InCa 4D Partner im Gespräch - mit Kelly Kollmorgen

Veröffentlicht: 10. Februar 2022

Kelly Kollmorgen ist Digitalisierungsmanagerin bei dem AWO-Bezirksverband Braunschweig e.V. und aktives Mitglied in dem Projekt Entwicklungsplattform Innovative Pflege. Gemeinsam mit der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften setzt sie die Pflegeunterstützung mittels Robotik in der Praxis um. In Einrichtungen der AWO Braunschweig identifiziert sie derzeit in Workshops und ab demnächst im Rahmen des Förderprojekts DigiCare Robo zusammen mit Pflegekräften Anwenderszenarien, bei denen der Roboter Cruzr unterstützen kann.

GesundheIT: Frau Kollmorgen, Sie setzen sich für eine Entlastung der Pflegekräfte durch eine sinnvolle Digitalisierungsstrategie ein. Was tun Sie dafür konkret bei der AWO?

Kollmorgen: Ich bin mit großer Begeisterung Digitalisierungsmanagerin bei dem AWO-Bezirksverband Braunschweig e.V. Meine Aufgaben bestehen u.a. darin, digitale Elemente und Kompetenzen zu kanalisieren, um somit Räume für die Entwicklung ganz neuer digitaler Dienstleistungsangebote zu schaffen, die einfach zu bedienen sind und die Kolleg*innen in der Pflege nachweislich entlasten.
Bei der Umsetzung ist vor allem darauf zu achten, dass alle Nutzergruppen in den Transformationsprozess mit einbezogen werden. Denn bei dem Weg in eine digitale Zukunft sollte der Mensch im Mittelpunkt stehen. Die Digitalisierung muss dem Menschen dienen und nicht umgekehrt.

GesundheIT: Welche Chancen haben sich für die AWO durch die Entwicklungsplattform Innovative Pflege ergeben?

Kollmorgen: Digitalisierung bietet gerade in der Pflege große Chancen. Doch bei der Umsetzung digitaler Lösungen sollte immer der Mehrwert neuer Technologien in der Praxis und die Akzeptanz der Anwender*innen im Fokus stehen.  Die im Rahmen des Projektes durchgeführten Workshops tragen dazu bei, dass Akzeptanz und Verständnis geschaffen und Berührungsängste der Nutzer*innen abgebaut werden.


Die Entwicklung des humanoiden Roboters Cruzr bietet die Chance, zukünftig Pflegekräfte bei ihren Verwaltungsaufgaben zu entlasten und sich dadurch mehr auf die echte Pflege am Menschen konzentrieren zu können. Zudem kann der Fachkräftemangel, der gerade in der Pflege weiter zunimmt, durch Robotik möglicherweise kompensiert und eine Versorgungsqualität verbessert werden. Wir freuen uns insbesondere darüber, dass im Rahmen der Zusammenarbeit mit der Metropolregion GmbH und der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften nun ein neues Förderprojekt startet, um dies in der Praxis realisieren zu können. Mit dem Projekt DigiCare Robo – Robotik in der Pflege können mittels eines partizipativen Ansatzes Robotik-Anwendungen für die Pflege entwickelt und erprobt werden und dem demografischen Wandel und einem zunehmenden Fachkräftemangel in der Pflege begegnet werden.

GesundheIT: Welche Herausforderungen bringt die erfolgreiche Umsetzung von innovativen Projekten in der Pflegepraxis aus Ihrer Erfahrung mit sich?

Kollmorgen: Es gibt sehr viele unterschiedliche technische Entwicklungen für die Pflege, die jedoch im Pflegealltag kaum nutzbar sind. Hierbei ist vor allem auf eine anwendungsnahe Entwicklung zu achten, bei der alle Beteiligten und potenzielle Nutzer*innen mit einbezogen werden.
Um alle Betroffenen an die neuen technischen Möglichkeiten heranzuführen, bedarf es zusätzlich Zeit- und Maßnahmenpläne, personelle und zeitliche Ressourcen sowie das Know-how und Verständnis für digitale Lösungen.

