der Messe zusammen mit mehr als 35 Branchenvertreter*innen in einem Co-Creation-Verfahren entwickelt und eng an den Interessen der Unternehmen ausgerichtet. Dazu Projektleiter Hartwig von Sass von der Deutschen Messe AG: „Unser Ziel ist es, dass alle Teilnehmenden zu den sechs Fokusthemen strategische Impulse, unterschiedliche Perspektiven, aber auch konkrete Lösungsansätze aus der Praxis mitnehmen können.“ Michael Rose, Geschäftsführer der Metropolregion GmbH ist überzeugt vom Messekonzept: „Wir freuen uns mit unseren starken metropolregionalen Partnern aufzutreten. Die neue Plattform bietet uns eine exzellente Möglichkeit in den Austausch über die die Zukunft unserer Städte zu gehen.“

Starke metropolregionale Partner unter einem Dach: Braunschweig, Göttingen, Hameln und Schick Immobilien

Die Braunschweig Zukunft GmbH wird mit ihren Wirtschaftspartnern, der Braunschweigischen Landessparkasse, Nibelungen-Wohnbau-GmbH und blueorange Development Partner GmbH am Stand vertreten sein. „Wir freuen uns auf die Real Estate Arena und über die Möglichkeit, den Standort Braunschweig und das Mobilitätscluster am Forschungsflughafen auf dem Gemeinschaftsstand der Metropolregion präsentieren zu können. Die Mitwirkung unserer Braunschweiger Wirtschaftspartner, die spannende Bau- und Investitionsvorhaben im Gepäck haben, zeigt, dass dieses neue Messeformat bei der Immobilienbranche auf Interesse stößt. Wir sind gespannt auf die Premiere“, so Gerold Leppa, Geschäftsführer der Braunschweig Zukunft GmbH.

Die Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Göttingen (GWG) tritt gemeinsam mit der Sparkasse Göttingen und der Städtischen Wohnungsbau GmbH Göttingen auf. Auch Oberbürgermeistern Petra Broistedt wird am Gemeinschaftsstand sein. Sie unterstreicht: „Göttingen ist ein dynamisch wachsender Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort. Für die weitere Entwicklung der Stadt sind wir offen für nachhaltige Ideen. Die Ausrichtung der neuen Immobilien- und Investitionsmesse in Hannover passt gut zu unserem Ansatz, Kooperationen in Niedersachsen und darüber hinaus weiter auszubauen“.

Die Stadt Hameln ist nach ihrem ersten Auftritt auf der Expo Real im vergangenen Jahr nun auch in Hannover dabei und präsentiert sich mit der Gesellschaft für Sozialen Wohnungsbau und Projektentwicklung (GSW) und der Hamelner Wohnungsbau-Gesellschaft mbH (HWG). „Mit der Teilnahme an der Real Estate Arena betreten die Stadt Hameln und ihre Partner Neuland. Es ist für uns eine gute Gelegenheit, unseren Bildungs- und Gesundheitscampus den interessierten Besuchern vorzustellen. Wir danken der Metropolregion, dass sie uns diesen Messeauftritt ermöglicht“, so Scott Kohlberg aus dem Referat Wirtschaftsförderung und Öffentlichkeitsarbeit Hameln.

Neu im metropolregionalen Messeverbund ist Michael Schick Immobilien. Der Leiter der Braunschweiger Niederlassung, Mike Helm, unterstreicht: „Michael Schick Immobilien zählt zu den führenden deutschen Investmentmakler-Unternehmen. Erst im vergangenen Jahr haben wir unsere Niederlassung in Niedersachsen eröffnet und freuen uns daher ganz besonders auf unsere Teilnahme an der ersten Real Estate Arena!“

Über die Real Estate Arena

Die speziell auf den Norden Deutschlands ausgerichtete Immobilienmesse startet am 18. Mai 2022 auf dem Messegelände Hannover in der Halle 23. Veranstalter sind die Deutschen Messe AG und die Real Estate Events GmbH. Als Keynote-Sprecher*innen stehen fest: Olaf Lies (Umwelt- und Bauminister Niedersachsen), Belit Onay (OB Hannover), Axel Gedaschko (Präsident Gesamtverband der Wohnungs- und Immobilienunternehmen), Dr. Christine Lemaitre (CEO Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen), Carsten Knop (Herausgeber Frankfurter Allgemeine Zeitung), Claus Ruhe Madsen (OB Rostock), Raoul Rossmann (CEO Rossmann) und Sarah Schlesinger (CEO Blackprint).  

