
Metropolregion (21.05.2026). Bleibt das Handwerk im Verkehr stecken, verzögern sich Reparaturen, Bauprojekte, Versorgung und Energiewende. Erreichbare Einsatzorte, geeignete Lade- und Servicezonen, planbare Baustellen und praktikable Parkregelungen sind darum für Handwerksbetriebe entscheidend. Mit dem Projekt „HAWIMO – Handwerk, Wirtschaftsverkehr und Mobilität“ untersucht die Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg gemeinsam mit den Handwerkskammern Hannover, Braunschweig-Lüneburg-Stade und Hildesheim-Südniedersachsen die Mobilitätsbedarfe des Handwerks und entwickelt Handlungsempfehlungen, damit die Anforderungen der Betriebe in der Verkehrsplanung künftig stärkere Berücksichtigung finden. Unterstützung leistet das ifh Göttingen, das Volkswirtschaftliche Institut für Mittelstand und Handwerk an der Universität Göttingen, sowie das Institut für Verkehrssystemtechnik des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt. Die Projektpartner wollen systematisch Daten erheben und auswerten – beispielsweise durch GPS-Tracking, Umfragen, Interviews und Mobilitätstagebücher.
Das Amt für regionale Landesentwicklung Leine-Weser fördert das Projekt mit rund 90.000 Euro für eine Laufzeit von einem Jahr. Die Niedersächsische Ministerin für Europa und Regionale Landesentwicklung, Melanie Walter, überreichte gestern den Förderbescheid an die Metropolregion.
„Niedersachsen stärkt die Zukunftsfähigkeit der Metropolregion. Indem gezielt die Mobilitätsbedarfe von Handwerksbetrieben in den Blick genommen werden, entsteht eine wichtige Grundlage für eine nachhaltige und praxisnahe Mobilitätswende im Wirtschaftsverkehr“, so die Ministerin.
Die Handwerkskammern profitieren von der systematischen Datenerhebung und -auswertung im Projekt. Sie erhalten konkrete Argumente, um die Interessen ihrer Mitgliedsbetriebe gegenüber der Politik noch gezielter zu vertreten und gewinnen zugleich Erkenntnisse, um das Handwerk bei Mobilitäts- und Standortfragen gezielter zu unterstützen. Dafür unterstützen sie das Projekt mit insgesamt 15.000 Euro.
Das Handwerk bildet eine tragende Säule der deutschen Wirtschaft. 2024 erwirtschafteten laut Statistischem Bundesamt rund 564.000 Handwerksbetriebe mit knapp sechs Millionen Beschäftigten einen Umsatz von 762 Milliarden Euro. Viele von ihnen erzielen einen erheblichen Teil ihres Umsatzes im direkten Umfeld ihres Standortes. Gerade deshalb wirken sich lokale Verkehrsregelungen, Baustellenkoordination, Parkmöglichkeiten und Ladeinfrastruktur direkt auf ihren Betriebsalltag aus. Im ländlichen Raum kommt die Erreichbarkeit von Ausbildungs- und Betriebsstandorten als weiterer Faktor hinzu. Für Auszubildende ohne Führerschein kann ein weniger dicht getakteter öffentlicher Nahverkehr den Weg in den Beruf erschweren. Damit wird Mobilität auch zu einer Frage der Fachkräftesicherung im Handwerk.
„Wirtschaftsverkehr ist ein signifikanter Standortfaktor. Wenn Betriebe ihre Einsätze zuverlässig planen können, profitiert die gesamte Metropolregion in puncto Wertschöpfung und Wettbewerbsfähigkeit. Mit dem Projekt wollen wir die Bedeutung der Mobilität für die Wertschöpfung der Handwerksbetriebe unterstreichen und Kommunen dabei unterstützen, ihre Verkehrsplanung für die regionale Wirtschaft zu optimieren“, erklärt Metropolregions-Geschäftsführer Christoph Meineke.
Zum Projektauftakt am 17. Juni in Hannover legen die Partner die nächsten Schritte fest. Im Mittelpunkt stehen das wissenschaftliche Untersuchungsdesign und die Frage, welche Handwerksbetriebe gezielt eingebunden werden sollen. Das Projekt HAWIMO läuft bis zum 31. Mai 2027.
Über die Metropolregion GmbH
Die Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg GmbH vernetzt Menschen und Unternehmen, Wissenschaft und Kommunen mit ihrem Können und Wissen, ihren Kompetenzen und Ideen – metropolregional, national und international. Sie entwickelt und ermöglicht Projekte in den Handlungsfeldern Mobilität, Gesundheitswirtschaft und Standortmarketing. Dabei umfasst sie rund 3,9 Millionen Einwohner*innen auf einem Drittel der Fläche Niedersachsens.