GesundheIT: Pflege in 2025: was hat sich bis dahin verändert?

Kollmorgen: Die IT-Infrastruktur wird in allen pflegerelevanten Versorgungsbereichen konsequent ausgebaut, sodass alle Pflegeeinrichtungen mit einem WLAN ausgestattet sind, um weiterführende technische Geräte problemlos installieren zu können.  Es wird weiterhin für die notwendige Akzeptanz und Einbindung der Beteiligten gesorgt, um die Digitalisierung erfolgreich umsetzen zu können. Voraussetzungen hierfür sind digitale Kompetenzen, die verbindlich in Aus-, Fort- und Weiterbildung verankert werden. Die eingesetzte Technik trägt dazu bei, Entlastung für Pflegende im praktischen Pflegealltag zu schaffen. Die Pflegenden können sich voll und ganz auf den persönlichen Kontakt zu den Bewohnern konzentrieren.

GesundheIT: Vielen Dank, Frau Kollmorgen.

Foto: Philipp Ziebart

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt die Entwicklung und Erforschung neuer Pflegetechnologien. Im Rahmen des Clusters „Zukunft der Pflege“ werden soziale und technische Innovationen in der Pflege zusammengebracht: Forschung, Wirtschaft und Pflegepraxis arbeiten gemeinsam mit Anwender*innen an neuen Produkten, die den Pflegealltag in Deutschland erleichtern und verbessern sollen.

Am 21./22.09.2022 findet die als Hybridveranstaltung geplante 5. Clusterkonferenz im Rahmen des Clusters Zukunft der Pflege in Freiburg statt. Sie steht unter dem Motto "Technologie bewegt Pflege"

Mehr Informationen zur Einreichung von Abstracts für Vorträge, Poster und Demonstrationen zu dieser Konferenz unter https://www.uniklinik-freiburg.de/zukunft-der-pflege-2022.html

Förderbescheid für DigiCare Robo „Robotik in der Pflegepraxis“ übergeben

Metropolregion, 28.01.2022. Im Rahmen der Health Lounge am 27. Januar 2022 übergab die Landesbeauftrage des Amts für regionale Landesentwicklung Leine-Weser, Dinah Stollwerck-Bauer, den Förderbescheid für das Projekt DigiCare Robo an die Projektpartner Metropolregion GmbH, AWO Bezirksverband Braunschweig e.V. und die Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften. Das Projekt hat sich aus der Entwicklungsplattform Innovative Pflege InCa 4D  entwickelt und arbeitet vertieft am Einsatz von Robotik zur Unterstützung in Pflegeeinrichtungen.

Im Zentrum der Entwicklungsarbeiten von DigiCare Robo stehen die Bedarfe in Versorgungseinrichtungen, die von den InCa 4D-Projektpartnern bereits in zahlreichen Innovationsworkshops ermittelt wurden. Im Projekt wird die Umsetzung technischer Lösungen in die Pflegepraxis erfolgen. Nach der Erstellung des technischen Frameworks auf dem humanoiden Roboter Cruzr werden in Entwicklungs- und Erprobungsphasen mehrere Apps für verschiedene Anwendungsszenarien, wie das Besuchermanagement und soziale Interaktion, entwickelt. Zuständig für die Programmierung und den technischen Support des Roboters ist die Fakultät Informatik der Ostfalia. Die Erprobung erfolgt durch den Anwendungspartner AWO Bezirksverband Braunschweig in ausgewählten Pflegeeinrichtungen.