Weitere Informationen zum Programm und zu Teilnahmemöglichkeiten sowie Tickets für die Veranstaltung finden Sie unter www.real-estate-arena.com

Weiterer Veranstaltungshinweis: micromobility expo am 19. Mai Am 19. Mai findet parallel zur Real Estate Arena die micromobility expo in der Technology Academy auf dem Messegelände in Hannover statt. Die eintägige, kompakte Fachkonferenz mit begleitender Ausstellung präsentiert von 10 bis 17 Uhr, wie urbane Logistik und neue Verkehrskonzepte mit Mikromobilen und Kleinstfahrzeugen dabei helfen, den aktuellen Herausforderungen in Sachen Flexibilität, Klimaschutz und soziale Teilhabe zu begegnen. Auch Oberbürgermeister Belit Onay wird zur Eröffnung der Fachkonferenz vor Ort sein.

Laut einem Bericht des GKV-Spitzenverbands wurden im Zeitraum vom 1.9.2020 bis zum 30.9.2021 rund 50.000 DiGA ärztlich verordnet oder von den Krankenkassen genehmigt, wovon lediglich knapp 80 Prozent aktiviert wurden. Nur ein Viertel der Anwendungen konnten ihren Nutzen durch einen positiven Versorgungseffekt belegen und wurden dauerhaft ins BfArM-Verzeichnis (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte) aufgenommen.* Wir haben mit Dirk Engelmann, Leiter der Techniker Krankenkasse Landesvertretung Niedersachsen über die durchwachsene Bilanz gesprochen.

GesundheIT: Herr Engelmann, Was ist aus Ihrer Sicht der Grund für diese durchwachsene Zwischenbilanz?

Dirk Engelmann: Zunächst lässt sich feststellen, dass DiGA in den Arztpraxen bisher noch nicht in der Breite angekommen sind. Lediglich vier Prozent aller Ärztinnen und Ärzte haben bislang Rezepte für DiGA ausgestellt (7.000 von 180.000). In der Anwendung besteht offenbar eine große Unsicherheit über die Wirksamkeit und den Nutzen.

Der Nachweis der Wirksamkeit einer DiGA muss meines Erachtens klarer auf das primäre Behandlungsziel ausgerichtet sein. Das ist derzeit nicht gegeben. Um positive Versorgungseffekte von DiGA eindeutig beurteilen und die methodischen Aspekte des Fast-Track-Verfahrens besser nachvollziehen zu können, braucht es klare Nutzenkriterien und eine größere Transparenz der Entscheidungsgründe des BfArM. 

GesundheIT: Das Potential der DiGA ist anscheinend noch nicht vollumfänglich ausgeschöpft, wo sehen Sie Verbesserungsbedarf?

Dirk Engelmann: Ich gebe Ihnen ein Beispiel: Eine der ersten DiGAs im Bereich Migräne wird nach einem Jahr Kostenerstattung wieder aus dem Leistungskatalog der GKV gestrichen, weil der Nutzen nicht nachgewiesen werden konnte. Ohne belegte Wirksamkeit wurde die DiGA 15 Monate von den Krankenkassen erstattet. Bei einem Preis von über 200 Euro Euro sind so für die Kassen Ausgaben in Millionenhöhe entstanden. Es besteht die Gefahr, dass viele Apps den Vertrauensvorschuss nicht einhalten können, den sie im Erprobungsjahr bekommen. Bereits für die Listung beim BfArM muss es eine aussagekräftige Datengrundlage geben. Die bisherigen Anforderungen reichen nicht, um den Nutzen einer App abzuschätzen.

Hersteller müssen also verpflichtet werden, die Nutzungshäufigkeit und Therapieabbrüche nachhaltig zu analysieren und die DiGA an die Bedürfnisse der Nutzerinnen und Nutzer anzupassen. Die Ergebnisse müssen den Krankenkassen zugänglich gemacht werden und ebenfalls in die Preisdefinition einfließen. Erst wenn klare Regelungen greifen und es eine verlässliche Qualität gibt, werden insb. Ärztinnen und Ärzte breiteres Vertrauen finden, die Akzeptanz wird bei Versicherten und letztliche und Kostenträgern höher und die Anwendung zur Normalität. Wir befinden uns inmitten dieses Suchprozesses, indem auch herausgefunden werden muss, wo ein DiGA Einsatz sinnvoll ist und wo auch nicht. Als TK sind wir Treiberin der Digitalisierung und bringen gute Produkte voran und bei erwiesener Wirksamkeit auch in den Markt.

