
Hildesheim (24.02.2026). Mit dem Auftakt zum Stadt.Labor nutzt Hildesheim künftig urbane Daten, um Innovationen in Hildesheim voranzutreiben. Ziel ist es, relevante städtische und unternehmensnahe Daten kooperativ in einem Datenraum bereitzustellen und nutzbar zu machen – als Grundlage für neue Geschäftsmodelle, innovative Verwaltungsanwendungen und eine stärkere Gründungskultur. Hildesheim ist bis 2027 Modellkommune im Bundesprogramm „Modellprojekte Smart Cities“. In diesem Rahmen entsteht auch die Urbane Datenplattform (UDP) als technische Infrastruktur.
Rund 60 Vertreterinnen und Vertreter aus Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Start-ups kamen in der Werk.Stadt von Hi Zukunft in Hildesheim zum Auftakt des Stadt.Labors zusammen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Daten nicht nur gesammelt, sondern gemeinsam genutzt werden können, um konkrete Mehrwerte für Stadtgesellschaft und Wirtschaft zu schaffen.
„Wir wollen Daten gezielt zugänglich machen, damit daraus neue Ideen und Geschäftsmodelle entstehen können“, sagte Oberbürgermeister Dr. Ingo Meyer. „Das Stadt.Labor schafft einen Raum, in dem Verwaltung, Start-ups, Unternehmen und die Stadtgesellschaft gemeinsam Lösungen entwickeln. Heute starten wir offiziell und möchten in den Dialog mit der Stadtgesellschaft gehen.“
Anke Pörksen, Staatssekretärin für Digitalisierung des Landes Niedersachsen, hob die strategische Bedeutung kommunaler Datenräume hervor: „Kommunen, die Daten sicher und verantwortungsvoll in Open Data Plattformen nutzbar machen, stärken sowohl ihre Verwaltung als auch ihre wirtschaftliche Entwicklung. Das digital-affine Hildesheim geht hier einen wichtigen Weg.“
Welche Möglichkeiten Daten für businessrelevante Use Cases bieten, führte Günther Tschabuschnig aus. Der Präsident der Data Intelligence Offensive stellte übertragbare Erfolgsmodelle aus Österreich vor, beispielsweise, um mehr Teilhabe zu ermöglichen, Krankheiten schneller zu erforschen oder Massentourismus zu reduzieren. Dabei lenkte er die Aufmerksamkeit auf das Thema digitale Ökosysteme: „Wir lernen aus der Natur – wie können wir das Zusammenspiel der einzelnen Akteure gestalten?“ Dabei betonte er: „Daten sind die Ressourcen der Gegenwart und Zukunft. Ohne Daten keine Innovationen. Datenräume sind das Vehikel dazu“, betonte Tschabuschnig.
Auch aus unternehmerischer Sicht ist die Plattform ein wichtiger Schritt. Anton Mrosek, Mitgründer des Hildesheimer Start-ups Mrosek & Höljes Engineering, erklärte: „Für uns sind Datenplattformen besonders wertvoll. Mit unserem digitalen Schädlingsmonitoring, bei dem das Auslösen der Fallen per Funkübertragung gemeldet wird, kann der Prozess effizienter werden. In weiteren Datenprojekten wollen wir Daten erfassen und diese auch der Gesellschaft, Unternehmen und der Verwaltung zugänglich machen. Und dafür brauchen wir eine Plattform, bei der wir das einfach und verlässlich bewerkstelligen können.“

Hildesheim will mithilfe urbaner Daten Innovationen vorantreiben: (v.l.n.r.) Svenja Fuhrich, Anke Pörksen, Dr. Ingo Meyer und Günther Tschabuschnig. (Foto: Anna-Lena Lorenz)
In einer anschließenden Diskussionsrunde skizzierten Pörksen, Tschabuschnig, Mrosek sowie Svenja Fuhrich, Fachbereichsleiterin Wirtschaftsförderung, Beteiligungen und Liegenschaften bei der Stadt Hildesheim, ihre Vision, wie Data Spaces als Wachstumstreiber fungieren können: Digitale Verwaltungsleistungen für Bürgerinnen und Bürger, gemeinsames Lösen von Problemen auf Basis bereitgestellter Daten sowie eine stärkere wirtschaftliche Vernetzung sollen die Wertschöpfung erhöhen sowie eine lebendige Stadtgesellschaft und Wirtschaft fördern. Die Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg übernimmt das Community-Management mit den Zielen: Akzeptanz schaffen, Use Cases kreieren und die Stadtgesellschaft aktiv vernetzen.