Kai Florysiak, Geschäftsführer der Metropolregion GmbH und verantwortlich für das Handlungsfeldes Gesundheit, zeigt sich erfreut über den Projektstart und betont: „DigiCare Robo ist ein praktisches Beispiel für den Mehrwert unserer kooperativen Entwicklungsplattform InCa 4D. Wir haben mit der AWO Braunschweig und der Ostfalia Hochschule zwei starke metropolregionale Partner, die Anwendung und Entwicklung zusammenbringen – die Zusammenarbeit aus unterschiedlichen Perspektiven macht das Projekt aus.“ Besonders wichtig sei die Bewohner*innen- und Pflegefachkraftorientierung, so Rifat Fersahoglu-Weber, Vorstandsvorsitzender des AWO-Bezirksverbands. „Wir erarbeiten die Bedarfe vor Ort mit unseren Pfleger*innen, Bewohner*innen und deren Angehörigen und beziehen sie in die digitalen Lösungsanwendungen direkt mit ein. Wir wollen Cruzr als Unterstützung für die Bewohner*innen und als Entlastung für unsere Pflegekräfte in unseren AWO-Wohn- und Pflegeheimen einsetzen.“

Auch Prof. Dr. Reinhard Gerndt und sein Entwicklerteam stehen in den Startlöchern: „Roboter können einen wertvollen Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität pflegebedürftiger Menschen und der Arbeitsqualität in der Pflege leisten, sofern sie verantwortungsvoll eingesetzt wird. Wenn wir alles richtig machen, können wir in dem Bereich mit der Robotik erhebliches Potenzial heben. In DigiCareRobo haben wir uns, auch der aktuellen Zeit geschuldet, den Erhalt von sozialen Kontakten vorgenommen. Hierzu planen wir einmal eine Empfangsfunktion für persönliche Besuche und dann eine Kommunikationsfunktion für die Unterstützung bei Videokonferenzen zu programmieren. Beide Funktionen helfen Kontakte mit Angehörigen und Freunden zu erhalten, entlasten Pflegekräfte und unterstützen den Gesundheitsschutz. 

Dinah Stollwerck-Bauer, Landesbeauftragte für regionale Landesentwicklung Leine-Weser über den Projektstart: "Ich freue mich auf ein innovatives Projekt, das genau den Zeitgeist trifft. Nicht nur weil wir in der noch andauernden Pandemie Personalengpässe im Gesundheitswesen noch stärker zu spüren bekommen, sondern hier ein Baustein für langfristige Lösungen zur stabilen medizinischen Versorgung der Menschen in Stadt und Land geschaffen wird".

Aus dem Projekt DigiCare Robo sollen auch Synergien für andere innovative Pflegeprojekte der Entwicklungsplattform InCa 4D erzeugt werden. So können die Ergebnisse aus dem bedarfsorientierten, partizipativen Vorgehen des Projekts auch zukünftig genutzt werden, um digitale Lösungen mit hoher Akzeptanz und positiver Bewertung der Anwender*innen in die Praxis zu bringen und dort zu etablieren.

Über InCa 4D

Die Entwicklungsplattform „InCa 4D“ bringt Organisationen und Akteure aus dem Bereich Pflege in der Metropolregion zusammen, um bedarfsorientiert Innovationen für die Praxis zu entwickeln – aus der Pflege, für die Pflege. In regelmäßigen Abständen finden Innovationsworkshops und andere Vernetzungs- und Informationsveranstaltung statt, die den Blick für Bedarfe schärfen und die richtigen Akteure aus Wissenschaft, Wirtschaft und Anwendung zusammenbringen. Innovative Pflegeprojekte werden aktiv vorangetrieben und unterstützt. Die Projektpartner AWO Braunschweig und Ostfalia Hochschule sind aktive Mitglieder der metropolregionalen Entwicklungsplattform. Mehr Informationen sowie die Möglichkeit zur Kontaktaufnahme unter: https://metropolregion.de/gesundheit/inca-4d/

Auf dem Bild: Die Projektpartner Rifat Fersahoglu-Weber (AWO Bezirksverband Braunschweig e.V.), Kai Florysiak (Metropolregion GmbH) und Prof. Reinhard Gerndt (Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften) beim Projektstart auf der HealthLounge in Hannover.

