Gemeinde Uetze tritt Metropolregion bei

Veröffentlicht: 13. Mai 2024
Ann-Kristin Rauhe (Transformationsbeauftragte), Bürgermeister Florian Gahre und Katja Wolfram (Wirtschaftsförderung) freuen sich über den Betritt in die Metropolregion (Foto: Gemeinde Uetze)

Metropolregion, 13.05.2024. Die Gemeinde Uetze ist neues Mitglied der Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg. Den Beitritt hat der Gemeinderat in seiner Sitzung am 25. April einstimmig beschlossen. Die Gemeinde profitiert dabei von einem dichten Netzwerk an Partner*innen und dem Austausch von Best-Practice-Beispielen aus den Handlungsfeldern Gesundheitswirtschaft, Mobilität und Standortmarketing.

„Die Entscheidung, der Metropolregion beizutreten, ist ein Gewinn für unsere Gemeinde, die in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen feiert. Wir wollen als Standort besser wahrgenommen werden und uns in den Handlungsfeldern stärker vernetzen. Die Metropolregion bietet hierbei als Vernetzungsplattform ideale Voraussetzungen“, erklärt Bürgermeister Florian Gahre. Christoph Meineke, Geschäftsführer der Metropolregion ergänzt: „Die Metropolregion lebt von der Vielfalt ihrer Mitglieder. Wir freuen uns, mit der Gemeinde Uetze eine Flächenkommune im Herzen unserer Region als Mitglied zu begrüßen. Kleine und große Kommunen leisten ihren Beitrag zu einer regionalen Identität und zu einem starken Verbundstandort. Gemeinsames Ziel ist es, die Wahrnehmbarkeit auf nationaler wie internationaler Ebene zu stärken.“

Ursprungsgedanke der Metropolregion ist es, das gesamte Gebiet sowie seine Teilräume nachhaltig zu fördern und die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Sie fungiert dabei als Plattform, Vernetzerin und Impulsgeberin. Neben eigenen Veranstaltungen organisiert die Metropolregion Gemeinschaftsstände auf Immobilienmessen wie der EXPO Real in München und der REAL ESTATE ARENA in Hannover. Durch diese erzeugt sie Sichtbarkeit für ihre Mitgliedskommunen und Partner*innen.

Ein Auftaktgespräch zur künftigen Zusammenarbeit wird in Kürze zwischen Gemeindebürgermeister Florian Gahre und Metropolregions-Geschäftsführer Christoph Meineke erfolgen.

Über die Metropolregion

Die Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg GmbH setzt sich aus den vier namensgebenden Städten, dem Land Niedersachsen und drei Vereinen zusammen. Zu diesen gehören der Verein Kommunen, der Verein Wirtschaft und der Verein Wissenschaft. Der Verein Kommunen in der Metropolregion umfasst über 50 Mitglieder. Hierzu zählen neben Städten, Landkreisen und Gemeinden die Region Hannover, der Regionalverband Großraum Braunschweig sowie weitere kommunale Einrichtungen.

Der Verein Kommunen ist mit rund 26 Prozent größter Gesellschafter der Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg GmbH. Die Vereine Wirtschaft und Wissenschaft halten jeweils rund 23 Prozent der Gesellschafteranteile, die namensgebenden Städte 21 Prozent. Das Land Niedersachsen ist mit rund sieben Prozent als Gesellschafter beteiligt. Die Metropolregion umfasst ein Gebiet von rund 19.000 Quadratkilometern mit etwa 3,9 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern.

Sobald die Nah- und Fernverkehrszüge außer der Reihe in Hannover Messe/Laatzen halten, ist klar: Es brummt wieder in den zahlreichen Hallen auf dem Messegelände. Am Montag, 22. April ist die Hannover Messe gestartet. Mit ihr versammelt sich ein internationales Publikum, das sich rund um neue Technologien und industrielle Transformation informiert. 2023 besuchten rund 130.00 Menschen die knapp 4.000 ausstellenden Betriebe. Auch 2024 stehen zahlreiche Produkte und Lösungen im Fokus. Die Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg GmbH hat sich auf der diesjährigen Messe umgeschaut.

Eingang zur Hannover Messe und Stand des Landes Niedersachsen (Fotos: Jennifer Bullert)

hannover.business – die neue Plattform für besseren Austausch in der Region

Beim Besuch des Standes der Wirtschaftsförderung hannoverimpuls im Halle 16 Stand F09 war unter anderem ein neues, berufliches Netzwerk in der Region Thema: hannover.business. Über diesen Kanal will die Wirtschaftsförderung Menschen mit innovativen Ideen mit den entsprechenden Entscheidungsträger*innen vernetzen, um so die Chancen auf Umsetzung der Projekte zu erhöhen. Die neue Plattform ist laut Birthe Spindler, Projektleiterin Unternehmenskommunikation, gerade einmal zwei Wochen alt und soll in Kürze noch stärker beworben werden.

Am Stand von hannoverimpuls gab es zudem für die Metropolregion GmbH Gelegenheit, sich mit langjährigen Partnern wie Tim Mittelstaedt auszutauschen. Mit seinem Unternehmen timmersive widmet er sich Virtual und Augmented Reality sowie 360 Grad- Erlebnissen und hat Mitte April den HealthHack 2024 der Metropolregion in Braunschweig unterstützt. Das Thema VR hat hannoverimpuls bereits seit Längerem im Blick - so zum Beispiel mit dem "HannoVR-Meetup", bei dem sich neben timmersive auch andere Unternehmen beteiligen wie die TVN Group, LocomotionVR und t3n.

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Im Gespräch: Denes Robert Fantasny, Metaverse-Experte, Linda Hoffmeister und Lina Brandt, Projektmanagerinnen Gesundheitswirtschaft bei der Metropolregion GmbH, und Tim Mittelstaedt von timmersive (Foto: Jennifer Bullert).