GesundheIT: Vielen Dank, Herr Engelmann.

*Quelle: Und jetzt, DiGA?: E-HEALTH-COM

Im Städtischen Klinikum Karlsruhe wird der Serviceroboter HolliE im Krankenhausalltag getestet. Er soll in den Aufgabenfeldern Transport, Logistik, interaktive Assistenz und Dokumentation Pflegekräfte entlasten.

An der Testung im Realbetrieb im neuen Betten- und Funktionsgebäude Haus M sind Pflegekräfte und Patienten beteiligt. In einem eigens dafür eingerichteten Zimmer werden Grundfunktionen des 1,6 Meter hohen Roboters von Patienten und Pflegekräften getestet. HolliECares ist ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördertes Verbundprojekt mit einem Volumen von gut 2,6 Millionen Euro unter der Koordination des Deutschen Instituts für angewandte Pflegeforschung (DIP).

HolliE nimmt Pflegekräften wiederkehrende Tätigkeiten ab

Der Serviceroboter kommt in drei verschiedenen Aufgabenfeldern zum Einsatz: HolliE kann bei der Kontrolle von Materialbeständen behilflich sein und Medikamentenschränke befüllen und verwalten. Im Bereich der Pflegeassistenz kann der Roboter gehfähige Patienten zu ihren Untersuchungen begleiten, sowie Patienten zu Bewegungsübungen auffordern und per Tablet anleiten.

Ein weiterer Bereich der Pflege, der viel Zeit in Anspruch nimmt, ist die Wunddokumentation. Auch hier hat HolliE das Potential, Pflegefachkräfte enorm zu entlasten, indem er mittels Sprachsteuerung und integrierter Hardware Bilder anfertigt und alle wichtigen Daten automatisch in die Wunddokumentation übernimmt.

Zweite Testphase für Ende 2022 geplant

„HolliE wurde in Karlsruhe im Forschungszentrum für Informatik (FZI) – House of Living Labs – am KIT entwickelt und verbessert sich stetig. Mittlerweile kann er Serviceaufgaben sicher übernehmen und wird nun bei uns im Klinikum in einer realistischen Mensch-Roboter-Zusammenarbeit in der Pflege getestet“, sagt Prof. Dr. Uwe Spetzger, der 2019 zusammen mit Markus Heming dieses Projekt angeschoben hat. „Für die sichere Navigation in Real-Life-Szenarien in dynamischen Umgebungen wie hier im Krankenhaus ist eine höchstaufwendige Robotersteuerung notwendig“ erklärt Spetzger. „Modernste Technologie und die Implementierung von künstlicher Intelligenz sind notwendig, um die komplexen Entscheidungen und eine angenehme Kollaboration zwischen Mensch und Maschine überhaupt zu ermöglichen“, erläutert Dr. Arne Rönnau, Leiter des FZI Living Lab Service Robotics am KIT.

Neben dem Deutschen Institut für angewandte Pflegforschung (DIP) sind das Forschungszentrum für Informatik (FZI), das Karlsruher Institut für Technologie (KIT), die ArtiMinds Robotics GmBH, das AWS-Institut für digitale Produkte und Prozesse (AWSi), das Fraunhofer IOSB sowie das Knappschaftsklinikum Saar beteiligt. Eine zweite Testphase ist für Ende des laufenden Jahres im Klinikum geplant.

Quelle:

Klinikum Karlsruhe: Robotik zur Unterstützung in der Pflegepraxis (klinikum-karlsruhe.de)

https://www.kma-online.de/aktuelles/pflege/detail/serviceroboter-assistiert-pflegekraeften-im-klinikum-karlsruhe-47325

Die Nominierten des Innovationspreis Niedersachsen stehen fest und die KBV gibt grünes Licht für ein neues telemedizinisches Versorgungsangebot ab dem 1. April.