Im Projekt Pflegepraxiszentrum Hannover (PPZ Hannover) werden technische Innovationen zur Unterstützung von Pflegefachpersonen und zur Verbesserung der Patientenversorgung erprobt. InCa 4D Projektleitung Isabel Ottmann war bei einem der Innovationsworkshops dabei und berichtet über ihre Eindrücke.  

Im Fokus der Innovationsworkshops des PPZ Hannover steht die Diskussion und Beurteilung der Praxistauglichkeit und Wirksamkeit von technischen Innovationen sowie die Empfehlung neuer technischer Produkte für eine Erprobung auf der Projektstation. Dr. Jörn Krückeberg vom Peter L. Reichertz Institut für Medizinische Informatik (PLRI) an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) und Daniel Beume von der Hochschule Hannover (HsH), die beide dem Projektteam angehören, moderierten den Workshop. 

In der Feedback-Runde zu technischen Produkten, die sich bereits in Erprobung befinden, kam bspw. das inmu Relax-Kissen besonders gut an. Zugleich wurde auch deutlich, dass es heterogene Ansichten der Nutzer*innen (Pflegefachpersonen) zu den zahlreichen erprobten Technologien gibt. Insbesondere die Smartphone-App Cliniserve sowie ein Tracking-System zum Auffinden von Gegenständen auf der Station wurde von den Pflegekräften laut Dr. Krückeberg bisher zwar positiv, in Details aber sehr unterschiedlich bewertet. 

Anschließend ging es in die Vorstellung neuer technischer Produkte – hier stieß insbesondere der Therapieball Ichó auf großes Interesse bei den Workshop-Teilnehmer*innen. Auch die perspektivische Einführung eines robotischen Systems für die Pflege wurde diskutiert. Nach Dr. Krückeberg stehen die Entwicklungen im Bereich der Pflege-Robotik noch am Anfang. Er verweist neben den technischen Hürden auch auf die sogenannten ELSI-Aspekte: Ethische, rechtliche und soziale Gesichtspunkte müssen bei der Entwicklung und Nutzung robotischer Systeme beachtet werden. Hier liegt auch ein Grund dafür, weshalb Roboter im Pflegekontext derzeit deutlich langsamer agieren als Menschen: „Gerade im Bereich der Pflege muss das Unfallrisiko beim Einsatz eines autonom fahrenden Systems Berücksichtigung finden. Technisch besteht diese Hürde allerdings nicht: Zum Beispiel in Bereichen industrieller Fertigung werden Roboter mit enormer Geschwindigkeit und Leistungsfähigkeit eingesetzt – allerdings haben dort Menschen keinen direkten Zugang zu der Maschine und es gibt hohe Sicherheitsstandards“, so Dr. Krückeberg. 

Unsere Projektmanagerin Isabel Ottmann resümiert: „Zwischen dem PPZ und der Entwicklungsplattform Innovative Pflege gibt es viele Überschneidungspunkte, beispielsweise beim Thema Robotik. Zugleich war es auch sehr interessant, weitere innovative Produkte für die Pflege kennenzulernen, die ich mir auch im metropolregionalen Pflege- und Gesundheitsnetzwerk für den Einsatz in der Praxis vorstellen kann. Das Feedback der Pflegefachkräfte dazu war für mich besonders wertvoll.“ 

Das Pflegepraxiszentrum Hannover gehört zum Cluster „Zukunft der Pflege“ und wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Ziel des PPZ Hannover ist der Aufbau einer zukunftsfähigen Station, in der technische Innovationen zur Unterstützung von Pflegefachpersonen und zur Verbesserung der Patientenversorgung eingesetzt werden. 

Am 21./22.09.2022 findet die als Hybridveranstaltung geplante 5. Clusterkonferenz im Rahmen des Clusters Zukunft der Pflege in Freiburg statt. Sie steht unter dem Motto "Technologie bewegt Pflege". Sie sind herzlich zur Einreichung von Abstracts für Vorträge, Poster und Demonstrationen zu dieser Konferenz eingeladen. Mehr Informationen unter https://www.uniklinik-freiburg.de/zukunft-der-pflege-2022.html

Das Bild zeit den ichó-Therapieball im Praxistest | Bildquellle: PPZ Hannover 

In dieser Ausgabe durften wir mit Dr. Regina Schmeer, Geschäftsführung Pflege, Pflegewissenschaft an der MHH und Leiterin des Pflegepraxiszentrums Hannover sprechen.

