Deutsch-französische Städtepartnerschaften als Anker für Demokratie in Europa

Veröffentlicht: 14. April 2026
Zettel hochhalten für eine Umfrage, die digital erfasst wird: Gemeinsam mit dem Kongresspublikum stimmten Ministerin Melanie Walter und Metropolregions-Geschäftsführer Christoph Meineke ab und gewährten Einblicke in ihre Erfahrungen rund um das Thema Städtepartnerschaften (Foto: Lam Nguyễn Tiến)

Zwei Tage intensiver Austausch, neue Perspektiven und konkrete Ansätze: Mit einem Kongress zu deutsch-französischen Städtepartnerschaften hat die Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg unter Federführung der Antenne Métropole ihr Projekt „Europa in der Metropolregion. Näher erleben.“ erfolgreich abgeschlossen. Rund 60 Akteurinnen und Akteure aus ganz Niedersachsen widmeten sich im Haus der Jugend in Hannover in Workshops der Zukunft ihrer Städtepartnerschaften. Das Projekt wurde vom Amt für regionale Landesentwicklung Leine-Weser gefördert.

Hannover (14.04.2026). „Europa wächst dort zusammen, wo Menschen einander begegnen – in unseren Städten und Gemeinden. Hier entstehen Freundschaften und Brücken über Grenzen hinweg“ - mit diesen Worten eröffneteMelanie Walter, Niedersächsische Ministerin für Europa und Regionale Landesentwicklung den abschließenden Kongress zu deutsch-französischen Städtepartnerschaften der Antenne Métropole. „In Niedersachsen zeigen rund 200 Partnerschaften mit französischen Kommunen, wie lebendig der europäische Gedanke ist – ob in Kultur und Bildung, in Wirtschaft oder Jugendarbeit. Gerade in einer Zeit von Krieg und Krisen sind kommunale Partnerschaften ein starkes Fundament für Zusammenhalt und Verständigung. Deshalb wird die Landesregierung den regionalen Austausch und die kommunale Partnerschaft mit einem neuen Förderprogramm weiter ausbauen – für starke Regionen und ein widerstandsfähiges Europa“, so die Ministerin weiter. Nach einer Einführung und Begrüßung durch Vera Glaser und Laure Dréano-Mayer der Antenne Métropole, sowie Christoph Meineke, Geschäftsführer der Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg, stand der Kongress ganz im Zeichen von Austausch, vielfältigen Begegnungen und umfassenden Informationen.

Vera Glaser (auf der Bühne links) und Laure Dréano-Mayer (auf der Bühne rechts) von der Antenne Métropole hießen das Publikum herzlich zum abschließenden Städtepartnerschaftskongress willkommen (Foto: Lam Nguyễn Tiến)

Vera Glaser (auf der Bühne links) und Laure Dréano-Mayer (auf der Bühne rechts) von der Antenne Métropole hießen das Publikum herzlich zum abschließenden Städtepartnerschaftskongress willkommen (Foto: Lam Nguyễn Tiến)

Ob innovative Formate, Social Media oder Grafikdesign-Plattformen, KI in der Vereinsarbeit oder Fördermöglichkeiten: Die Palette an Maßnahmen, um den bilateralen Austausch zu stärken ist breit gefächert. Die Teilnehmenden erhielten in vier Workshops Einblicke in Finanzierung durch den Deutsch-Französischen Bürgerfonds, Digitale Öffentlichkeitsarbeit sowie die Chancen und Risiken von KI und die Einbindung von jungen Menschen in die Vereinsarbeit. Best Practice-Beispiele ergänzten die Workshops und lieferten konkrete Anregungen für die eigene Projektarbeit. Unterstützt wurde die Veranstaltung u.a. durch Referierende des Deutsch-Französischen Bürgerfonds, der Vereinigung Deutsch-Französischen Gesellschaften für Europa e.V. sowie vom Deutsch-Französischen Jugendausschuss e.V.

Dr. Andreas Marchetti, Honorarprofessor an der Universität Paderborn und Geschäftsführer der poliglott GmbH, einem sozialen Unternehmen der politischen Bildung und Beratung, forscht zu deutsch-französischen Beziehungen und verdeutlichte in seinem Vortrag: „In einer zunehmend unberechenbaren und unsicher erscheinenden Welt stellen Städte- und Gemeindepartnerschaften im Gegensatz zu kleingeistigen oder gar nationalistischen Reflexen Tag für Tag die Vorzüge von Verständigung und Zusammenarbeit über Grenzen hinweg unter Beweis.“ Dabei stützte er sich auf seine Handreichung für Städte- und Gemeindepartnerschaften, die vor Kurzem vom Auslandsbüro Frankreich der Konrad-Adenauer-Stiftung in Paris veröffentlicht wurde.

Auch wenn das Projekt rund um deutsch-französische Städtepartnerschaften nun ausläuft – Austausch und Vernetzung unter den beteiligten Akteurinnen und Akteuren sollen weiter intensiviert werden. „Wir haben mit unseren Kongressen und Veranstaltungen nun den Weg zu einem selbstorganisierten Netzwerk geebnet, in dem Wissen und Erfahrungen geteilt werden können“, erklärte Vera Glaser, die federführende Projektmanagerin. „Nun liegt es an den Engagierten der einzelnen Vereine, diese Vernetzung weiterzuführen und von den Begegnungen und Kontakten zu profitieren. Auch wenn unser Projekt sich dem Ende zuneigt, werden wir natürlich den deutsch-französischen Städtepartnerschaften weiterhin unterstützend und beratend zur Seite stehen.“

Niedersachsen pflegt rund 200 Städtepartnerschaften nach Frankreich - um diese lebendig zu halten, ist kontinuierliches Engagement erforderlich. (Foto: Lam Nguyễn Tiến)

kongress hannover 5

Die gesammelten Informationen werden auch künftig auf der Website der Metropolregion zur Verfügung gestellt.

Über die Antenne Métropole

Die Antenne Métropole fördert den deutsch-französischen Austausch in der Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg, informiert über das französischsprachige Angebot und organisiert kulturelle Veranstaltungen. Gegründet im Sommer 2010 auf Grundlage einer Vereinbarung zwischen der Botschaft der Republik Frankreich und der Metropolregion ist sie Teil des Netzwerkes des Institut français Deutschland. Kooperationspartner sind Einrichtungen des Landes Niedersachsen, Kommunen, Unternehmen und Hochschulen. Die Antenne Métropole ist auch ein Infopunkt des Deutsch-Französischen Jugendwerks (DFJW/OFAJ) und informiert über Aktivitäten und (Austausch-)Programme des DFJW.

Über die Metropolregion GmbH

Die Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg GmbH vernetzt Menschen und Unternehmen, Wissenschaft und Kommunen mit ihrem Können und Wissen, ihren Kompetenzen und Ideen – metropolregional, national und international. Sie entwickelt und ermöglicht Projekte in den Handlungsfeldern Mobilität, Gesundheitswirtschaft und Standortmarketing. Dabei umfasst sie rund 3,9 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner auf einem Drittel der Fläche Niedersachsens.

chevron-down