Ein Kapitel E-Mobilitätsgeschichte: Metropolregion übergibt Ladesysteme und E-Roller an den Einbecker PS.Speicher

Veröffentlicht: 5. Februar 2026
E-Roller und Ladestecksystemen aus der frühen Phase der Elektromobilität gehen nun als Schenkung an den PS.Speicher über (v.l.n.r.): Einbecks Bürgermeisterin Sabine Michalek, Christoph Meineke, Metropolregions-Geschäftsführer, Raimund Nowak, ehemaliger Metropolregions-Geschäftsführer, Jan Kalbfleisch, Vorstand PS.Speicher, und Jörg Weber, Direktor PS.Speicher (Foto: Christina Schulze)

Ein Stück Technikgeschichte aus der Metropolregion ist ab sofort in der Sammlung Kleinwagen des PS. Speichers erlebbar: Vier Ladestecksysteme und ein E-Roller stehen für eine Phase, in der Elektromobilität in Kommunen erstmals praktisch erprobt wurde. Sie stammen aus Projekten des Schaufensters Elektromobilität der 2010er Jahre, mit denen die Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg den Einsatz von E-Fahrzeugen in Fuhrparks, den Aufbau von Ladeinfrastruktur und die Aufklärung im Alltag voranbrachte.

Hannover/ Einbeck (05.02.2026). Die Metropolregion hat vier Ladesysteme und einen E-Roller über mehr als zehn Jahre in ihrem Arbeitsumfeld als Anschauungsobjekte zur E-Mobilität genutzt. Nun hat sie die Exponate als Zeugnisse der frühen Phase der modernen Elektromobilität an das Einbecker Automuseum übergeben. Ein besonderer Dank gilt dem Kommunalen Bauhof Einbeck, der den Transport der Exponate von Hannover nach Einbeck übernommen hat.

„Elektromobilität ist älter, als viele vermuten: Um 1900 spielte sie eine größere Rolle als der Verbrennungsmotor. Genau deshalb zeigen wir im PS.Speicher viele historische Elektrofahrzeuge. Die Ladesysteme der Metropolregion ergänzen diese Technikgeschichte nun ideal und machen den Übergang zur modernen Elektromobilität sichtbar,“ erklärt Jan Kalbfleisch, Vorstand des PS.Speichers.

In den 2010er Jahren herrschte viel Unsicherheit hinsichtlich des Umstiegs auf Elektromobilität. Bedenken bei der Reichweite und der vorgehaltenen Ladeinfrastruktur sorgten vielerorts für Zurückhaltung. Mit dem Schaufenster Elektromobilität förderte die Bundesregierung 2011 in vier Regionen den Umstieg. Die Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg war eine von ihnen und engagierte sich in rund 30 Projekten rund um E-Mobilität. Seit dem Jahr 2013 betreibt der Verein Kommunen in der Metropolregion eine der größten kommunalen E-Fahrzeugflotten in Europa. Mit einem Volumen von rund 38 Millionen Euro waren die einzelnen Projekte rund um die Flotte-electric die bislang bedeutsamsten der Metropolregion.

„Das Schaufenster hat Kommunen den Einstieg in die Elektromobilität ermöglicht – von der Fahrzeugbeschaffung bis zum Betrieb im Alltag. Viele der damals eingesetzten E-Fahrzeuge sind bis heute Teil der kommunalen Fuhrparks“, so Raimund Nowak, ehemaliger Geschäftsführer der Metropolregion und Mitinitiator der Flotte-electric-Projekte. Er betont, dass die Aufklärung eine Schlüsselrolle bei der Akzeptanz der E-Mobilität im Straßenverkehr spielte. Anklang fand die E-Mobilitäts-Initiative auch in der Stadt Einbeck, wie Bürgermeisterin und Aufsichtsratsmitglied der Metropolregion, Dr. Sabine Michalek, erklärt: „Direkt nach der Eröffnung des PS.Speichers Mitte 2014 haben wir in Zusammenarbeit mit der Metropolregion den Schritt in die Elektromobilität gewagt. Wir haben E-Fahrzeuge geleast, eigene Ladesäulen installiert und die Technologie intensiv im Dienstalltag getestet. Zunächst mit den ersten e-Ups, dann mit dem ID.3 und auch durch den Einsatz hybrider Fahrzeuge. Heute blicken wir zuversichtlich auf die nächste Generation und streben perspektivisch einen kompletten Umstieg auf die Elektromobilität an, um einen nachhaltigen Beitrag für unsere Zukunft zu leisten.“

Aktuell sind noch 76 Fahrzeuge aus der Flotte-electric in Betrieb, verteilt auf 16 Kommunen in Niedersachsen, darunter Hildesheim, Peine, Salzgitter und Wolfsburg. Das Projekt unterstützte Kommunen beim Umstieg auf elektrische Fuhrparks, indem es die Fahrzeugbeschaffung und Fördermittelbeantragung übernahm. Dadurch konnten Kommunen niedrigschwellig Erfahrungen mit E-Mobilität sammeln und Bürokratie abbauen. Der Umstieg auf E-Fahrzeuge brachte zudem erhebliche Kostenvorteile: Neben niedrigeren Energie- und Wartungsausgaben profitieren die Kommunen auch von einer verlängerten Steuerbefreiung für E-Autos bis 2035.

„Die Elektromobilität ist für die Metropolregion auch als Standortfaktor von entscheidender Bedeutung. Deshalb haben wir frühzeitig mit dem Schaufenster Elektromobilität flächendeckend E-Fahrzeuge in den Kommunen ausgerollt – sowohl als Experimentierfeld und Reallabor als auch, um die Elektromobilität nachhaltig zu verankern. Im nächsten Schritt werden wir uns insbesondere dem Thema autonomem Fahren widmen“, kündigt Metropolregions-Geschäftsführer Christoph Meineke an. Einen Auftakt dafür bildet die Abschlussveranstaltung der „Werkstatt MoVI“ am 24. Februar in Burgdorf, bei dem das Projektteam Erfahrungen mit autonom fahrenden Bussen sammeln will. Bei der „Werkstatt MoVI“ handelt es sich um ein aktuell laufendes Mobilitätsprojekt der Metropolregion zur vernetzten Mobilität, das als Grundlage für weitere Förderanträge in diesem Bereich dient.

Der PS.SPEICHER hat bereits in der Vergangenheit eine bedeutende Rolle rund um die E-Mobilitäts-Projekte der Metropolregion eingenommen. Im Rahmen des Schaufensters Elektromobilität wurden vor dem Museum seinerzeit zwei der ersten Ladesäulen in der Metropolregion installiert. Zudem diente es für verschiedene Informationsveranstaltungen als Kulisse: so zum Beispiel für den Auftakt der sogenannten „e-Pferdchen“, dem Führerschein für Elektroautos, sowie zuletzt im Sommer 2024 für den ersten KI-Promptathon der Metropolregion. Bei diesem Hackathon-Format hatten 20 Teilnehmende an innovativen Lösungen für Herausforderungen in der Mobilität gearbeitet.

Über die Metropolregion GmbH

Die Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg GmbH vernetzt Menschen und Unternehmen, Wissenschaft und Kommunen mit ihrem Können und Wissen, ihren Kompetenzen und Ideen – metropolregional, national und international. Sie entwickelt und ermöglicht Projekte in den Handlungsfeldern Mobilität, Gesundheitswirtschaft und Standortmarketing. Dabei umfasst sie rund 3,9 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner auf einem Drittel der Fläche Niedersachsens.

chevron-down