3 Fragen an…das Pflegepraxiszentrum Hannover

#Fokusthemen: Welche Forschungsschwerpunkte hat das PPZ im Bereich der (digitalen) Gesundheitswirtschaft?

Aktuell gibt es eine dynamische Entwicklung technischer Produkte (Innovationen), die das professionelle oder informelle Pflegehandeln unterstützen und verbessern möchten – häufig haben wir es dabei mit vielversprechend klingenden Technologien zu tun, wissen aber meist nicht, ob sie den Pflegenden tatsächlich helfen. Das Ziel des PPZ Hannover ist die Umgestaltung einer Normalstation in der Medizinischen Hochschule Hannover in eine zukunftsfähige Krankenhausstation mit den Zielen einer besseren Gesundheitsversorgung und um mehr über den Einfluss solcher Pflegetechnologien zu erfahren. Auf dieser Station:

1) werden bedarfsgerechte technische Innovationen eingeführt, um zu erforschen, welches Unterstützungs- und Entlastungspotenzial sie für Pflegefachpersonen und Patient*innen haben und wie sie sich auf den Arbeitsprozess auswirken.

2) wird ein partizipatives Einführungskonzept entwickelt, dass Einbezug und Mitentscheidung von Pflegefachpersonen in Produkteinführungen trotz eines dichten und stark strukturierten Arbeitsalltags ermöglicht.

3) werden Pflegefachpersonen für die digitalen und technischen Entwicklungen im Professionsfeld Pflege weitergebildet, um sie optimal auf sich verändernde Anforderungen einer digitalisierten Pflegepraxis vorzubereiten.

#Zukunft: Was sind Ihre Zukunftsvisionen?

Wir benötigen eine nachhaltige Integration von technischen Innovationen in die Gesundheitsversorgung in allen Sektoren. Für eine flächendeckende Ausweitung werden mehr Ressourcen sowie eine angemessene Finanzierbarkeit der Produkte für die Nutzenden benötigt. Daher beinhaltet die Zukunftsvision auch einen bedarfsorientierten, evidenzbasierten und refinanzierten Einsatz von technischen Produkten, damit Pflege weniger profitorientiert und mehr menschenzentriert wird.

Das PPZ Hannover zeigt exemplarisch auf einer Station, wie die Zukunft aussehen kann. Die Ergebnisse unseres Projektes (und des Forschungsclusters „Zukunft der Pflege“, von dem wir ein Teil sind) können helfen zu verstehen, an welchen Stellen es Implementationshürden für technische Produkte im Pflegesetting gibt und wie Pflegefachpersonen als Nutzende technischer Innovationen in deren Auswahl und Einführung eingebunden werden können.

#Motivation: Welchen Mehrwert wünschen Sie sich aus dem Verbund der Metropolregion?

Wir wünschen uns, dass die Metropolregion eine Initiative vorantreibt, um die technische Ausstattung von Gesundheitseinrichtungen in der Region zu erfassen. Basierend auf diesen Ergebnissen sollte eine Angleichung aller Einrichtungen fokussiert werden, etwa durch gezielte Förderprogramme, die das Ziel haben, die technische Grundvoraussetzung einer digitalisierten, sektorübergreifenden Gesundheitsversorgung zu gewährleisten. Und wir wünschen uns einen intensiven Austausch zwischen Entwickelnden und Nutzenden.

Vielen Dank, Frau Dr. Schmeer.