IHK Hannover will Innovationsprozesse stärken

Mit der Industrie- und Handelskammer Hannover an Stand J15 in Halle 4 ist neben hannoverimpuls auf der Messe ein weiteres Mitglied des Vereins Wirtschaft in der Metropolregion e.V. vertreten, einem der Gesellschafter der Metropolregion GmbH. Gemeinsam mit dem IdeenNetzWerk und der Nbank sowie in Kooperation mit der Deutschen Messe AG plant die IHK Hannover am Freitag, 26. April den 13. Tag für betriebliche Führungskräfte im Ideen- und Innovationsmanagement auf dem Messegelände. Mit einem Praxisvortrag dabei: Der Preisträger des diesjährigen Hermes Awards. Der Preis wird seit 2004 vergeben, Zielgruppe sind alle auf der Hannover Messe ausstellenden Unternehmen und Institutionen, die mit innovativen Produkten und Lösungen in besonderer Weise beeindrucken. Mit der Veranstaltung rund um Ideen- und Innovationsmanagement will die IHK Hannover gemeinsam mit ihren Partner*innen zum Informations- und Erfahrungsaustausch in diesem Bereich beitragen. Anmeldungen sind möglich unter www.ideentag.nbank.de

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Die IHK ist auf der Hannover Messe ebenfalls vertreten (Foto: Jennifer Bullert)

Bundeskanzler Olaf Scholz und Ministerpräsident Stephan Weil vor Ort

Statt wie üblich in Berlin fand der Gipfel für Forschung und Innovation in diesem Jahr erstmals auf der Hannover Messe statt. Sowohl Bundeskanzler Olaf Scholz als auch Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil standen auf dem Podium. Dabei ging es nicht nur um Wettbewerbsfähigkeit im Zeitalter von Zukunftstechnologien wie Künstlicher Intelligenz und um die Bedeutung von Forschung und Innovation für die Wertschöpfung; es ging auch darum, welche Mittel und Kompetenzen notwendig sind, um diese zu erhalten und auszubauen. Kanzler Scholz forderte hier beispielsweise mehr Mut von Anleger*innen und Unternehmen, auch Risiken in ihren Investmentförderungen einzugehen.

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Bundeskanzler Olaf Scholz bei seiner Keynote auf dem Gipfel für Forschung und Innovation (Foto: Edzard Schönrock)

Messe läuft noch bis 26. April

Auf der Hannover Messe präsentieren die Austellenden ihre Produkte und Lösungen in 15 Hallen. Im Mittelpunkt stehen unter anderem Karbon-neutrale Produktion, Automation und Sensor-Technologie sowie das Thema Future of Work. Partnerland ist in diesem Jahr Norwegen. Bis Freitag haben Besucher*innen noch Gelegenheit, die Hannover Messe unter dem Motto „Energizing a sustainable Industry“ zu besuchen.

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Gut besucht war auch der Stand von Ottobock, wo die Besucher*innen Exoskelette ausprobieren konnten, die in der Logistik und im Fahrzeugbau unterstützen (Foto: Jennifer Bullert)

Rund 45 Teilnehmende haben sich am 12. und 13. April an der sechsten Auflage des HealthHack der Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg GmbH beteiligt. Im TRAFO Hub Braunschweig haben sie zwei Tage lang innovative Lösungen für Herausforderungen im Gesundheits- und Pflegebereich entwickelt.

Metropolregion, 15.04.2024. Zu enge Krankenhaustürrahmen, bei denen das Personal die Betten kaum oder nur durch mehrmaliges Rangieren hinaus manövrieren kann: Das soll der Vergangenheit angehören. Das Team flow well hat beim HealthHack 2024 mit seiner Idee eines Plugin-Tools für Planer*innen von Neu- und Umbaumaßnahmen in Krankenhausbauten überzeugt. Das Tool soll automatisch eine dynamische Kollisionsprüfung in der Bauplanung ermöglichen. Die Jury wählte das vierköpfige Team auf den ersten Platz, der mit 1.000 Euro dotiert ist.
Auf Platz zwei folgt das Team REmind mit der Idee, eine KI-Brosche mit eingebautem Verdampfer und einem Sprachmodell zu entwickeln. Dieses soll Erinnerungen bei Menschen mit Demenz im Anfangsstadium reaktivieren. Hierfür überreichte die Jury einen Preisscheck im Wert von 500 Euro. Dritter auf dem Sieger*innentreppchen ist das Team Feetwise. Gemeinsam haben die beiden Mitglieder an sensorbasierten Einlagesohlen gearbeitet, die Über- und Unterbelastungen nach Gelenk-Operationen verhindern sollen. Damit konnten sie sich 250 Euro sichern.

Raphael Koßmann (l.), Leiter Regionales Vertragswesen bei der Techniker Krankenkasse Landesvertretung Niedersachsen, überreichte den 1. Preis an das Team flow well (Foto: Philipp Ziebart)

Den zweiten Platz errang das Team REmind, das vom Vorstandsvorsitzenden des AWO Bezirksverbandes Braunschweig e.V., Rifat Fersahoglu-Weber (2. v. r.) ausgezeichnet wurde (Foto: Philipp Ziebart)

Christoph Meineke (l.), Geschäftsführer der Metropolregion GmbH, händigte den Preisscheck für den dritten Platz an das Team Feetwise aus (Foto: Philipp Ziebart)

Innovative Ideen für Gesundheit und Pflege bedeutsam

Mit der Schirmherrschaft durch Dr. Andreas Philippi, Niedersächsischer Minister für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung, unterstützte das Ministerium den HealthHack erneut. Staatssekretärin Dr. Christine Arbogast: „Angesichts neuer Herausforderungen im Gesundheitswesen brauchen wir neue Lösungen - insbesondere im Bereich der Digitalisierung. Um auch zukünftig eine gute Versorgung gewährleisten zu können, ist es gut sektorenübergreifend zu denken und die regionalen Strukturen in den Blick zu nehmen. Innovative Veranstaltungsformen wie der HealthHack 2024 hier in Braunschweig tragen dazu bei, nicht nur in althergebrachten Bahnen zu denken, sondern neue, kreative Vorschläge zu entwickeln.“

In acht Teams entwickelten die Teilnehmenden hierzu Ideen: So befasste sich ein Team mit einem virtuellen Wartezimmer, ein anderes mit der Nachsorge von Transplantierten und ein weiteres mit der frühzeitigen Erkennung von Lungenkrebs; die Entwicklung von Apps stand ebenfalls im Mittelpunkt: Ein Team arbeitete an einer Anwendung zur achtsameren Social Media-Nutzung, ein anderes tüftelte an einer Bedienunterstützung für Menschen mit Seh- und Hörbeeinträchtigungen.