Innovationspreis Niedersachsen 2022: Die Nominierten stehen fest

Auch in diesem Jahr sind jeweils drei Projekte in den Kategorien „Vision“, „Kooperation“ und „Wirtschaft“ nominiert. Der Innovationspreis Niedersachsen ehrt herausragende Innovationsprojekte und Erfolgsgeschichten „made in Niedersachsen“ und wird bereits zum fünften Mal verliehen. Wie schon in den vergangenen Jahren werden die Schirmherren, Niedersachsens Minister für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung, Dr. Bernd Althusmann, und Niedersachsens Minister für Wissenschaft und Kultur, Björn Thümler, den Preis feierlich überreichen. Zu den Nominierten Teams geht es hier: Innovationspreis Niedersachsen 2022: Das sind die Nominierten! | Nds. Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung

Telemonitoring bei Herzinsuffizienz

Das neue telemedizinische Versorgungsangebot für Patienten mit fortgeschrittener Herzinsuffizienz startete am 1. April. Das gab die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) bekannt.

Bereits am 1. Januar wurde die Leistung in den Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) aufgenommen. Mithilfe des Programms sollen Patienten mit Herzinsuffizienz von einer lückenlosen Betreuung profitieren.

Telemonitoring bei Herzinsuffizienz (aerzteblatt.de)

Die Einführung des elektronischen Rezepts kommt nach Verzögerungen jetzt auf niedrigem Niveau voran. Nach Angaben der Gematik hat das E-Rezept nun einen weiteren Meilenstein genommen: 10.000 eingelöste E-Rezepte wurden am 10. April verzeichnet. Der „beflügelte Anstieg bei ausgestellten und eingelösten E-Rezepten in den vergangenen Tagen“ weise darauf hin, dass Praxen und Apotheken im Umgang und Prozedere zunehmend routinierter werden, so die Gematik.

Die Kurve zeigt tatsächlich nach oben, wenn auch nicht steil: Vor einem Monat waren es etwa halb so viele E-Rezepte und vor zwei Monaten rund 1950. Zielmarke sind 30.000 eingelöste elektronische Verordnungen. Ist sie erreicht, wollen die Gesellschafter der Gematik ­über das weitere Vorgehen beraten und eine flächende­ckende Einführung angehen. Wann das E-Rezept zur Pflicht und somit zum Standard wird, ist weiterhin unklar.

Unter E-Rezept | TI-Score veröffentlicht die gematik seit Anfang März, welche Anbieter bereits E-Rezepte generieren können und verteilt dabei den sogenannten „E-Rezept Ready Score“ mit Bewertungen von A bis E.

Quelle: https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/133486/Gematik-Bundesweit-10-000-E-Rezepte-eingeloest?utm_source=dlvr.it&utm_medium=twitter

Forscher*innen des Herzzentrums der Universitätsmedizin Göttingen entdecken neuen Entstehungsmechanismus von Herzrhythmusstörungen bei Herzinsuffizienz.

Jeder Herzschlag ist eine Aufeinanderfolge von elektrophysiologischen und biochemischen Prozessen. Bei einem gesunden Herzen sind die verschiedenen Ionenströme haargenau aufeinander abgestimmt. Kommt es zu Dysbalancen zwischen den einzelnen Ionenströmen, begünstigt dies das Auftreten von Herzrhythmusstörungen. Das ist bei verschiedenen Herzerkrankungen der Fall, insbesondere aber bei Patient*innen mit Herzschwäche. Vor allem kommt es hier zu einem verspäteten Schließen von Natriumkanälen und dem Entstehen eines spät fließenden Natriumstroms, der zu den genannten Dysbalancen führt. Insbesondere Rhythmusstörungen aus den Herzkammern sind dabei potenziell lebensbedrohlich und führen zu einer erhöhten Sterblichkeit der Patient*innen.

„Von Herzrhythmusstörungen ist etwa jeder dritte Herzschwäche-Patient betroffen. Bislang gibt es nur wenige Medikamente für die Behandlung, die zugelassenen Präparate führen oft zu starken Nebenwirkungen. Daher besteht der Bedarf, neue wirksame Substanzen zu entwickeln, die für diese Patient*innen sicher und wirksam eingesetzt werden können. Um dies zu erreichen, ist zunächst jedoch ein verbessertes Verständnis für die Entstehung der Rhythmusstörungen nötig“, sagt Prof. Sossalla.