Bildquelle: MHH

Mit einem Knopfdruck auf den roten Buzzer und bunten Luftschlangen wurde der Startschuss HealthHack21 gefeiert und erste Teams finden sich bereits zusammen. Gemeinsam virtuell an der Gesundheitsversorgung von morgen arbeiten, von wertvollen Impulsen unserer metropolregionalen Mentor*innen profitieren und einen Prototypen entwickeln, der unsere Jury begeistert – jetzt anmelden unter https://healthhack21.devpost.com/ und bis zum 23. Januar 2021 gemeinsam mit anderen Zukunftsbegeisterten aus der ganzen Welt an neuen Lösungen arbeiten. Bis zu 1.000 EUR Preisgeld gibt es für die besten Ideen.

Die Termine für die „Book-A-Mentor-Sessions“ stehen fest: Am 15. Dezember und 12. Januar können sich die Teilnehmenden mit unseren erfahrenen Mentor*innen zu ihren Ideen und Lösungen austauschen – ehrliches Feedback ist garantiert. Um eine vorherige Anmeldung über Devpost wird gebeten.

Der HealthHack ist die zentrale Plattform zur Entwicklung von Innovationen in Gesundheit und Pflege und findet in diesem Jahr bereits zum vierten Mal statt. Wir freuen uns, dass Digitalisierungsstaatssekretär Stefan Muhle erneut die Schirmherrschaft übernimmt.

Metropolregion GmbH meets Living Care Lab. Wir haben uns diese Woche auf den Weg nach Stadthagen gemacht, um das Living Care Lab zu besuchen. Von Schaumburg nach München in die Schweiz: Das Projekt der Stadt Stadthagen wird vom Amt für regionale Landesentwicklung Leine-Weser gefördert und stellt Pflegeinnovationen verschiedener Art - digital und analog - vor, begleitet Gründer*innen und stärkt die Region. Aktuell befinden sich 17 Innovationen im Showroom, die in einem sechsmonatigen Turnus ausgewechselt werden: der Sensoren-Sessel, der Ein-Hand-Teller, der Sprachassistent, der auf Hilferufe reagiert oder die VR Brille für die Yogastunde, können live vor Ort ausprobiert werden. Das Konzept geht auf - das Living Care Lab kooperiert mit verschiedenen Pflegeheimen der Region und regt zum Austausch und Ausprobieren an. Einige der Ausstellungsprodukte sind bereits erfolgreich in der Pflegepraxis implementiert, so beispielsweise der Trinkbecher "Sippa", der das Trinken bei Schluckbeschwerden einfacher macht. Leiter Mario Bierschwale, der früher selbst als Pfleger gearbeitet hat und daher die alltäglichen Herausforderungen in der Praxis kennt, sagt: "Das Living Care Lab und das Projekt InCa 4D der Metropolregion verfolgen ein gemeinsames Ziel: Wir wollen, dass Pflegeinnovationen in der Praxis ankommen und dort einen tatsächlichen Nutzen stiften. Eine engere Kooperation und der Aufbau eines gemeinsamen Netzwerks hilft dabei, dies zu ermöglichen."

Mario Bierschwale mit Isabel Ottmann (Projektmanagerin Gesundheit) und Julia Widmer (Kommunikationsreferentin) im Living Care Lab.

Das Open-Space Büro im Zentrum Stadthagens fungiert gleichzeitig als Workshop-Location, um Gründer*innen zu vernetzen oder Studierendenprojekte für die Pflege durchzuführen. Über den Arbeitsalltag von Mario Bierschwale, die Innovationen, die Zukunft des Labs und die der Pflege berichten wir im Auf den Punkt-Interview im November Newsletter.

Mehr über das Living Care Lab und spannende Lösungen aus und für die Pflege gibt es auf unserem HealthSummit Ideenmarktplatz am 4. November in Braunschweig!