Rund 45 Teilnehmende tüftelten in acht Teams im TRAFO Hub Braunschweig an innovativen Lösungen für Gesundheit und Pflege. (Fotos: Philipp Ziebart)

„Gesundheit und Pflege sind wichtige Zukunftsthemen, die es jetzt anzupacken gilt,“ so Braunschweigs Oberbürgermeister Dr. Thorsten Kornblum, Aufsichtsratsvorsitzender der Metropolregion GmbH. „Der demografische Wandel und der Fachkräftemangel machen deutlich, dass es nicht nur Zuwanderung braucht, sondern auch Künstliche Intelligenz und Digitalisierung, um die damit im Zusammenhang stehenden Herausforderungen zu bewältigen. Der HealthHack als Ideenpool bietet hier optimale Voraussetzungen: Nicht nur für Braunschweig und die Metropolregion, sondern auch darüber hinaus.“

Metropolregion als Innovationszentrum

Mit dem HealthHack hat die Metropolregion ein Format etabliert, das bereits in der Vergangenheit vielfältige, kreative Ideen zu Tage förderte: von einer Fernbedienung, mit der ein Ventil eines Sauerstofftanks gesteuert werden kann bis hin zu einer Demenz-Assistenz-App. „Smarte Innovationen made in unserer Metropolregion. Das unterstreicht die Attraktivität und das Potenzial unseres Standortes als nationales Innovationszentrum im Gesundheitswesen“, betont Metropolregions-Geschäftsführer Christoph Meineke.

Am HealthHack 2024 beteiligten sich die Partner*innen Techniker Krankenkasse, AWO Bezirksverband Braunschweig e.V., Nibelungen Wohnbau GmbH, Digitalagentur Niedersachsen, Braunschweig Zukunft GmbH und Siemens Healthineers AG. Zudem unterstützen der HAWK Gesundheitscampus Göttingen, das Institut für Allgemeinmedizin der Universitätsmedizin Göttingen und das Peter L. Reichertz Institut für Medizinische Informatik, Standort Braunschweig. Organisatorische Mitwirkung leistete das Haus der Wissenschaft in Braunschweig.

Projektmanagerin Gesundheitswirtschaft, Linda Hoffmeister, abschließend:Wir bedanken uns herzlich bei unseren Partner*innen und Unterstützer*innen, die zu einer erneut gelungenen Auflage des Hackathons beigetragen haben. Die Teilnehmendenzahlen sind auf einem ähnlichen Niveau wie 2023. Es scheint also ein beständiges Interesse zu geben, interdisziplinär und gemeinsam innovative Lösungen für die Herausforderungen im Bereich Gesundheit und Pflege zu entwickeln.“

Über den HealthHack

Der HealthHack ist eine Veranstaltung der Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg GmbH und wird seit 2018 jährlich ausgerichtet. Während der Pandemie fand der Hack zwei Mal online statt; in einem Jahr pausierte er zudem. Ein Hackathon ist ein kollaboratives Event, bei dem Teilnehmende innerhalb eines festgelegten Zeitraums gemeinsam an innovativen Lösungen für technologische Herausforderungen arbeiten. Zielgruppe des HealthHack sind Studierende, Auszubildende, (Nachwuchs-)Wissenschaftler*innen, Gründer*innen sowie alle Menschen, die im Bereich Gesundheit, Medizin und Pflege tätig sind. Durch Unterstützung von Mentor*innen arbeiten sie im Team daran, die Gesundheit und Pflege von morgen zu verbessern. Weitere Informationen rund um den HealthHack gibt es hier.

Am 5. und 6. Juni 2024 verwandelt sich die Halle 4 auf dem Messegelände Hannover in einen Marktplatz für Vernetzung, intensiven Austausch und Innovation rund um die Immobilienwirtschaft und den ein oder anderen Geschäftsabschluss. Die Real Estate Arena geht in diesem Jahr schon in ihre dritte Runde. Die Immobilienmesse richtet sich gezielt an kleinere und mittlere Städte sowie mittelständische Bau- und Immobilienunternehmen. Seit Start der Messe in 2022 präsentiert sich die Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg GmbH mit mehreren Partner*innen auf einem Gemeinschaftsstand: Anfangs mit vier, zuletzt mit zehn Partner*innen. Auch 2024 wird wieder ein reger Austausch mit Investor*innen, Projektentwickler*innen und weiteren Beteiligten aus der Immobilienwirtschaft und darüber hinaus erwartet. Vorab haben wir uns mit Hartwig von Saß, dem Projektleiter der Real Estate Arena bei der Deutschen Messe, über Programm, Zertifizierung und Potenziale der Messe ausgetauscht.

Redaktion: Herr von Saß, die Real Estate Arena geht in die dritte Runde. Wie blicken Sie auf die ersten beiden Messejahre zurück?

Hartwig von Saß: Die Real Estate Arena war die erste Messe, die wir nach der langen Unterbrechung durch die Pandemie auf dem Messegelände in Hannover wieder ausgerichtet haben. Und mit dem Fokus auf die B- und C-Städte und die mittelständische Branche haben wir einen Bedarf im Markt getroffen. Wir haben das auf der Premiere als Feedback gehört und konnten dann ja auch zur zweiten Veranstaltung im vergangenen Jahr ein sehr dynamisches Wachstum realisieren. In der Qualität der Veranstaltung in der großen und schönen Halle 4, aber auch bei der Zahl der Aussteller*innen und Besucher*innen. Im Portfolio der Deutschen Messe ist die Real Estate Arena die erfolgreichste neue Messe seit mehr als 35 Jahren.

Redaktion: 2023 waren über 4.800 Besucher*innen sowie über 275 Aussteller*innen dabei. Zuletzt sprachen Sie von einem Wachstum von gut 25 Prozent. Für dieses Jahr gehen Sie von etwa 320 - 350 ausstellenden Unternehmen aus und rechnen mit bis zu 6.500 Besucher*innen. Inwiefern streben Sie perspektivisch ein weiteres Wachstum an?