Dem Forscherteam des Herzzentrums der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) um Prof. Dr. Samuel Sossalla, Leiter der Arbeitsgruppe Kardiovaskuläre experimentelle Elektrophysiologie und Bildgebung, und Prof. Dr. Katrin Streckfuß-Bömeke, Leiterin der Arbeitsgruppe Translationale Stammzellforschung, beide Klinik für Kardiologie und Pneumologie der UMG, ist es gelungen, einen neuen Entstehungsmechanismus von Herzrhythmusstörungen bei Herzschwäche aufzudecken.

Durch eine Vielzahl aufwändiger Versuchsreihen konnten sie nun nachweisen: Ein eigentlich dem Nervensystem zugeordneter Natriumkanal (NaV1.8) kommt bei einer Herzschwäche vermehrt in den Herzmuskelzellen vor. Dieser interagiert mit der Kalzium-Calmodulin-abhängigen-Proteinkinase II (CaMKII), einem zentralen Protein in der Entstehung der Herzschwäche. Durch diese Interaktion kommt es zu einer dramatischen Steigerung des späten Natriumstroms.

Für ihre Untersuchungen verwendeten die Forscher*innen Herzmuskelgewebe von Patient*innen mit Herzschwäche sowie humane induzierte pluripotente Stammzellen. Diese Zellen werden aus Haut- oder Blutbiopsien von Patient*innen gewonnen und unter definierten Bedingungen zu schlagenden Herzmuskelzellen umgewandelt.

„In diesen Zellen wurde mit der Genschere CRISPR-Cas9 der Natriumkanal Nav1.8 herausgeschnitten. Bei den so veränderten Zellen konnte der späte Natriumstrom tatsächlich gestoppt werden. Dies brachte den endgültigen Nachweis, dass Nav1.8 am späten Natriumstrom beteiligt ist“, sagt Prof. Streckfuß-Bömeke. In weiteren Versuchen mit den veränderten Zellen bestätigte sich die Annahme, dass sich mit Hemmung des späten Natriumstroms auch die Herzrhythmusstörungen vermindern. „Im Mausmodell zeigten sich ebenfalls weniger Herzrhythmusstörungen, nachdem Nav1.8 ausgeschaltet wurde. Dadurch verbesserte sich auch das Überleben der Mäuse. Dies macht Hoffnung, dass es sich hierbei tatsächlich um einen wirksamen Therapieansatz für Rhythmusstörungen handelt“, sagt Dr. Philipp Bengel, Assistenzarzt der Klinik für Kardiologie und Pneumologie der UMG und einer der Erstautoren der Publikation.

In einem nächsten Schritt möchten die Wissenschaftler*innen Hemmer des Kanals im Hinblick auf die Wirksamkeit bei Herzrhythmusstörungen untersuchen, die bereits im Bereich der Schmerzforschung in klinischen Studien eingesetzt wurden.

„Die Studie ist eine wichtige Grundlage und könnte ein Durchbruch für die bis dato nicht ausreichende Behandlung der Herzrhythmusstörung bei Herzinsuffizienz-Patient*innen darstellen. Die Zusammenarbeit verschiedener Arbeitsgruppen am Herzzentrum Göttingen waren die Voraussetzungen, verschiedene Sichtweisen und Ansätze zum Gewinn neuer, wichtiger Erkenntnisse beizutragen“, sagt Prof. Dr. Gerd Hasenfuß, Vorsitzender des Herzzentrums der Universitätsmedizin Göttingen und Mitautor der Studie.

Ihre Erkenntnisse wurden in der renommierten Fachzeitschrift Nature Communications veröffentlicht.

Originalpublikation: Bengel, P., Dybkova, N., Tirilomis, P. et al. Detrimental proarrhythmogenic interaction of Ca2+/calmodulin-dependent protein kinase II and NaV1.8 in heart failure. Nat Commun 12, 6586 (2021). https://doi.org/10.1038/s41467-021-26690-1

Quelle: Neue Erkenntnisse zur Entstehung von Herzrhythmusstörungen bei Herzschwäche-Patient*innen | Universitätsmedizin Göttingen (umg.eu)

Weitere Informationen unter:

Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität
Klinik für Kardiologie und Pneumologie

Prof. Dr. Samuel Sossalla           
Telefon 0551 / 39-63648           
E-Mail: ssossalla(at)med.uni-goettingen.de

Prof. Dr. Katrin Streckfuß-Bömeke         
Telefon 0551 / 39-12667           
E-Mail: katrin.streckfuss(at)med.uni-goettingen.de

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