Der nächste und letzte InCa 4D Innovationsworkshop 2021 findet am 10. November statt. Die Projektgruppen treffen sich dieses Mal online, um sich auszutauschen und im Design-Thinking Ansatz weiter an ihren Projektideen zu arbeiten. Der Workshop bietet eine gute Möglichkeit, neue Ideen zu besprechen, bestehende Projektideen weiter zu entwickeln, Feedback einzuholen und sich über Fördermöglichkeiten zu informieren. Die Moderation übernimmt das AWO Innovationslabor. Um eine Anmeldung bis zum 29. Oktober unter isabel.ottmann@metropolregion.de wird gebeten.

In 2022 geht es weiter - die kommenden Workshoptermine werden zeitnah bekannt gegeben.

In weniger als zwei Wochen ist es soweit – am 4. November ab 15 Uhr trifft sich die metropolregionale Gesundheitswirtschaft auf unserem HealthSummit im Trafo Hub in Braunschweig. Wir freuen uns, in großer Runde über Zukunftsthemen und -fragen in Gesundheit und Pflege zu diskutieren, Projektideen und Innovationen aus und für die Metropolregion vorzustellen und das Partnernetzwerk weiter zu stärken.  

Wie sieht die Zukunft der Gesundheitsbranche aus? Keynote-Speakerin Karen Piontek vom Berliner Unternehmen Flying Health nimmt uns mit auf eine Reise ins Übermorgen.  

Unter dem Motto „Smart“, „Mobile“, „Health“ berichten Partner der Netzlink Informationstechnik GmbH, dem Peter L. Reichertz Institut (PLRI), der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt und der AWO Braunschweig in Kooperation mit der Ostfalia Hochschule in parallelen Silent Talks über ihre Pflege- und Gesundheitsinnovationen aus der Metropolregion. Die Partner unserer Entwicklungsplattform Innovative Pflege und des HealthHacks präsentieren sich auf unserem Ideenmarktplatz und laden zum Austauschen und Ausprobieren ein. Ein weiterer Höhepunkt der Veranstaltung: Der Kick-Off unseres hybriden HealthHacks. Nachdem der Gesundheits-Hackathon im letzten Jahr rein virtuell stattfand, freuen wir uns besonders, den Startschuss in diesem Rahmen mit Ihnen gemeinsam feiern zu können. Einen herzlichen Dank an unseren niedersächsischen Digitalisierungsstaatssekretär Stefan Muhle, der wieder die Schirmherrschaft des Hackathons übernommen hat. 

Blicken Sie mit uns in die Zukunft – was sind Ihre Visionen für die Gesundheit und Pflege? Wir freuen uns auf ein spannendes Programm und anregende Gespräche mit Ihnen!

Programmablauf

15:00 Uhr: Ankunft und Start Ideenmarktplatz 

15:15 Uhr: Begrüßung und Vortrag Hauptbühne 

  • Keynote: Zukunft der Gesundheitsbranche; Karen Piontek (Flying Health) 
  • Podiumsdiskussion 

16:00 -16:15 Uhr: Pause 

16:15 Uhr: Parallele „Silent Talks“ 

  • Smart: Netzlink Informationstechnik GmbH – Gesundheits- und Pflegeinnovationen 
  • Mobile: PLRI/PTB – Digitale Lösungen für die Gesundheitsversorgung 
  • Health: AWO Braunschweig / Ostfalia Hochschule – Bedarfe aus der Pflegepraxis und Lösungsansätze 

16:45 – 17:15 Uhr: Pause  

17:15 Uhr: Kick Off HealthHack 

17:45 Uhr: Zeit für Networking bei leichtem Buffet und Getränken

Wir freuen uns, Sie am 4. November endlich wieder persönlich begrüßen zu dürfen!

Wichtiges:

2G-Regel: Für die Veranstaltung gilt die 2G-Regel, teilnehmen können Geimpfte und Genesene. Der Nachweis ist vor Ort im Trafo Hub zu erbringen. Um das Besuchertracking zu erleichtern, bitten wir Sie, sich vorab formlos über die Mailadresse events@metropolregion.de anzumelden. Mit der Teilnahmebestätigung erhalten Sie weitere Informationen zur Veranstaltung. Der Einlass ist ab 14:15 Uhr möglich.