Von Saß: Wir sehen in der Kombination der Positionierung und unserem Fokus tatsächlich noch weiteres Wachstumspotenzial. Die Real Estate Arena fußt ja auf drei starken Säulen: Die klassische Messe mit der Präsentation von Unternehmen; die zweite Säule ist unser Konferenzprogramm, in dem wir vor allem die Themen rund um die Transformation der Branche – auch durchaus kontrovers – diskutieren auf drei Bühnen. Und schließlich die Säule Innovation. Das lösen wir ein, durch ein sehr starkes Engagement bei den PropTechs, wie ja die Startups in der Immobilienbranche gemeinhin genannt werden. Die Real Estate Arena ist in diesem Jahr die größte PropTech-Plattform in Deutschland. Auf zwei Bühnen werden an zwei Tagen rund 200 junge Unternehmen um den "German PropTech-Award" pitchen. Das ist umso wichtiger, weil ja die Immobilienbranche im Vergleich zu anderen sehr wenig in hauseigene Innovation investiert – anders als der Maschinen- oder Automobilbau. Deshalb kommt den PropTechs eine so wichtige Bedeutung zu, weil sie sozusagen die ausgelagerte Forschungs- und Entwicklungsabteilung der Bau- und Immobilienunternehmen ist.

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Real Estate Arena 2023, Eröffnung Olaf Lies, Niedersächsischer Minister für Wirtschaft, Verkehr, Bauen und Digitalisierung (Foto: Deutsche Messe)

Redaktion: Die Immobilienwirtschaft steht zurzeit unter Druck: Fachkräftemangel im Handwerk und bei Behörden, Inflation, hohe Kosten für Energie, die Zinsen steigen, dazu kommen gesetzliche Bauvorgaben… Es sind komplexe Herausforderungen zu bewältigen. Wie kann die Real Estate Arena da helfende Impulse setzen?

Von Saß: Mit der Plattform schaffen wir einen Raum, der das gemeinsame Erarbeiten von Lösungen ermöglicht. Weil wir alle Beteiligten der Immobilien-Wertschöpfungskette einbinden, kommen in der Halle 4 alle Akteur*innen zusammen, die die Zukunft in der Hand haben. Besonders der Austausch zwischen Politik – sowohl der Kommunen aber auch der Landespolitik – ist da sehr hilfreich. Es geht da um gemeinsamen Lösungswillen, aber eben auch ein neues Verständnis. Wir werden in diesem Jahr in Zusammenarbeit mit dem VDW, dem Verband der Wohnungswirtschaft, einen norddeutschen Wohnungsgipfel haben, bei dem sich die Bauminister*innen auf der Real Estate Arena treffen und über die Herausforderung diskutieren, wie der Wohnungsbau den Stillstand überwinden kann. Dann werden die norddeutschen Minister*innen über die Messe gehen und sich bei den Aussteller*innen informieren. Dieser Brückenschlag zwischen Wirtschaft und Politik ist für unsere Real Estate Arena ganz wichtig.

Redaktion: Keine Real Estate Arena ohne Konferenz: Was können Besucher*innen auf den drei Bühnen erwarten?

Von Saß: Wenn ich eine Überschrift für das Programm finden müsste, würde sie wohl „Transformation“ lauten. Die Bau- und Immobilienbranche steht vor großen Herausforderungen, die sich nicht nur aus der aktuellen schwierigen Marktsituation ergeben. Es geht vor allem um die Umsetzung der ESG-Regularien, von denen nach wie vor viele denken, dass sie davon verschont bleiben. Wir können aber sehen, dass es schon sehr viele gute Beispiele gibt, wie es geht, die Anforderungen zu erfüllen. Wir haben prominente Namen auf der Bühne: Dr. Eckart von Hirschhausen spricht über Immobilien und Gesundheit, Prof. Moritz Schularick vom Kiel Institut für Weltwirtschaft stellt die Verbindung her zwischen Immobilienwirtschaft, Ökonomie und Demokratie. Christine Damke wird als Tech-Investorin erläutern, welche Chance in der Digitalisierung und der Nutzung von Künstlicher Intelligenz liegt. Und schließlich wird sich die bekannte Finanzjournalistin Anja Kohl – Sie kennen sie aus der Sendung „Wirtschaft vor acht“ im Ersten – der Frage nachgehen, wer die Transformation der Immobilienbranche bezahlen kann, ob die Finanzmärkte ausreichend Geld für die Aufgaben haben, die vor den Unternehmen liegen.

Redaktion: „Smart Home = Smart Life“: Die Digitalisierung ist und bleibt eines der großen Themen unserer Zeit. Ein Schlüsselwort ist hier „PropTech“. Wie wird sich das Ihrer Ansicht nach künftig sowohl auf den Wohnungsmarkt als auch bei Gewerbeimmobilien auswirken?

Von Saß: Ganz sicher wird das so sein – und vor allem in unglaublich vielen Prozessen. Ob es das Energie-Management der Gebäude angeht, von der Heizung bis zum Fahrstuhl, ob es die Schnittstelle zwischen Bestandshalter*in und Mieter*in angeht, oder ob es die Digitalisierung der Ankaufsprozesse angeht. Und in allem wird sich die Künstliche Intelligenz sehr schnell etablieren, weil sie völlig ungeahnte Effizienzsprünge erlauben wird. Wichtig ist hier für die Unternehmen zu verstehen, in welchen Bereichen sie was einsetzen können. Auf jeden Fall ist der Hebel riesig.

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Von Beginn an bei der Real Estate Arena dabei: Die Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg GmbH (Foto: Deutsche Messe)

Redaktion: Neue Allianzen bspw. zwischen Bauunternehmen, Projektentwickler*innen und politischen Entscheidungsträger*innen – das ist einer Ihrer Wünsche, was die Immobilienmesse bewirken soll. Warum liegt hier großes Potenzial?

Von Saß: Jede Immobilienentscheidung ist letztlich eine kommunale Entscheidung. Die Kommune weist die neuen Bau- und Gewerbegebiete aus. Das ist immer eingebunden in politische Prozesse – und da kann gegenseitiges Verständnis für die Ziele helfen. Jede Verknüpfung, die auf unserer Real Estate Arena neu entsteht, zahlt ein auf mehr Geschäftserfolg und letztlich auf viel bessere Ergebnisse.

