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Die Flucht über die innerdeutsche Grenze, tief begrabene Traumata und eine Recherche, die alte Geheimnisse ans Licht bringt – das alles vereint Maxime Gillio in seinem französischsprachigen Roman post frontière, ins Deutsche übersetzt von Herbert Zemke und erhältlich beim Magenta Verlag mit dem Titel Grenzüberschreitungen.
Der 2023 in Frankreich erschienene Roman handelt von drei Frauen aus unterschiedlichen Generationen, die verschiedene Päckchen und Geschichten mit sich tragen, aber dennoch miteinander verbunden zu sein scheinen.
Berlin 2006: Die Journalistin Patricia Sammer stößt scheinbar durch Recherchen auf die DDR-Geflüchtete Inge Oelzen und interessiert sich für ihre Vergangenheit: die Kindheit in der Nachkriegszeit und die Vertreibung der Sudetendeutschen aus der Tschechoslowakei, später die Flucht aus der Deutschen Demokratischen Republik in den 1960er-Jahren. Doch anders als zu Beginn erwartet, scheint es der Journalistin nicht lediglich um berufliche Recherchen zu gehen: Sie versucht, einem eigenen, tiefgehenden Kindheitstrauma auf den Grund zu gehen. Doch wie genau kommt sie darauf auf Inge Oelzen? Was gibt diese nicht von sich preis?
Drei Schicksale - und ein kompliziertes Beziehungsgeflecht basierend auf einer wahren Begebenheit, welches auf persönliche Art und Weise die Tragik der Geschichte von Ost und West aufzeigt.
Der Titel Grenzüberschreitungen/post frontière scheint hierbei eine Doppelbedeutung zu haben – neben der offensichtlichen Grenzüberschreitung von Inge Oelzen in Form ihrer Flucht scheint er hier zudem eine Anspielung auf das übergriffige Verhalten der Journalistin Sammer zu sein, die mit ihren intimen Fragen alte Wunden wieder aufreißt.
Maxime Gillio, geboren 1975 im nordfranzösischen Dunkerque, ist bereits Autor zahlreicher Kriminalromane, als er sich ebenfalls der Jugendliteratur zuwendet. Mit post frontière im Jahre 2013 taucht er nochmals in ein neues literarisches Feld ein.
Die Lesung findet am 05. Mai um 19 Uhr mit anschießendem Gespräch mit Autor Maxime Gillio statt - er freut sich, Sie begrüßen und Ihre Fragen beantworten zu dürfen! Der Eintritt ist frei.