
Hannover/ Hildesheim, 27.01.2026. Das Künstlerhaus in Hannover, der Riedel-Saal der VHS in Hildesheim und die Aula der IGS Langenhagen hatten Ende vergangener Woche eins gemein: Sie waren anlässlich des Deutsch-Französischen Tages nahezu vollbesetzt. Insgesamt haben mehrere hundert Menschen die binationalen Beziehungen gefeiert, die auf dem Élysée-Vertrag vom 22. Januar 1963 basieren. Mit dem Freundschaftsvertrag schufen Bundeskanzler Konrad Adenauer und Frankreichs Präsident Charles de Gaulles seinerzeit die Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche politische wie auch zivilgesellschaftliche Zusammenarbeit beider Staaten.
Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay erinnerte am Samstag vor mehr als 110 Gästen im Künstlerhaus an die Unterzeichnung des Vertrags und betonte die weiterhin hohe Bedeutung der deutsch-französischen Freundschaft angesichts der aktuellen Weltlage. Dabei hob er die seit mehr als 60 Jahren bestehende Städtepartnerschaft mit Rouen als positives Beispiel hervor und dankte den daran Beteiligten für ihr Engagement. Honorarkonsul Dr. Reinhard Spieler pflichtete ihm bei und zeigte sich erfreut, dass trotz zunehmender politischer Spannungen das Engagement für die deutsch-französischen Beziehungen ungebrochen sei.
Als Ehrengast präsentierte die ehemalige Frankreich-Korrespondentin der Süddeutschen Zeitung und SPIEGEL-Reporterin Nadia Pantel ihr Buch „Das Camembert-Diagramm“, in dem Essen als Ausgangspunkt für einen feinsinnigen, neuen und oft lustigen Blick auf die französische Gesellschaft und Politik fungiert. Im Gespräch mit Laure Dréano-Mayer, Leiterin der Antenne Métropole, ging es um die französische Politik, die #MeToo-Bewegung in Frankreich sowie um eine Analyse der heutigen bilateralen Beziehungen vor dem Hintergrund einer schwierigen weltpolitischen Lage.
SPIEGEL-Reporterin Nadia Pantel stellte im Künstlerhaus Hannover ihr Buch vor (Foto: Vera Glaser)

Der Deutsch-Französische Tag ist seit mehreren Jahren fester Bestandteil im Terminkalender der Stadt Hannover und erzeugt regelmäßig großen Andrang bei Besucherinnen und Besuchern. Damit stellt er eine Bereicherung für die Stadt Hannover sowie ihre europäische Ausrichtung dar.
In Hildesheim war das Interesse an den Feierlichkeiten zum Deutsch-Französischen Tag am vergangenen Freitag ebenfalls groß. Auch hier besuchten rund 110 Menschen die Lesung und das Gespräch mit dem rennradbegeisterte Deutschfranzosen Jean-Marie Magro, ARD-Korrespondent, Journalist und freier Autor. Er stellte im Riedel-Saal der Volkshochschule sein Buch „Radatouille – Meine Tour de France zu Burgund, Baguette und Banlieues“ vor. Im Gespräch mit Moderatorin Laure Dréano-Mayer verwies er darauf, dass deutsch-französische Beziehungen nicht nur von der politischen Ebene leben, sondern auch durch Partnerschaftsvereine. Dabei äußerte er auch den Wunsch, dass sich wieder mehr jüngere Menschen für eine solche Partnerschaft engagieren.

Laure Dréano-Mayer, Leiterin der Antenne Métropole, und Jean-Marie Magro, ARD-Korrespondent und freier Autor, sprachen in Hildesheim über Magros Buch "Radatouille" (Foto: Jennifer Bullert)
Dies taten im schulischen Kontext bereits am Donnerstag rund 250 Französisch-Schülerinnen und -Schüler aus zehn verschiedenen Schulen in Hannover und Region an der IGS Langenhagen.
Laure Dréano-Mayer zeigte sich erfreut über das große Interesse am Deutsch-Französischen Tag und hob zugleich seine anhaltende Relevanz hervor: „Die Welt befindet sich im Umbruch, und jahrzehntelange internationale Allianzen werden vielerorts aufgerieben. Diese Entwicklungen zeigen, wie schnell politische Stabilität ins Wanken geraten und sich die Richtung internationaler Beziehungen grundlegend verändern kann. Umso wichtiger ist es, die gelebte Partnerschaft zwischen Deutschland und Frankreich zu festigen und zu zelebrieren. Sie steht für ein friedliches Miteinander in den bilateralen Beziehungen und bleibt der Motor der europäischen Einigung.“
Sven Schickerling, Schulleiter der IGS Langenhagen, spricht zum Dt.-Frz. Tag (Foto: (c) Nils Thomsen)

Hannover pflegt mit Perpignan und Rouen zwei Städtepartnerschaften nach Frankreich. Hildesheim verbindet seit 1965 eine Städtepartnerschaft mit Angoulême. Die Antenne Métropole in der Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg hat die Veranstaltung im Künstlerhaus Hannover in Kooperation mit der Deutsch-Französischen Gesellschaft Hannover e.V. und mit Unterstützung vom Deutsch-Französischen Bürgerfonds organisiert. Die Veranstaltung in der VHS Hildesheim wurde in Kooperation mit dem Arbeitskreis Hildesheim-Angoulême und der Stadt Hildesheim umgesetzt.
Über die Antenne Métropole
Die Antenne Métropole fördert den deutsch-französischen Austausch in der Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg, informiert über das französischsprachige Angebot und organisiert kulturelle Veranstaltungen. Gegründet im Sommer 2010 auf Grundlage einer Vereinbarung zwischen der Botschaft der Republik Frankreich und der Metropolregion ist sie Teil des Netzwerkes des Institut français Deutschland. Kooperationspartner sind Einrichtungen des Landes Niedersachsen, Kommunen, Unternehmen und Hochschulen. Die Antenne Métropole ist auch ein Infopunkt des Deutsch-Französischen Jugendwerks (DFJW/OFAJ) und informiert über Aktivitäten und (Austausch-)Programme des DFJW.
Über die Metropolregion GmbH
Die Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg GmbH vernetzt Menschen und Unternehmen, Wissenschaft und Kommunen mit ihrem Können und Wissen, ihren Kompetenzen und Ideen – metropolregional, national und international. Sie entwickelt und ermöglicht Projekte in den Handlungsfeldern Mobilität, Gesundheitswirtschaft und Standortmarketing. Dabei umfasst sie rund 3,9 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner auf einem Drittel der Fläche Niedersachsens.