Redaktion: Die Real Estate Arena ist dieses Jahr zum ersten Mal FKM-zertifiziert. FKM steht für Freiwillige Kontrolle von Messe- und Ausstellungszahlen in Deutschland und ist eine objektive Instanz. Was bedeutet das für die Immobilienmesse in Hannover?

Von Saß: Für uns ist das ein kleiner Ritterschlag, dass wir zu diesem Zeitpunkt schon zertifiziert werden, was auch unseren Erfolg bestätigt. Nach der Real Estate Arena 2024 prüft ein unabhängiger Wirtschaftsprüfer unsere Zahlen. Für die Kund*innen bedeutet das hohe Verlässlichkeit. Nicht alle Veranstaltungen machen das. Für uns ist das ein weiterer Vertrauensbeweis in Richtung unserer Kund*innen, die sich auf unsere Zahlen zu 100 Prozent verlassen können.

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Das Team der Real Estate Arena 2023 (Foto: Deutsche Messe)

Redaktion: Die Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg GmbH ist mit ihrem Gemeinschaftsstand seit Beginn der Messe mit dabei. Warum lohnt es sich Ihrer Ansicht nach, in die Metropolregion als Standort zu investieren?

Von Saß: Wenn es die Metropolregion noch nicht gäbe, müsste sie erfunden werden. Sie hat für Investor*innen aus anderen Teilen Deutschlands und auch darüber hinaus so vieles zu bieten, was Ansiedlungen oder auch Investitionen in Immobilien erfolgreich machen. Und dass sich die Kommunen zusammenschließen und ihre Kräfte in ihrem Auftritt bündeln, ist nach außen ein starkes Zeichen, das belegt: Wir ziehen hier in der Region an einem Strang und wollen eine gute Zukunft für die Menschen in dieser Region.

Redaktion: Vielen Dank für das Interview!

Der Gemeinschaftsstand der Metropolregion befindet sich 2024 auf Fläche G58. Weitere Informationen zur Real Estate Arena gibt es hier.

Drei Jahre Real Estate Arena – drei Jahre Gemeinschaftsstand der Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg GmbH. Die Real Estate Arena ist seit ihrem Auftakt 2022 ein bedeutender Treffpunkt für die Immobilienbranche, der Messe und Konferenz vereint und die B- und C-Standorte ins Rampenlicht rückt. Von Beginn an ist die Metropolregion mit dabei – anfangs mit vier, inzwischen mit zehn Partner*innen.

Am Gemeinschaftsstand präsentieren sich auch am 5. und 6. Juni 2024 wieder verschiedene Akteur*innen aus der Immobilienwirtschaft – von der Wirtschaftsförderung bis zur Projektentwicklung – und spiegeln dabei auch die Vielfalt und Dynamik der Metropolregion wider:

  • Stadt Bad Pyrmont
  • blueorange Development Partner GmbH
  • Braunschweig Zukunft GmbH
  • Stadt Garbsen
  • Wirtschaftsförderung Region Goslar GmbH & Co. KG
  • Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Göttingen mbH
  • Wirtschaftsförderung der Stadt Hameln
  • Wirtschaftsförderungsgesellschaft Hildesheim Region mbH
  • Köster GmbH
  • WMG Wolfsburg Wirtschaft und Marketing GmbH

Wir freuen uns auf eine erfolgreiche Messeteilnahme und darauf, mit Ihnen in den Dialog zu treten. Besuchen Sie uns am Stand der Metropolregion (G58), um spannende Einblicke in die Immobilienentwicklung unserer Region zu erhalten und wertvolle Kontakte zu knüpfen.

Wir sehen uns auf der Real Estate Arena 2024!

Niedersachsens Gesundheitsminister Dr. Andreas Philippi übernimmt Schirmherrschaft

Metropolregion, 12.03.2024. Hacken, Tüfteln und Coden: Der TRAFO Hub Braunschweig verwandelt sich am 12. und 13. April in eine Ideenwerkstatt rund um die Gesundheit und Pflege von morgen. Die Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg GmbH führt den Hackathon HealthHack zum inzwischen sechsten Mal durch. Ziel ist es, in interdisziplinären Teams an innovativen und kreativen Lösungen für die verschiedenen Herausforderungen im Gesundheitssystem zu arbeiten. Die Schirmherrschaft übernimmt der Niedersächsische Minister für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung, Dr. Andreas Philippi.

„Hackathons bieten allen Teilnehmenden die Möglichkeiten, ihre Kreativität zu entfalten und gemeinsam mit anderen nach Lösungen zu suchen. Davon profitieren alle Beteiligten. So wichtig der Sachverstand der Expertinnen und Experten gerade bei den komplexen Fragestellungen im Gesundheits- und Pflegebereich ist, denke ich doch, dass ‚frischer Wind‘ durch Input von außen eine Bereicherung darstellt“, so Gesundheitsminister Philippi.

Im Mittelpunkt des Hackathons stehen 2024 folgende Themen: Produktinnovationen (Pflege/Gesundheit), Virtual und Augmented Reality, Softwarelösungen, KI-Anwendungen, Health@Home, Sensorik, Big Data und Robotik. Braunschweigs Oberbürgermeister Dr. Thorsten Kornblum, Aufsichtsratsvorsitzender der Metropolregion, hebt die Bedeutung des Hackathons hervor: „Unsere Stadt steht als namensgebende Säule der Metropolregion für Forschungsstärke und interdisziplinäre Zusammenarbeit in der Gesundheitswirtschaft. Mit dem HealthHack bieten wir eine Plattform für Ideen und Experimente, die zu greifbaren Lösungen werden sollen. Dabei unterstützen uns wichtige metropolregionale Akteurinnen und Akteure mit ihrer Expertise.

Realisiert wird der HealthHack 2024 mit Unterstützung der Partner*innen Techniker Krankenkasse,  AWO Bezirksverband Braunschweig e.V., Nibelungen Wohnbau GmbH, Digitalagentur Niedersachsen,  Braunschweig Zukunft GmbH und Siemens Healthineers AG. Zudem wirken der HAWK Gesundheitscampus Göttingen, das Institut für Allgemeinmedizin der Universitätsmedizin Göttingen und das Peter L. Reichertz Institut für Medizinische Informatik, Standort Braunschweig, an der Ausrichtung der Veranstaltung mit. Die Teilnehmenden haben die Chance auf Preisgelder in Höhe von bis zu 1.000 Euro und profitieren zudem von Mentoring durch Expert*innen und Netzwerkkontakte.

