
Hannover/Göttingen (23.04.2026) Ein Preis für Freiheit, Menschenrechte, Demokratie - das ist der Prix Liberté, der einmal jährlich vergeben wird. Schüler*innen aus aller Welt, darunter auch aus Niedersachsen, entscheiden, wer die Auszeichnung erhält. Bereits zum vierten Mal in Folge haben das Institut français Deutschland und die Antenne Métropole gemeinsam mit dem Land Niedersachsen ein Voting-Event organisiert. Sowohl in der Goetheschule Hannover als auch im Otto-Hahn-Gymnasium Göttingen war die Abstimmung mit einem eindrucksvollen Programm unterlegt.
„Der Prix Liberté würdigt Menschen, die sich in besonderer Weise für Freiheit, Menschenrechte und Frieden einsetzen. Die Schülerinnen und Schüler des Göttinger Otto-Hahn-Gymnasiums übernehmen dabei eine wichtige Rolle: Sie setzen sich mit den Nominierten intensiv auseinander, bilden sich im Gespräch eine Meinung und geben ihre Stimme ab. So erleben sie unmittelbar, wie eigene Beteiligung demokratische Prozesse beeinflusst und stärkt. Der Austausch mit der Partnerregion bietet ihnen zudem eine besondere Erfahrung über kulturelle und sprachliche Grenzen hinweg und steht beispielhaft für die deutsch-französische Freundschaft“, sagte Melanie Walter, Niedersächsische Ministerin für Europa und Regionale Landesentwicklung bei der Veranstaltung in Göttingen.
Im Mittelpunkt der Voting-Veranstaltungen in Hannover und Niedersachsen stand in diesem Jahr der Austausch in französischer Sprache mit der französischen Sängerin und Schauspielerin Camélia Jordana. Die Jugendlichen hatten die Gelegenheit, mit der Künstlerin über Engagement, Freiheit und Frauenrechte ins Gespräch zu kommen. Camélia Jordana, 1992 in Toulon geboren, wurde 2009 durch die Fernsehsendung Nouvelle Star einem breiten Publikum bekannt. Seit vielen Jahren engagiert sie sich für Frauenrechte und gegen Diskriminierung, unter anderem gegen Sexismus, Rassismus und Polizeigewalt. Dieses gesellschaftliche Engagement prägt sowohl ihre Musik als auch ihre Filmrollen. Im Anschluss an den Austausch mit Camélia Jordana stimmten die Schüleri*nnen darüber ab, welche der drei nominierten Persönlichkeiten beziehungsweise Organisationen den Prix Liberté in diesem Jahr erhalten sollen.
Noch bis zum 30. April 2026 können junge Menschen ihre Favoriten wählen: Zu den Nominierten gehören der afghanische Bildungsaktivist Matiullah Wesa, die von Li Qiang gegründete NGO China Labor Watch sowie die indigene ecuadorianische Aktivistin Nemonte Nenquimo. (Hier geht es zur Abstimmung zum Prix Liberté.) Eine internationale Jury, bestehend aus 24 jungen Menschen aus 14 Ländern, hat die drei Nominierten im Februar ausgewählt. Auch eine Schülerin der Goetheschule Hannover gehört dieser Jury an.
Die Verleihung des Prix Liberté 2026 findet am 4. Juni 2026 in Caen/ Frankreich statt. An dieser wird wird in diesem Jahr auch eine Delegation aus Niedersachsen mit Ministerpräsident Olaf Lies teilnehmen. Mit dabei sein sollen ebenfalls Schüler*innen aus Hannover (Goethe- und Käthe-Kollwitz-Schule), Bertrand Deniaud, Vizepräsident der Région Normandie, betonte: „Wer auf die Geschichte Frankreichs und Deutschlands blickt, sieht auch Konflikte und Kriege. Doch ebenso wahr ist: Wir haben inzwischen mehr Jahre in Frieden als im Krieg miteinander gelebt. Darin liegt eine starke Botschaft. Die Partnerschaft zwischen der Normandie und Niedersachsen macht deutlich, dass Verständigung, Freundschaft und Zusammenarbeit heute das Fundament unserer Beziehungen bilden.“
Der Prix Liberté wird von der Region Normandie in Kooperation mit dem Internationalen Institut für Menschenrechte und Frieden in der Normandie organisiert. Der Preis lädt junge Menschen zwischen 15 und 25 Jahren weltweit dazu ein, jedes Jahr eine Person oder Organisation auszuzeichnen, die sich in besonderer Weise für Freiheit und Menschenrechte einsetzt. Das Besondere: Über die Auszeichnung entscheiden bewusst Jugendliche und nicht Erwachsene. Der Preis ist mit 25.000 Euro dotiert und soll den weiteren Einsatz der ausgezeichneten Persönlichkeit oder Organisation unterstützen.
Über die Antenne Métropole
Die Antenne Métropole fördert den deutsch-französischen Austausch in der Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg, informiert über das französischsprachige Angebot und organisiert kulturelle Veranstaltungen. Gegründet im Sommer 2010 auf Grundlage einer Vereinbarung zwischen der Botschaft der Republik Frankreich und der Metropolregion ist sie Teil des Netzwerkes des Institut français Deutschland. Kooperationspartner sind Einrichtungen des Landes Niedersachsen, Kommunen, Unternehmen und Hochschulen. Die Antenne Métropole ist auch Beratungstelle für den Deutsch-Französischen Bürgerfonds Infopunkt des Deutsch-Französischen Jugendwerks (DFJW/OFAJ).
Über die Metropolregion GmbH
Die Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg GmbH vernetzt Menschen und Unternehmen, Wissenschaft und Kommunen mit ihrem Können und Wissen, ihren Kompetenzen und Ideen – metropolregional, national und international. Sie entwickelt und ermöglicht Projekte in den Handlungsfeldern Mobilität, Gesundheitswirtschaft und Standortmarketing. Dabei umfasst sie rund 3,9 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner auf einem Drittel der Fläche Niedersachsens.