„Digitalisierung kennt keine Altersgrenze“ – Statements vom Digitaltag 2021

Veröffentlicht: 25. Juni 2021

Digitale Gesundheitsanwendungen können eine selbstbestimmte Lebensweise unterstützen. Wichtige Voraussetzungen um Skepsis und Berührungsängste abzubauen: die Fokussierung auf die Bedürfnisse der Anwender*innen, die intuitive Ausgestaltung und eine Begleitung der Anwender*innen in der Nutzung durch Ärzt*innen oder Personen aus ihrem Netzwerk. Die gemeinsame Veranstaltung mit der LINGA, der Digitalagentur Niedersachsen und der Ärztekammer Niedersachsen zeigte Nachholbedarf und Ansätze zur Nutzung von digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGas) auf.
Direkt zur Eröffnung stellte Stefan Muhle, Staatssekretär im Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung die Forderung nach einem bundesweiten Digitaljahr – einer Selbstverständlichkeit der Digitalisierung im Alltag. Es brauche eine sichere Infrastruktur im Gesundheitswesen, KI und Big Data-Anbindungen sowie verschiedene digitale Gesundheitsanwendungen (DiGa) zum Ausprobieren und Weiterentwickeln. Die Stichwörter hier: digitale Kompetenz und Souveränität. Die Digitalisierung werde von zu vielen Menschen noch immer als Gefahr gesehen, daran müsse man arbeiten, sagt Herr Kemeter aus dem Niedersächsischem Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung. Senior*innen müssen die Vorteile der Digitalisierung erfahren und zur Nutzung zu ermuntern, so Kemeter weiter. Einen immer wiederkehrenden Schlüsselbegriff im Kontext von digitalen Gesundheitsanwendungen bringt Isabel Ottmann, Projektmanagerin Gesundheit bei der Metropolregion GmbH auf den Punkt: Nutzerfreundlichkeit. Die Entwicklung von digitalen Produkten, die in Ihrer Bedienung intuitiv sind, stehen im Mittelpunkt der Entwicklungsplattform innovative Pflege „InCa 4D“ der Metropolregion. Dafür wird ein enger Austausch und Zusammenarbeit zwischen Anwendung, Wirtschaft und Wissenschaft benötigt. Der Impuls von Dr. Marion Charlotte Renneberg, Hausärztin und Vizepräsidentin der Ärztekammer Niedersachsen über ihre Erfahrung im Praxisalltag mit Senior*innen währen Pandemiezeiten zeigt: Digitalisierung kennt keine Altersgrenze. Weitere Statements der Referierenden des Online-Meetups finden Sie untenstehend.

Aus der Praxis berichtete Tanja Föhr, Geschäftsführerin der Agentur für Innovationskulturen, unter dem Slogan: „Digitale Kompetenz ist wie Schwimmen lernen. Schritt für Schritt digital fit“. Dabei sprach sie die Vorbildfunktion von Hausärzt*innen an und betonte in diesem Zuge den Mehrwert eines Netzwerks für Senior*innen, um ihre Digitalkompetenzen zu schulen und aufzubauen – hier spielen unter anderem Nachbarn, Familie, Freunde, Pflegekräfte, Vereine, Krankenkassen und Apotheken eine wichtige Rolle. | Bildnachweis: Tanja Föhr

Dirk Engelmann, Leiter der Landesvertretung Niedersachsen der Techniker Krankenkasse, betont, dass digitaler Wandel nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch erlebbar gemacht werden müsse. Digitale Gesundheitsanwendungen könnten ein selbstbestimmtes und gesundes Leben fördern, jetzt müsse das DiGa-Verfahren weiterentwickelt werden, um Anwender*innen mehr Sicherheit zu geben. | Bildnachweis: Dirk Engelmann

Mareike Springub von der Bewegungstherapie-App Herodikos berichtete, dass Skepsis auf Seiten der Hausärzt*innen häufig auch zu Berührungsängsten auf Seiten der Patient*innen führe. Ärzt*innen müssen daher über Chancen und Nutzungsvoraussetzung digitaler Gesundheitsanwendungen ausführlich informiert werden, sodass sie diese guten Gewissens verordnen können – nach dem Motto „Ich muss begeistert sein, dann kann ich auch begeistern“. Ihr Ansatz: Blended Care, die Verbindung klassischer Physiotherapie und App zu einem digitalen, hybriden Versorgungsangebot. | Bildnachweis: Mareike Springub

Markus Oszwald ist Praxisinhaber für Orthopädie und Wirbelsäulenchirurgie und appelliert an Ärzt*innen sich besser mit ihren Patient*innen zu vernetzen, beispielsweise durch eine höhere Sichtbarkeit in den sozialen Netzwerken, über Plattformen wie Facebook oder Instagram.
Wir danken allen teilnehmenden Referierenden und Impulsgebenden für diesen spannenden und wichtigen Austausch.

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