„Unsere Metropolregion ist ein wichtiger Standort der Gesundheitswirtschaft in Deutschland und sogar im europäischen Vergleich. Namhafte Unternehmen sind dabei ebenso wichtig wie Startups, die innovative und kreative Impulse setzen. Diese fördern wir zum sechsten Mal mit dem HealthHack und freuen uns auf viele spannende Anwendungen!“, so Metropolregions-Geschäftsführer Christoph Meineke. Er ist insbesondere gespannt auf Lösungen aus aktuell heiß diskutierten Themenfeldern wie Virtual Reality oder Künstlicher Intelligenz.

Linda Hoffmeister, Projektmanagerin Gesundheitswirtschaft bei der Metropolregion GmbH, ruft zum Mitmachen auf: „Interdisziplinarität wird bei unserem HealthHack großgeschrieben. Darum möchte ich alle interessierten Personen und Teams ermutigen, sich die Chance einer Teilnahme nicht entgehen zu lassen. Auch wer keine eigene Idee hat, kann die eigenen Fähigkeiten vor Ort in der Teamarbeit mit einbringen. Euer Einsatz kann den Unterschied machen!“

Über den HealthHack

Der HealthHack ist eine Veranstaltung der Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg GmbH, organisatorische Mitwirkung leistet das Haus der Wissenschaft in Braunschweig. Ein Hackathon ist ein kollaboratives Event, bei dem Teilnehmende innerhalb eines festgelegten Zeitraums gemeinsam an innovativen Lösungen für technologische Herausforderungen arbeiten. Zielgruppe des HealthHack sind Studierende, Auszubildende, (Nachwuchs-)Wissenschaftler*innen, Gründer*innen sowie alle Menschen, die im Bereich Gesundheit, Medizin und Pflege tätig sind. Durch Unterstützung von Mentor*innen arbeiten sie solo oder im Team daran, die Gesundheit und Pflege von morgen zu verbessern. Alle Informationen rund um den HealthHack und den Link zur Anmeldung finden Sie hier.

Auf Beschluss des Verwaltungsausschusses Ende 2023 ist die Stadt Wolfenbüttel nun dem Verein „Kommunen in der Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg“ beigetreten. Geschäftsführer Christoph Meineke war am Donnerstag, 15. Februar 2024 im Wolfenbütteler Rathaus zum Auftaktgespräch zu Gast.

In dem Auftaktgespräch zwischen Christoph Meineke, der seit dem 1. Februar 2024 die Geschicke der Metropolregion von Hannover aus leitet, Bürgermeister Ivica Lukanic, Kämmerer und Erstem Stadtrat Knut Foraita sowie Wirtschaftsförderer Jonas Münzebrock ging es um erste konkrete Ansetzungspunkte der künftigen Zusammenarbeit.

Die Aktivitäten der Metropolregion sollen einen Beitrag leisten, um die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit im nationalen und internationalen Kontext langfristig zu sichern, eine Aufwertung sowohl für die Metropolregion als Ganzes als auch für die einzelnen Teilräume erzeugen und die Herausbildung einer gemeinsamen regionalen Identität stützen. Davon zu profitieren ist auch der Hintergedanke Wolfenbüttels für den Beitritt. So sollen zum Beispiel gemeinsame Vernetzungs- und Impulsveranstaltungen umgesetzt werden.

Die Metropolregion GmbH wirkt seit 2009 als Entwicklerin, Trägerin und Partnerin von innovativen Projekten auf der regionalen, nationalen und internationalen Ebene sowie als Bühne für Partner, Teilräume und ihre Projekte. Sie konzentriert sich dabei auf die Handlungsfelder Mobilität, Gesundheitswirtschaft und Standortmarketing. 

Über den Verein Kommunen in der Metropolregion

Der Verein Kommunen in der Metropolregion umfasst rund 50 Mitglieder. Hierzu zählen neben Städten, Landkreisen und Gemeinden die Region Hannover, der Regionalverband Großraum Braunschweig sowie weitere kommunale Einrichtungen. Der Verein der Kommunen ist mit rund 25 Prozent größter Gesellschafter der Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg GmbH. Neben ihm zählen dazu auch der Verein Wissenschaft, der Verein Wirtschaft, die namensgebenden Städte sowie das Land Niedersachsen. Die Metropolregion umfasst ein Gebiet von rund 19.000 Quadratkilometern mit etwa 3,9 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern.

(Autor: Pressestelle Stadt Wolfenbüttel)

Metropolregion, 15.02.2024. „Es wird viel über Pflege geredet, aber zu wenig mit der Pflege.“ Mit diesen Worten hat Lina Brandt, Projektmanagerin Gesundheitswirtschaft der Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg GmbH, am 13.02.2024 den CareSummit 2024 eröffnet.

„Pflege hat viele Facetten und Politik ist kein Selbstzweck, sondern soll das Leben auch in diesem Bereich verbessern. Hier braucht es neue Ansätze und Denkweisen, vor allem aber auch Wertschätzung“, betonte Wiebke Osigus, niedersächsische Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten und Regionale Entwicklung in ihrer Rede. Osigus, zugleich auch Aufsichtsratsmitglied der Metropolregion GmbH, bezeichnete Veranstaltungen wie den CareSummit als entscheidend dafür, miteinander ins Gespräch zu kommen und nannte dabei auch die aktive Regionalentwicklung als einen Baustein, der zu einer verbesserten Pflegesituation aller Beteiligten beitragen kann.

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Ministerin Wiebke Osigus bei ihrem Grußwort auf dem CareSummit der Metropolregion GmbH (Foto: Marco Bühl)

Rund 80 Gäste aus Gesundheit und Pflege hatten sich in der Cavallo Königlichen Reithalle in Hannover eingefunden und tauschten sich darüber aus, wie die Pflege zukunftsfähig gestaltet werden kann. Den Grund präsentierte Thomas Kalwitzki, Diplom-Gerontologe und wissenschaftlicher Geschäftsführer der Abteilung Gesundheit, Pflege und Alterssicherung an der Universität Bremen, zu Beginn der Veranstaltung: Er skizzierte in einem Fachimpuls, dass fünf von sechs Frauen und zwei von drei Männern in ihrem Leben pflegebedürftig werden. Von 2020 bis 2030 werde die Zahl bedarfsnotwendiger Pflegekräfte um mehr als 150.000 Vollzeitstellen steigen. Es kommen somit mehr Pflegebedürftige auf weniger Erwerbspersonen.