Anreise: Die Location ist zentral in der Braunschweiger Innenstadt gelegen und innerhalb von circa 15 Minuten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Ab Hauptbahnhof fährt die Straßenbahn 5 (Richtung Broitzem) bis zur Haltestelle Luisenstraße. Ebenso der Bus 429/461 (Richtung Rudolphsplatz) bis zur Haltestelle Friedrich-Wilhelm-Platz.Parkmöglichkeiten: Eine begrenzte Anzahl Parkplätze sind an der Location verfügbar. Weitere Parkmöglichkeiten befinden sich in den Nebenstraßen oder im nahegelegenen Parkhaus CONTIPARK.

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Entwicklungsplattform Innovative Pflege InCa 4D statt und wird gefördert vom Amt für regionale Landesentwicklung Leine-Weser.

Aus der Metropolregion

Arbeiten an Innovation für die Pflege. Bildquelle: AWO Braunschweig

Die Projektgruppen engagieren sich in hohem Maße bei der Entwicklung technischer Unterstützungen für echte Pflegeszenarien. Förderanträge sind geschrieben und eingereicht worden, Anwendungsszenarien werden konkretisiert, aber auch neue Projektideen kommen dank eines ständig wachsenden Netzwerks an Projektpartner*innen hinzu“, resümiert Isabel Ottmann den InCa 4D Innovationsworkshop bei der AWO Braunschweig. Die AWO  und die Ostfalia Hochschule arbeiten in ihrer Arbeitsgruppe „Pflegeroboter Cruzr“ weiter an realen Pflegeszenarien, die durch den Roboter unterstützt werden können.

Zunächst soll der Roboter für das Besuchermanagement (weiter)entwickelt werden. Hierzu zählen automatische Terminvergaben mit den Angehörigen, der Empfang der Besucher, Zugangskontrollen mit Abgleich der Besucherdaten, einem gültigen Corona-Test (oder jeweils angepasste Tests bei zukünftigen Infektionsereignissen), das Messen der Körpertemperatur und das Tragen von Schutzmasken. Darüber hinaus sollen Kommunikations-Apps, z.B. ein Videokonferenzsystem und ein Chatbot, programmiert werden. Durch einen Einsatz des Roboters in diesen beiden Anwendungsszenarien stellt er bereits eine signifikante Unterstützung in Pflegeheimen dar, wie aus der Bedarfserhebung aus der Pflegepraxis hervorgeht.

Besuchermanagement unter Pandemiebedingungen

  • Besucherempfang
  • Zugangskontrollen mit Abgleich der Besucherdaten und des Impfstatus bzw. dem Nachweis eines gültigen Corona-Tests
  • Körpertemperaturmessung

Kommunikative Unterstützungsmaßnahmen für Pflegebedürftige

  • Spiele, Bewegungs- und Gedächtnistraining
  • Chatbot zur Interaktion mit Cruzr
  • Videotelefonie zur niedrigschwelligen virtuellen Kommunikation mit Angehörigen.

Auch hat sich mit der Medizinischen Hochschule Hannover und dem AWO Psychiatriezentrum Königslutter eine neue Arbeitsgruppe gefunden, die sich mit KI für die Diagnostik in psychiatrischen Behandlungen beschäftigt – eine spannende Projektidee!

Sie haben Interesse sich einer Projektgruppe aus dem Netzwerk der Entwicklungsplattform Innovative Pflege anzuschließen oder mit einer neuen Projektidee dabei zu sein? Der nächste Workshop findet am 10. November statt, nähere (Anmelde)Informationen gibt es bei Isabel Ottmann (isabel.ottman@metropolregion.de). Tipp: Der nächste Innovationsworkshop bietet eine gute Möglichkeit, um im Rahmen des am 4.11. startenden HealthHacks gemeinsam mit Techies aus der ganzen Welt an Projektideen zu arbeiten und sich im Netzwerk auszutauschen!

Bildquelle: AWO Braunschweig

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