Beispielhafte Konzepte für einen attraktiveren Arbeitsalltag von Pflegekräften stellte Gesundheits-Influencer Jonah Grütters vor: Flexible Schichtgestaltung, Job-Sharing und unbegrenzter bezahlter Urlaub. Die Generation Z habe andere Bedürfnisse und Erwartungen an Arbeitgeber*innen, mit denen der Arbeitsmarkt in der Pflege konfrontiert ist. Lösung bietet zum Beispiel das Konzept des „New Work“. Mut zur Eigenverantwortung der Beschäftigten sei hier ein Schlüsselwerkzeug.

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Jonah Grütters sprach über die Generation Z und New Work (Foto: Marco Bühl)

Einblicke aus der wir pflegen! Interessenvertretung und Selbsthilfe pflegender Angehörigen e.V. brachte Christiane Hüppe an der Seite der geschäftsführenden Vorständin Silvia Kaes mit. Hüppe berichtete von ihren eigenen Erfahrungen aus der Pflege von Familienangehörigen und kritisierte bürokratische Anforderungen sowie fehlende Synergien beispielsweise bei der Schulbegleitung.

In der anschließenden Podiumsdiskussion wurde der Wunsch nach mehr Flexibilität und verbesserten Rahmenbedingungen ebenfalls offensichtlich: Führungskräfte sind demnach in der Verantwortung, entsprechende Strukturen zu schaffen, der Austausch mit anderen Unternehmen könnte neue Impulse setzen.

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 Die Teilnehmenden der Podiumsdiskussion und Referent*innen der Veranstaltung: (v.l.n.r.) Christiane Hüppe (wir pflegen! Interessenvertretung und Selbsthilfe pflegender Angehörigen e.V.), Thomas Kalwitzki (Diplom-Gerontologe und wissenschaftlicher Geschäftsführer der Abteilung Gesundheit, Pflege und Alterssicherung an der Universität Bremen), Silvia Kaes (geschäftsführende Vorständin wir pflegen! Interessenvertretung und Selbsthilfe pflegender Angehörigen e.V.), Juliane Annussek (Akademieleiterin und Geschäftsführerin der Bildungsakademie Pflege der MHH), Jonah Grütters (Vorstandsbeauftragter bei Hashtag Gesundheit e.V. und Dualer Student bei OptiMedis AG), Corinna Schwedhelm (Projektreferentin im Netzwerkbüro „Erfolgsfaktor Familie“ des BMFSFJ), Sabine Brase (Pflegewissenschaftlerin und Geschäftsführerin im Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam) und Björn Klink (Pflegefachmann und Mitglied der Lenkungsgruppe Junge Pflege im DBFK) (Foto: Marco Bühl)

 „Eine zukunftsfähige Pflege muss digitaler und unbürokratischer werden. Zugleich sind Präventionsmaßnahmen auf beiden Seiten notwendig: Dabei müssen die Beschäftigten und die Pflegebedürftigen gleichermaßen im Fokus stehen“, so Sabrina Jacob, kommissarische Leiterin der Techniker Krankenkasse (TK) – Landesvertretung Niedersachen.

„Die Metropolregion ist eine Ideenschmiede für den Standort. Mit diesem Pflegegipfel geben wir Anstöße und vernetzen. Standorte werden attraktiv durch und für die Menschen, die dort leben und arbeiten. Hochwertige Pflege und gute Bedingungen in der Branche sind daher ein wichtiger Faktor. Daran arbeiten wir hier gemeinsam“, resümierte Metropolregions-Geschäftsführer Christoph Meineke den CareSummit.

Über den CareSummit

Der CareSummit 2024 fand im Rahmen der Entwicklungsplattform Innovative Pflege InCa 4D statt und wurde in Kooperation mit der Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen Bremen e.V. und der TK-Landesvertretung Niedersachsen veranstaltet. InCa 4D wird gefördert vom Amt für regionale Landesentwicklung Leine-Weser.

Über die Metropolregion

Die Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg GmbH setzt sich aus den vier namensgebenden Städten, dem Land Niedersachsen und drei Vereinen zusammen. Zu diesen gehören der Verein Kommunen, der Verein Wirtschaft und der Verein Wissenschaft. Die Metropolregion umfasst ein Gebiet von rund 19.000 Quadratkilometern mit etwa 3,9 Millionen Einwohner*innen und bildet den stärksten Wirtschaftsraum in Niedersachsen. Ziel der Metropolregion GmbH ist es, das gesamte Gebiet sowie seine Teilräume nachhaltig zu fördern und die Wettbewerbsfähigkeit auf nationaler wie internationaler Ebene zu stärken. Sie fungiert dabei als Plattform, Vernetzerin und Impulsgeberin.

Attraktive Innenstädte, die mehr als Einkaufs- und Konsummeile sind, darum ging es am 10. November 2023 im Zedita/Kaisersaal Hameln bei der Veranstaltung „Revitalisierung Innenstadt“. Auf Initiative der Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg GmbH versammelten sich rund 50 Vertreter*innen aus Politik und Wirtschaft, um über Perspektiven für die Innenstädte zu diskutieren. Im Mittelpunkt stand dabei auch das Programm „Hameln handelt“ – ein Best-Practice-Beispiel für die Belebung der Innenstädte. Mehr zu diesem Programm und wie es nach der Veranstaltung mit einem interkommunalen Netzwerk in Sachen Innenstadtbelebung weitergehen soll, haben wir mit Thomas Wahmes besprochen. Er ist Referatsleiter Wirtschaftsförderung und Öffentlichkeitsarbeit bei der Stadt Hameln.

Redaktion: Herr Wahmes, seit 2021 bezuschusst das Programm „Hameln handelt“ Gründer*innen, die sich mit einer neuen Geschäftsidee in der Innenstadt ansiedeln wollen. Insgesamt unterstützt die Stadt Gründer*innen mit bis zu 5.000 Euro monatlich bei der Nettokaltmiete im ersten Jahr und auch darüber hinaus gibt es noch finanzielle Hilfestellung. Wie langfristig ist das Programm angelegt?

Thomas Wahmes: Das Programm ist bewusst nicht langfristig angelegt. Unsere Intention war es, nach der Corona-Pandemie mit ihren negativen Auswirkungen auf den innerstädtischen Einzelhandel einer drohenden Abwärtsspirale entgegenzuwirken. Wir wissen aber, dass jeder Eingriff in wirtschaftliche Abläufe kritisch hinterfragt werden sollte. Daher wollen wir eine Dauersubventionierung vermeiden. Der Rat hat den Förderzeitraum bis zum 31.12.2025 begrenzt – aus heutiger Sicht eine vertretbare Entscheidung.

Redaktion: Bislang wurden schon mehr als 30 Anträge gestellt, zwölf Erfolgsgeschichten sind auf der Internetseite der Stadt nachzulesen. Wie hat sich die Innenstadt von Hameln seit Programmstart verändert?

Wahmes: Der Abwärtstrend konnte gestoppt werden. Das ist schon mal ein guter Erfolg. Mehr noch: Wir sind der Auffassung, dass unsere Innenstadt durch viele neue Konzepte und Angebote deutlich attraktiver geworden ist. Dafür sind wir den Geschäftsbetreibern dankbar. Nur durch ihren Mut und ihre Risikobereitschaft ist der Erfolg möglich geworden. Wir dürfen aber nun nicht stehen bleiben, sondern müssen weiter für unsere Innenstadt kämpfen. Die Gefahr, dass bei weiteren Ladenschließungen schnell ein „Kipp-Punkt“ erreicht ist, der zu einer nur schwer aufzuhaltenden Abwärtsbewegung führen würde, ist noch nicht gebannt.

Redaktion: Ein Problem, das Oberbürgermeister Claudio Griese angesprochen hat, ist der bauliche Zustand der Immobilien in der Innenstadt. 45 Ladenflächen seien derzeit von Leeerstand betroffen, davon seien 15 aufgrund baulicher Mängel nicht vermietbar. Was will bzw. kann die Stadt dahingehend tun?

Wahmes: Tatsächlich ist es ein großes Problem, dass einige Ladenlokale aufgrund baulicher Mängel gar nicht vermietet werden können. Wenn sich diese Immobilien dann noch in exponierter Lage befinden, ist dies umso mehr ein Ärgernis. Wir versuchen alles, um Eigentümer dazu zu bewegen, ihre Immobilien weiter zu entwickeln. Wir können immer nur an die Verantwortung der Eigentümer appellieren – rechtliche Möglichkeiten gibt es leider nur sehr eingeschränkt. Aber wir lassen nicht locker und konnten dadurch schon einige Erfolge erzielen.

Redaktion: Am 10. November gab es auf unserer Veranstaltung zur Innenstadtrevitalisierung verschiedenste Vorträge, unter anderem auch aus den Niederlanden und Frankreich. Was können sich Städte und Gemeinden in Deutschland für ein Beispiel an Maßnahmen aus dem Ausland nehmen?

Wahmes: Ich denke, dass der Blick über den Tellerrand immer hilfreich ist. Wir haben während der Metropolregion-Veranstaltung eindrucksvolle Vorträge gehört. Die Herangehensweise in den Niederlanden und in Frankreich erscheint beispielhaft – vor allem die Mentalität des Ärmel-aufkrempelns, die Ausdauer und die Innovationsbereitschaft.

Redaktion: Das Thema „Dritter Ort“ spielt auch eine Rolle. Dabei handelt es sich um niedrigschwellige, konsumfreie Orte in Innenstädten wie beispielsweise Bibliotheken oder Volkshochschulen. Inwiefern können „Dritte Orte“ dazu beitragen, Innenstädte wie Hameln als Anziehungspunkte zu erhalten?

Wahmes: Innenstädte sind längst mehr als nur Einkaufszonen. Wer in die Innenstadt geht, möchte auch Freizeit gestalten und etwas erleben. Wir sehen, dass gastronomische Angebote immer mehr an Bedeutung gewinnen. Genauso wichtig sind aber auch „Dritte Orte“. In Hameln haben wir unsere Stadtbibliothek umgebaut und neu ausgerichtet. Damit gewinnt unsere Innenstadt zusätzlich an Attraktivität.

Redaktion: In Nordrhein-Westfalen gibt es bereits das Netzwerk Innenstadt NRW, das Städte und Gemeinden fachlich berät und unter anderem dabei unterstützt, Innenstadtakteur*innen zu qualifizieren. Nun ist ein solches Netzwerk auch im Gespräch für die Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg GmbH. Was versprechen Sie sich als Wirtschaftsförderer davon?

Wahmes: Es ist gerade der Austausch unter Kolleginnen und Kollegen, der uns voranbringt. Das haben bereits die vielen Gespräche während der Veranstaltung „Revitalisierung Innenstadt“ im November vergangenen Jahres gezeigt. Man kann viel voneinander lernen, man kann gemeinsam neue Ideen entwickeln. Ein Netzwerk macht uns stärker – und hilft uns, schwierige Aufgaben noch besser zu bewältigen.

Informationen rund um "Hameln handelt" sind hier zu finden:

https://www.hameln.de/de/wirtschaft-stadt-umwelt/wirtschaft/handel-gastro-u-stadtmarketing/hameln-handelt

https://www.hameln.de/de/erfolgsgeschichten

Premierminister Gabriel Attal hat Deutschland für seine erste Auslandsreise ausgewählt. Gestern traf er sich mit der französischen Gemeinschaft in der Französischen Botschaft in Berlin.

Laure Dréano-Mayer, Leiterin der deutsch-französischen Antenne Métropole der Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg war anwesend und hatte die Gelegenheit, sich mit dem Premierminister über das deutsch-französische sprachliche und kulturelle Engagement in Niedersachsen und die Bedeutung dieser Kooperationen, um Europa auf kommunaler Ebene erlebbar zu machen, auszutauschen.

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